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Publikumsmagnet: Rainhard Fendrich hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren.

Flussfestival-Auftakt

Tango korrupti auf der Loisach

Vor über 600 Besuchern eröffnete Bürgermeister Klaus Heilinglechner am Freitagabend das dritte Flussfestival. Star des Abends auf der Bühne: Rainhard Fendrich.

Wolfratshausen – Eigentlich sollten Rainhard Fendrich und seine vierköpfige Band schon am frühen Freitagnachmittag zum Soundcheck eintreffen. Doch dann verspätete sich die Ankunft des Österreichers um viele Stunden. Den ehrenamtlichen Helfern und Festivalleiter Günter Wagner liefen nicht nur wegen der drückenden Hitze die Schweißperlen von der Stirn. Dennoch konnte Bürgermeister Klaus Heilinglechner das dritte Flussfestival vor über 600 Besuchern pünktlich eröffnen. Starker Gewitterregen setzte erst bei der Zugabe des Austro-Popstars ein.

„Es ist nach 17 Studioalben nicht einfach, ein Programm zusammenzustellen“, räumte Fendrich ein. „Aber ich werde für euch auch in die tiefsten Schubladen greifen“, versprach der 62-Jährige. Gesagt, getan. Schon sein erstes Stück „Es lebe der Sport“, das bereits in den 1980er-Jahren zum Hit wurde, sangen viele Besucher textsicher mit. Erst nach einer Viertelstunde stellte die Fendrich-Band mit dem Titelstück des aktuellen Albums „Schwarz oder Weiß“ neues Material vor. Der Text ist ein Plädoyer für die gegenseitige Toleranz zwischen Christen, Muslimen und anderen Religionen. „Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut“, betonte Fendrich.

Eher gelassen nahm er es hin, dass viele Besucher sein Konzert mit emporgereckten Smartphones filmten. Und das, obwohl die städtische Kulturmanagerin Marion Klement darum gebeten hatte, dies zu unterlassen. In dem Song „Stell dir vor, es gibt kein Internet“ gab der Österreicher die passende Antwort.

Mit dem schwungvollen „Tango korrupti“ endete die erste Konzerthälfte. Am Himmel über der Loisach zogen zu diesem Zeitpunkt bereits dunkle Wolken auf. „Es wird nicht regnen“, prophezeite Fendrich trotzig. Und lag damit leider falsch. Bei seiner wohl eindringlichsten Liebesballade „Weusd a Herz host wia a Bergwerk“ fielen die ersten Regentropfen auf die vielen leuchtenden Feuerzeuge. Bei den folgenden Zugaben „Macho, Macho“, „Oben ohne“ und „Strada del Sole“ war der Sänger nur noch alleine mit seiner Gitarre auf der Flussbühne zu sehen. Auf den Sitzen hielt es zu diesem Zeitpunkt keinen mehr. Mit stehenden Ovationen wurde der österreichische Superstar gefeiert. Aufgrund des immer stärker einsetzenden Regens verzichtet er jedoch auf weitere Zugaben. Die Aftershow-Party an der alten Floßlände fiel für die meisten Fans deshalb trotz eines teilweise überdachten Biergartens im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Peter Herrmann

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