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Flöße auf dem Weg nach München: Alfred Fraas, Kulturreferent des Stadtrats, hat vorgeschlagen, dass die tonnenschweren Holzgefährte künftig über die Loisach durch die Wolfratshauser Altstadt fahren. Floßmeister Franz Seitner und seine Berufskollegen sind von der Idee wenig angetan.

Fahrten durch die Altstadt

Flößer wollen nicht durch Wolfratshausen fahren – CSU kritisiert das heftig

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Floßfahrten mitten durch die Loisachstadt: Dieser Vorschlag von Stadtrat Alfred Fraas (CSU) stößt bei den Flößern auf einhellige Ablehnung. Das wiederum hat bei den Christsozialen heftige Kritik ausgelöst.

Wolfratshausen – Der Kulturreferent des Stadtrats, Alfred Fraas (CSU), hat wie berichtet einen Antrag erarbeitet. Das Ziel: Die Stadt soll die seit Jahrzehnten ungenutzte Floßrutsche am Kastenmühlwehr wieder ertüchtigen, sodass die Flößereibetriebe künftig auf Höhe des Wertstoffhofes ablegen und mit den tonnenschweren Holzgefährten über die Loisach durch die Altstadt fahren können. „Dieses Angebot würde dazu beitragen, die Flößerei in unserer Stadt erlebbar zu machen“, erklärte Fraas seinen Antrag.

Floßmeister Franz Seitner ist von der Idee des Kommunalpolitikers wenig angetan: „Eigentlich spricht fast alles dagegen.“ Er persönlich lehne den Vorschlag ab, „und das ist bei meinen Kollgen genau so“. Der logistische Aufwand wäre zu groß und zu teuer, zudem seien die Flößereibetriebe bereits heute personell am Anschlag.

Die Aussagen Seitners lösten beim jüngsten Treffen des Kommunalpolitischen Arbeitskreises der CSU im Wirtshaus Flößerei Erstaunen und Verärgerung aus. „Wir sind Internationale Flößerstadt“, sagte Stadtrat Peter Plößl. Er wolle nicht den Tag erleben, „an dem wir Internationale Döserstadt sind“. Er appellierte mit Nachdruck an die Flößer, sich noch einmal konstruktiv mit dem Vorstoß seines Parteifreundes auseinanderzusetzen. „Es wäre schön, wenn sie sich mit der Marke ,Internationale Flößerstadt‘ solidarisch zeigen würden.“

„In einer Flößerstadt sollte man eigentlich etwas von den Flößen sehen“

In Wolfratshausen werde viel über die Belebung des Tourismus geredet – „aber wir müssen auch etwas anbieten“, konstatierte Plößl. Fraas stieß ins selbe Horn: „In einer Flößerstadt sollte man eigentlich etwas von den Flößen sehen.“ Der ehemalige CSU-Ortsvorsitzende Armin Drexl wies auf den mutmaßlich positiven wirtschaftlichen Aspekt hin: „Mit Sonderfahrten durch die Stadt könnten die Flößer zusätzliches Geld verdienen.“ Das Nein von Franz Seitner und seinen Berufskollegen übersetzte Drexl verärgert so: „Entweder verdienen die heute schon zu viel“ – oder sie seinen mut- und kreativlos.

Werbekreischefin Ingrid Schnaller, die als Gast am Kommunalpolitischen Arbeitskreis teilnahm, vertrat den Standpunkt: „Wir haben das Pfund Flößerei, aber wir wuchern nicht damit.“ Es gebe abgesehen von Flößerskulpturen und Hinweistafeln in der Innenstadt bis dato „nichts Erlebbares, nichts Sichtbares“. Die Bedenken Seitners, dass Anwohner am Lärm, der mit den Gaudifahrten verbunden ist, Anstoß nehmen könnten, teilte Schnaller nicht: „Wir wollen eine lebendige Stadt, da können wir nicht immer leise sein.“ Andere Kommunen, die über ein Alleinstellungsmerkmal wie die Floßfahrten verfügen würden, „hätten längst gehandelt“, meinte Schnaller.

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Fraas kann sich vorstellen, dass mindestens einmal im Monat eine „Stadt-Floßfahrt“ stattfindet. Die Holzgefährte könnten sozusagen an der Weidacher Floßlände übernachten – tags darauf könnte die Reise wie bisher in Richtung Thalkirchen gehen. Das bedeute somit auch keinen zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Flößer, der Bau zusätzlicher Flöße sei nicht notwendig.

Der Kulturreferent des Stadtrates wunderte sich, dass die Floßmeister ihm in einem Vorgespräch signalisiert hätten, seiner Idee aufgeschlossen gegenüberzustehen. Nach einem Treffen mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Verwaltungsdirektor Franz Gehring hätten sie dann eine konträre Meinung vertreten, so Fraas.

Plößl erinnerte an den Auftrag, den die Räte Bürgermeister Heilinglechner vor einigen Monaten erteilt hätten. Der Rathauschef habe von den Flößern „ganz konkret“ eine Antwort auf die Frage holen sollen: Unter welchen Bedingungen sind Floßfahrten durch die Innenstadt möglich? „Auftrag nicht ausgeführt“, bilanzierte Plößl.

Es sei „symptomatisch für Wolfratshausen“, dass ein guter Vorschlag zerredet werde, bevor er vertieft geprüft worden sei, so Plößl. „Statt Bedenken zu sammeln, sollten wir das Positive sehen“, pflichtete ihm Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) bei, der als Gast an der öffentlichen CSU-Arbeitskreissitzung teilnahm. Schnaller betonte: Stadt-Floßfahrten wären nicht nur eine Attraktion für Touristen, „sondern auch für Wolfratshauser“. cce

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