Hummel im Anflug: Das Siegerbild von Tom Hirschmann in der Kategorie Makroaufnahme.

Fesch wie Oscar

Fotoclub zeichnet seine besten Fotografen aus

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Etwas anders als üblich lief der Wettbewerb der Wolfratshauser Hobbyfotografen im Jahr 2019. Nun stehen die Sieger fest. 

Wolfratshausen – Ein Hauch von Hollywood umwehte das Wirtshaus Flößerei an diesem Samstag. Gespannt blickten die Mitglieder des Fotoclubs Wolfratshausen (FCW) auf acht, exakt 21 Zentimeter hohe Oscar-Trophäen, zu vergeben für jeweils eine Kategoriedieses ganz speziellen Jahreswettbewerbs. Den hatte der Verein zu seinem Schnapszahl-Jubiläum – er wurde 2019 55 Jahre alt – ausgerufen.

Bevor sich die Spannung entladen durfte, war Geduld gefragt. Birgit Rilk habe „sehr viel Herzblut“ investiert, um die Gala so authentisch wie möglich erscheinen zu lassen, lobt Klubchef Tom Hirschmann seine Stellvertreterin. Die Originalmusik wurde eingespielt, per Beamer erschienen Abbildungen der glatzköpfigen Goldbuben samt Feuerwerk auf einer Leinwand. „Dann sind die Fotos der jeweils fünf Nominierten in der jeweiligen Kategorie eingeblendet worden“, erzählt Hirschmann. Danach griff sich ein Mitglied, das nicht in der gerade präsentierten Kategorie vertreten war, eines der acht vorbereiteten goldenen Kuverts, öffnete es, verlas den Namen des Siegers und überreichte die Trophäe.

Insgesamt 18 nominierte Fotografen durften sich Hoffnungen auf einen der Oscars machen. Unsere Zeitung hatte sie im Laufe der Monate mit jeweils einem Bild, das der Redaktion am besten gefiel, veröffentlicht. Letztlich verteilten sich die Goldmänner auf fünf Fotografen: Birgit Rilk gewann in den Kategorien Nacht- sowie Tierfotografie. Hirschmann schnappte sich die Titel in den Kategorien Experimente/Composings sowie Makrofotografie. Auch an Peter Schreyer gingen zwei Oscars: Er hatte die beste Langzeitbelichtung im Repertoire sowie das schönste Landschaftsfoto geschossen. Sandra Ilmberger gewann in der Kategorie Architektur, und Birgit Kindsmüller hatte laut Jury die eindrucksvollste Schwarz-weiß-Arbeit eingereicht.

Abseits der Oscar-Verleihung ehrte Präsident Hirschmann verdiente Mitglieder, darunter – ermittelt über ein kompliziertes Punktesystem – auch den besten Fotografen des Jahres. Er war eine Sie: Birgit Rilk und ihre oft beeindruckende Bildsprache konnte 2019 keiner der Vereinskolleginnen und Kollegen toppen. Feiern konnte der Fotoclub außerdem seinen ersten, im Auftrag der Raiffeisenbank aufgelegten Kalender. Der stieß laut Andy Ilmberger, Betreuer der Vereinshomepage, „rundum auf positive Resonanz“. Das ebenfalls aufgelegte, hochwertig gebundene Jubiläumsbuch erhielt jedes Mitglied als Weihnachtsgeschenk.

And the Oscar goes to... : (v. li.) Klubchef Tom Hirschmann, Birgit Rilk, Sandra Ilmberger, Birgit Kindsmüller und Peter Schreyer.

Einer der wenigen Stimmungskiller des vergangenen Jahres war die Aufkündigung des Klubraums im alten Krankenhaus, der dem FCW rund fünf Jahrzehnte als Zuhause gedient hatte. Hirschmann fand glücklicherweise Ersatz: Künftig treffen sich die Hobbyfotografen in den modernen Räumen der Sparkasse.  Die gelungene Oscar-Verleihung soll eine Wiederholung finden, wenn auch nicht in diesem Jahr. „Heuer machen wir wieder unseren normalen Monatswettbewerb mit der sofortigen Bekanntgabe des Siegers“, sagt der Klubboss. Als eines der „Highlights“ dieses Jahres nennt er den Besuch eines externen Jurors. „Am Valentinstag kommt Karl Seidl zu uns.“ Das Mitglied der Gesellschaft deutscher Tierfotografen, eine Koryphäe auf seinem Gebiet, hält einen Vortrag, zu dem auch die befreundeten Fotoclubs aus Traubing, Starnberg und Tegernsee eingeladen sind.

Vermutlich können sich die Wolfratshauser bei Seidl schon Anregungen holen für ihren Auftritt im April auf der Gewerbemesse Iloga holen. Zentrales Thema des Fotoclubs dort wird das Insektensterben sein. 

peb

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