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Und die Musi spielt dazu: Die Degerndorfer Bur schen beim Einholen ihres neuen Maibaums. 

Nach Machtwort des Innenministers ist das Einholen viel einfacher

Geleitschutz für den Maibaum

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Wer mit dem Brauchtum zu tun hat, kann sich erinnern: Bis vor wenigen Jahren gab es teilweise Stress beim Thema Maibäume. Seit Innenminister Joachim Herrmann 2016 ein Machtwort gesprochen hat, ist die Sache viel einfacher.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nach strenger Auslegung waren die Fahrten mit Bulldog und den teilweise über 30 Meter langen Bäumen als Schwertransporte einzustufen. Das bedeutete natürlich einen erheblichen bürokratischen Aufwand, den nicht jeder Sportverein oder jede Burschenschaft treiben wollte oder konnte. Es ist ein offenes Geheimnis, dass so mancher Maibaum ohne Genehmigung über die Straßen des Landkreises rollte.

Das will die Sprecherin des Landratsamtes, Sabine Schmid, so zwar nicht bestätigen. Aber sie sagt: „Insgesamt war die Situation für das Landratsamt als Genehmigungsbehörde als auch für die Veranstalter unbefriedigend, vor allen Dingen in haftungsrechtlicher Sicht.“ Doch das ist vorbei. Innenminister Joachim Herrmann hat in dieser Sache 2016 ein Machtwort gesprochen. Jetzt ist die Sache viel einfacher.

Der Minister stellte grundsätzlich fest, dass sowohl der Transport als auch das Aufstellen der Maibäume Sinnbild der Bayerischen Lebensart sind. Das bedeutet, knapp formuliert: Wenn Feuerwehr oder Katastrophenschutz den Transport begleiten, bedarf es keiner Genehmigung, sondern nur einer normalen Anmeldung. Genauer hat es Georg Fischhaber vor der Straßenverkehrsbehörde den Städten und Gemeinden in einem Schrieb vom Februar dieses Jahres erläutert.

Aus rechtlicher Sicht geht es darum, für die Dauer des Transports Nicht-Öffentlichkeit herzustellen. Das heißt: Es braucht Absperrungen aller Art, etwa Baken, Gitter, Sperrbänder oder anderes. Am besten ist es, wenn Begleitfahrzeuge der Feuerwehr den Baum so absichern, dass der allgemeine Straßenverkehr ausgeschlossen wird. Dann ist die Rede von einer „rollenden Sperrung“. Sie bedarf keiner Ausnahmegenehmigung.

Kompliziert wie in der Zeit vor 2016 wird es, wenn diese Vollsperrung nicht umgesetzt werden kann. Dann braucht es eine allgemeine Genehmigungspflicht. Unter anderem müssen die Veranstalter das Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen beibringen, in dem die Vorschriftsmäßigkeit des Langholzgespannes bestätigt wird. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass das mit Kosten und Mühen verbunden ist. „Insgesamt handelt es sich um ein sehr umfangreiches Genehmigungsverfahren“, so Fischhaber. Die Erfahrungen, die die Behörde mit dem vereinfachten Verfahren gemacht hat, sind gut. „Es ist letztes Jahr schon super gelaufen, und dieses Jahr schaut es wieder so aus“, sagt Sabine Schmid. Der 1. Mai kann kommen. 

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