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2G in Fahrschulen: Ungeimpfte können keinen Führerschein machen - „Schüler sind ziemlich angefressen“

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Von: Dominik Stallein

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Fahrschule
Auf den Weg zum Führerschein dürfen sich neuerdings nur noch Fahrschüler begeben, die geimpft oder genesen sind. © Swen Pförtner

Seit einiger Zeit gilt in Fahrschulen strikt die 2G-Regel. Die Folgen für die Schulen sind verschieden - je nach Impfstatus von Mitarbeitern und Fahrschülern.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Mit der Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatte Martina Meier eigentlich schon gerechnet. „Wir haben unsere Schüler schon früh informiert, dass 2G kommen könnte“, sagt die Geschäftsführerin der kmh-Fahrschule in Wolfratshausen und Geretsried. Deshalb hätten sich einige Jugendliche bereits gegen das Coronavirus impfen lassen.

Corona in Wolfratshausen: 2G in Fahrschulen - „Einige Schüler sind angefressen“

„Tatsächlich sind es nur wenige, die jetzt noch ungeimpft sind“, berichtet Meier. Unter den Neuanmeldungen in den vergangenen Wochen seien auch fast ausschließlich Geimpfte oder Genesene gewesen. „Das macht es uns jetzt leichter.“ Die Fahrlehrerin begrüßt die Regel: „Ich sehe solche Maßnahmen als einzige Optionen, um die Welle einzudämmen.“ Auch in ihrem Team hätten alle Kollegen den vollständigen Impfschutz. Insofern hat die Neuregelung kaum Auswirkungen auf den Alltag in der Fahrschule.

Fahrschule in Tölz: Ungeimpfte Schüler dürfen nicht mehr fahren

In Bad Tölz und Lenggries ist das anders. „Mir sind einige Schüler weggebrochen, weil sie nicht geimpft sind“, sagt Wolfgang Strunck von der gleichnamigen Fahrschule. Zwar würden die Jugendlichen, die noch in die Schule gehen, regelmäßig auf das Virus getestet und eine Gefahr somit weitestgehend ausgeschlossen, „aber wer nicht geimpft ist, den darf ich nicht mitnehmen“. Der Fahrlehrer hatte eigentlich erwartet, dass die 3G-Regelung bestehenbleibt. „Ich hätte kein Problem damit, wenn die Schüler getestet kommen.“

Martina Meier, Fahrschule kmh
Martina Meier, Geschäftsführerin der kmh-Fahrschule in Wolfratshausen und Geretsried. © Privat

Die aktuelle Maßnahme sieht Strunck kritisch: „Wir sind natürlich nicht begeistert. Wenn wir keine Schüler mehr haben, geht das doch wieder in die Richtung, dass die Fahrschulen zumachen müssen.“ Das war seit Beginn der Corona-Pandemie zweimal der Fall. „Einige meiner Schüler sind ziemlich angefressen“, berichtet Struck. Vor allem diejenigen, die bereits eine gewisse Routine am Steuer hätten und diese in den kommenden Wochen wieder verlieren könnten. Mache von ihnen würden allerdings nun umdenken, hat der Fahrlehrer beobachtet. „Einige überlegen sich jetzt, ob sie sich impfen lassen, weil sie mit dem Führerschein fertig werden wollen“, so Strunck.

Corona-Schnelltests vor der Fahrstunde? Für Lehrer wäre das in Ordnung

Hilde Schulz, Fahrlehrerin bei der Fahrschule Sepp Kögl in Wolfratshausen und Geretsried, kann sich eine solche Entwicklung auch vorstellen. „Einige Jugendliche haben keine Notwendigkeit gesehen, sich impfen zu lassen, weil sie in der Schule zweimal die Woche getestet wurden“, sagt sie. Glücklicherweise würden durch die Neuregelung nur wenige von ihren Schützlingen ausgeschlossen. Für die sei das aber schade. „Besonders schade ist es für ein Mädchen, das in wenigen Wochen ihre Prüfung machen wollte“, erzählt Schulz. Das sei zwar auch als Ungeimpfter möglich, weil bei praktischen und theoretischen Prüfungen die 3G-plus-Regel gilt. Eine Prüfungsfahrt erscheint trotzdem undenkbar: „Wir müssen in den Tagen davor noch ein paar Stunden miteinander fahren“, sagt die Fahrlehrerin.

2G gilt bis Mitte Dezember - Fahrschulen haben angst vor Lockdown

Sicherheitsbedenken hatte Schulz in den vergangenen Monaten nicht, wenn sie Schüler unterrichtet hat, die keine Impfung hatten. „Wenn sie getestet waren, war das für mich in Ordnung.“ Sie selbst geht auf Nummer sicher: Trotz vollständigem Impfschutz testet sich die Fahrlehrerin vor Dienstantritt – und hofft, dass ihre Schüler dem Beispiel folgen. „Manche, die ihre Impfung haben, gehen davon aus, dass gar nichts mehr passieren kann.“

Vorerst soll die 2G-Regel in den Fahrschulen bis Mitte Dezember gelten. Alle drei Fahrlehrer rechnen jedoch damit, dass es noch länger dauern wird, bis wieder ungeimpfte Schüler in ihre Autos steigen dürfen. Bange Blicke richten die Fahrlehrer auf die täglichen Inzidenzmeldungen aus dem Landratsamt. „Wenn die über 1000 steigt, müssen wir fürs Erste ganz zusperren“, sagt Martina Meier – unabhängig vom Impfschutz.

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