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Volles Haus: Gut 80 Gewerbetreibende folgten am Montagabend der Einladung von Wolfratshausens neuem Stadtmanager Dr. Stefan Werner in den roten Salon des Wirtshaus’ Flößerei. 

Den meisten kann es nicht schnell genug gehen

Für attraktiveres Wolfratshausen: Stadtmanager diskutiert mit Gewerbetreibenden

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Stadtmanager Dr. Stefan Werner will mit Hilfe vieler Hände die Attraktivität der Flößerstadt aufpolieren. Beim ersten Treffen mit Gewerbetreibenden wird deutlich: Dem Gros kann es gar nicht schnell genug gehen.

Wolfratshausen – Im roten Salon des Wirtshaus’ Flößerei steht an diesem schwülwarmen Abend die Luft. Mehr als 80 Gewerbetreibende sind der Einladung von Wolfratshausens neuem Stadtmanager Dr. Stefan Werner gefolgt. Das Gros ist ungeduldig. Noch bevor Werner seine Ausführungen über „geplante Maßnahmen und Strategien zur Stärkung unseres Einkaufs- und Erlebnisstandortes“ beenden kann, wird er unterbrochen. Statt „immer neue Arbeitsgruppen zu bilden“, verlangen die Unternehmer vom Stadtmanager, dass er konkrete Projekte benennt.

Werner aber bittet um Geduld. Er arbeite gemeinsam mit Vertretern des Werbekreises, des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW), der Unternehmervereinigung und anderen an einem „ganzheitlichen Konzept“. In diesem Kontext müssten „ein sehr umfangreicher Bürgerbeteiligungsprozess aufgesetzt“ und Strategien entwickelt werden, um „zukunftsorientierte Ziele glaubhaft zu vermarkten“. Umsetzungsbeispiele sollen „breit diskutiert“ werden, „unterschiedliche Kräfte sollen die Möglichkeit haben, zu kommunizieren“, erklärt Werner. Seine Rolle definiert er so: „Ich bringe gewisse Enden zusammen.“ Er werde „den Daumen auf Arbeitsprozesse halten“. Werner betont, dass 130 Tage nach seinem Amtsantritt „jetzt konkrete Fahrpläne“ vorliegen.

Werner plädiert für gemeinsames Social-Media-Marketing

Sein Credo lautet: „Gemeinsam gestalten.“ Werner plädiert für ein gemeinsames Social-Media-Marketing und regelmäßige Gewerbetreffen. Voraussichtlich schon im Herbst erscheine eine Broschüre, „eine Stadtkarte“, in der nicht nur die Einkaufsmöglichkeiten in der Flößerstadt verzeichnet seien, sondern „auch all das, was man in unserer Stadt erleben kann“.

Von „großer Relevanz“ für die Attraktivitätssteigerung sei „die bauliche Aufwertung der Altstadt“. Als Stichworte nennt Werner die seit Jahren diskutierte Neugestaltung des westlichen Loisachufers sowie die vom Stadtrat beschlossene Umgestaltung der Marktstraße. Nicht zu vergessen: „Die öffentlichkeitswirksame Vermarktung von Events im Paket.“ Dazu zählen für ihn das Wirtefest am 15. September,die Eiszeit an der alten Floßlände, verkaufsoffene Sonntage, die alle drei Jahre stattfindende Johanni-Floßprozession, das Flussfestival und die Kunstmeile.

„Das alleine reicht nicht“, urteilt Stefan Fischer (Trachtenmoden Fischer-Pflügl). Die Stadt müsse „endlich gute Rahmenbedingungen schaffen“, konkret die schon lange versprochenen zusätzlichen Parkplätze im Innenstadtbereich anlegen. 

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Werbekreischefin Ingrid Schnaller bricht eine Lanze für den Stadtmanager: „Wir sind froh, dass Sie da sind. Es gibt halt Dinge, die müssen erst im Stadtrat beschlossen und dann umgesetzt werden.“ Hans-Werner Kuhlmann, Vorsitzender der LAW, stößt ins selbe Horn. Der Stadtrat sei das maßgebliche Entscheidungsgremium. Der Stadtmanager „kriegt hier gerade von allen Seiten Prügel, ist aber nicht der Schuldige“. Kuhlmann appelliert an die Gewerbetreibenden, Werner noch ein wenig Zeit zu geben. Der Vorsitzende der Unternehmervereinigung, Christian von Stülpnagel, ist überzeugt: „Wir werden einen langen Atem brauchen.“ Bis das Maßnahmenbündel greife, würden mutmaßlich Jahre ins Land ziehen. Wichtig sei jetzt: „Wir müssen das negative Image abstreifen und positiv nach vorne schauen“, so Stülpnagel. Werner bekräftigt: „Wir müssen an einem Strang ziehen und vergangene, frustrierende Erlebnisse abhaken.“

Die Erwartungen an den Stadtmanager seien sehr hoch, stellt Fritz Koch (Juwelierschmiede) am Ende der rund zweistündigen Debatte fest. „Wir haben jetzt einen Stadtmanager, jetzt wollen die Leute etwas sehen“, sagt Koch – und legt ein paar Sekunden später mit einem Lächeln nach: „Bitt’schön heuer noch.“ Dass er den neuen Einkaufsführer laut Werner voraussichtlich schon im Oktober in den Händen halten kann, findet Koch „sehr gut“.

Darum waren keine Stadträte da 

Dass am Gewerbetreffen im Wirtshaus Flößerei kein Stadtrat und somit auch nicht der Wirtschaftsreferent des Stadtrates, Helmut Forster, teilnahm, verwunderte viele der gut 80 Teilnehmer. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Stadtmanager Dr. Stefan Werner am Dienstag, dass er den Schwerpunkt „bewusst auf die Gewerbetreibenden“ gelegt habe. Wirtschaftsreferent Forster sei persönlich eingeladen gewesen, habe sich aber mit Hinweis auf einen anderen Termin entschuldigt. Bürgermeister Klaus Heilinglechner musste die Veranstaltung nach einer guten halben Stunde aufgrund eines weiteren Termins verlassen. cce

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