Ein Baum
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Der Baumschutz ist ein Thema, das in Wolfratshausen immer wieder die Gemüter erhitzt. Nun gibt es einen neuen Vorstoß für eine Baumschutz-Verordnung.

Bund Naturschutz sammelt Unterschriften

Neuer Anlauf für Baumschutzverordnung

  • vonDominik Stallein
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Die Wolfratshauser Baumschutzverordnung: Das war bislang nicht mehr als ein Gedankenspiel. Eine Gruppe von Wolfratshausern möchte das ändern und sammelt jetzt Unterschriften, um den Druck auf den Stadtrat zu erhöhen und daraus endlich Realität werden zu lassen.

Wolfratshausen - Der Bund Naturschutz organisiert die Sammlung, der Umweltreferent des Stadtrats, Dr. Hans Schmidt, unterstützt die Aktion. „Immer mehr große Bäume fallen Bauvorhaben zum Opfer, und es ist kein Ende abzusehen“, erklärt der Grünen-Sprecher. Im Stadtrat sei eine Baumschutzverordnung zwar mehrfach angesprochen worden, scheiterte aber bislang immer daran, dass sich keine Mehrheit gefunden hatte. Mit dem Ziel, das Stadtbild zu begrünen“, hätten daher einige Umweltschützer die Unterschriftensammlung initiiert. Sie fordern den Stadtrat auf, „noch in diesem Jahr eine Baumschutzverordnung zu beschließen, um dem Kahlschlag an großen Bäumen Einhalt zu gebieten“.

Sie werden trotzdem abgeholzt. Das ist sehr frustrierend“

Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt über die bisherigen Baumschutz-Bestrebungen in Wolfratshausen

Zuletzt war Protest gegen diverse Fällungen laut geworden, zum Beispiel bei einem Wohnbauprojekt in der Stobäusstraße im Ortsteil Farchet oder bei der geplanten Abholzung von mehreren Platanen an der Sauerlacher Straße. Gerade die Fällungen bei privaten Bauvorhaben würden zeigen, dass ein Bebauungsplan keinen ausreichenden Schutz für die Pflanzen bietet, findet Schmidt. Außerdem müsste ein Großteil dieser Pläne überarbeitet werden. Dennoch sprach sich zuletzt eine Mehrheit des Gremiums dafür aus, erhaltenswerte Bäume mit diesem Mittel zu schützen. „Sie werden trotzdem abgeholzt“, so der Grünen-Sprecher. „Das ist sehr frustrierend.“

Sammlung läuft bis 4. April - unter erschwerten Bedingungen

Wegen der Corona-Pandemie können zwar keine großen Infoveranstaltungen stattfinden. „Wir setzen aber darauf, dass Umweltschützer in ihrem privaten Umfeld Unterschriften sammeln“, so Schmidt. Außerdem sei es nicht verboten, Informationsstände aufzubauen – „unter Berücksichtigung der Corona-Regelungen, versteht sich“. Die Unterschriftenliste wird außerdem in einigen Wolfratshauser Geschäften ausgelegt und auf der Homepage der Grünen zum Ausdrucken veröffentlicht. Die Sammlung läuft bis Sonntag, 4. April. Ausgefüllte Unterstützer-Listen nimmt die Geschäftsstelle des Bund Naturschutz an der Gebhardtstraße 2 an. DOMINIK STALLEIN

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