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Die Kunstmeile, organisiert vom Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW), ist in Kuhlmanns Augen ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Besucherfrequenz in der Innenstadt erhöhen ließe.

Teufelskreis durchbrechen

LAW fordert: "Flößerstadt braucht City-Manager"

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Wolfratshausen - Wie geht es mit der Wolfratshauser Innenstadt weiter? LAW-Chef Hans-Werner Kuhlmann hat eine klare Meinung: Ein City-Manager muss her.

Über den schlechten Scherz, dass der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) angesichts des Geschäftssterbens in der Innenstadt seinen Vereinsnamen ändern muss, kann Vorsitzender Hans-Werner Kuhlmann nicht lachen. „Die Lage ist nicht lustig. Die Kundenfrequenz hat nachgelassen, es fehlt die Belebung“, urteilt Kuhlmann. Seit 2010 ist die gemeinnützige LAW im Vereinsregister des Amtsgerichts München eingetragen. Rund 90 Mitglieder zählt Kuhlmann derzeit, der Verein versteht sich als Vermittler zwischen den Bürgern und der Kommune. „Wir sind ein Impulsgeber, umsetzen müssen die Vorschläge andere.“

Teufelskreis ist nur schwer zu durchbrechen

Hans-Werner Kuhlmann, Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW).

Für die Misere, die viele Kommunen zwischen Westerland und Garmisch-Partenkirchen beklagen würden, sei nicht „ein einziger Schuldiger auszumachen“, betont Kuhlmann. Es seien mehrere Faktoren, die zum Ausbluten der Innenstädte führen würden. Der LAW-Vorsitzende nennt zwei: Familienbetriebe, „die die Kraft und den Mut verloren haben“ sowie das veränderte Kaufverhalten. Letzteres mit der Konsequenz: Der Internethandel verzeichne Umsatzuwächse im zweistelligen Prozentbereich, der örtliche Einzelhändler schaue mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Ein Teufelskreis, der nach Meinung von Kuhlmann nur schwer zu durchbrechen ist.
 
Auf jeden Fall brauche Wolfratshausen einen „Citymanager“, sagt der LAW-Chef im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das muss ein Fulltime-Job sein.“ Darüber hinaus müsse die Aufenthaltsqualität in der Altstadt verbessert werden. Kuhlmann erinnert an Projekte, die in der Schublade liegen: die Neugestaltung des westlichen Loisachufers und der Bau eines Parkdecks in Innenstadtnähe. Wünschwenswert wäre zudem eine „bodengleiche Altstadt“. Mit der erteilten Absage des Staatlichen Bauamtes in Weilheim dürfe sich die Flößerstadt nicht abspeisen lassen.

Kuhlmann: "Andere Kommunen greifen Fördertöpfe ab"

Dass es möglich ist, einer Stadt wieder Leben einzuhauchen, zeige das Beispiel Badehaus in Waldram. Das Bürgerprojekt, das unter anderem die Schaffung eines Begegnungszentrums beinhaltet, werde garantiert für mehr Frequenz sorgen. Ein ähnlicher Anziehungsmagnet würde der Altstadt gut tun. Denn Besucherfrequenz sei das A und O, so Kuhlmann. Die Zahl der potenziellen Kunden sei nicht zuletzt bei der Entscheidung von Unternehmern, im Zentrum der Loisachstadt ein Geschäft zu öffnen, von wesentlicher Bedeutung.

„Wir tun wahnsinnig viel“, beteuert der LAW-Vorsitzende. „Unser Verein bringt sich sehr viel ein.“ Kuhlmann verweist auf die von der LAW initiierte Kunstmeile, die heuer zum fünften Mal in Wolfratshausen stattgefunden hat. „Da ist dann Power in der Stadt“, urteilt der Pensionär. Deutlich mehr Power wünscht sich Kuhlmann von vielen Hausbesitzern. Er zieht Bad Tölz als Vergleich heran: „Die Fassaden in der Innenstadt dort sind tipptopp.“ An die Wolfratshauser Stadtväter erlaubt sich Kuhlmann den Hinweis: „Andere Kommunen greifen Fördertöpfe ab“, um das Geld in die Attraktivitätssteigerung zu investieren.

Einen entsprechenden Maßnahmenkatalog erwartet Kuhlmann nicht zuletzt von der Cima Beratung und Management GmbH, die seit Monaten für die Flößerstadt arbeitet. Er wolle dem Stadtrat nicht vorgreifen – „aber Ende Januar wird sicherlich etwas auf dem Tisch liegen“.

cce

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