Grüne, Bund Naturschutz und „Fridays for Future“ diskutieren im Hinterhalt über Klimaschutz
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Diskutierten im Livestream: (v. li.) „Fridays for Future“-Aktivistin Emmi Fröhner, Umweltreferent Dr. Hans Schmidt und Dr. Sigrid Bender vom Bund Naturschutz. 

Live-Stream im Hinterhalt

„Autoverkehr ein bisschen behindern“: Klimaschutz-Diskussionsrunde im Hinterhalt 

  • vonPeter Herrmann
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Premiere im Hinterhalt: Zum ersten Mal gab es eine politische Veranstaltung im Live-Stream. Hier diskutierten Grüne, Bund Naturschutz und „Fridays for Future“ über ein Maßnahmenpaket zum Klimaschutz. 

Wolfratshausen/Gelting – Erstmals für eine politische Veranstaltung wurde am Freitagabend die Live-Stream-Reihe in der Geltinger Kulturbühne Hinterhalt instrumentalisiert. „Kultur ohne Politik ist auch nichts: Wir hängen alle an den Entscheidungen der Mandatsträger“, erklärte Assunta Tammelleo. 

Hinterhalt: Erste politische Veranstaltung im Live-Stream

Die Betreiberin der Bühne war im März für die Grünen in den Wolfratshauser Stadtrat gewählt worden. Die politische Nähe zu ihrem Fraktionskollegen Dr. Hans Schmidt führte nun zur Aufzeichnung einer knapp einstündigen Klimaschutz-Diskussionsrunde. Dazu eingeladen waren auch die Wolfratshauser „Fridays for Future“-Aktivistin Emmi Fröhner sowie die Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz (BN), Dr. Sigrid Bender.

Zunächst hielt der Stadtratsreferent für Umwelt und Klima einen langen Monolog über seine Ziele. So möchte Schmidt den nicht motorisierten Verkehr im Stadtgebiet zum Beispiel durch den Bau von Fahrradstraßen beziehungsweise -streifen verbessern. Geplant seien in Wolfratshausen zum Beispiel beidseitige Fahrradspuren auf der viel befahrenen Königsdorfer Straße sowie ein weiterer Fahrradstreifen auf der Sauerlacher Straße. 

„Man muss den Autoverkehr ein bisschen behindern“

„Man muss den Autoverkehr ein bisschen behindern, sonst steigen die Leute nicht um“, erklärte Schmidt. Die 15-jährige Schülerin Emmi Fröhner regte in diesem Zusammenhang die Förderung eines Lastenfahrräder- beziehungsweise E-Bike-Verleihs an. „Es fahren immer noch zu viele Menschen kurze Strecken mit dem Auto, um ihre Einkäufe zu erledigen“, bemerkte sie.

Forcieren möchte Schmidt zudem die Energiewende und den Ausstieg aus der Kohlenutzung. Er erinnerte daran, dass es Fördermöglichkeiten für Photovoltaik, Solarthermie, Wärmeverbundnetze und CO2-freie Heizsysteme gibt.

Förderung von Lastenrädern, Energiewende und Artenschutz

Dr. Sigrid Bender lenkte den Fokus abschließend auf den Artenschutz. „Die Schaffung von naturnahem Grün in Wolfratshausen ist eines meiner Hauptziele“, sagte die BN-Ortsvorsitzende. Selbst wer nur einen kleinen Garten oder einen Balkon hat, könne etwas bewirken. 

Wichtig sei nur, dass die Bürger auch von der Stadt und durch öffentliche Kampagnen mehr informiert werden. Umso mehr bedauert Schmidt den Abgang des städtischen Energie- und Umweltbeauftragten Robert Maier (wir berichteten). „Bis die Stelle neu besetzt ist, wird in dieser Richtung leider erst mal weniger laufen“, befürchtet Schmidt.

Bürger durch öffentliche Kampagnen informieren

Die Möglichkeit, während des Live-Streams Fragen im Live-Chat zu stellen, nutzte vor allem Grünen-Stadtrat Rudi Seibt. Er forderte unter anderem einen sparsameren Einsatz der Straßenbeleuchtung. Ein völliges Abschalten – zum Beispiel für eine Stunde in der Nacht – schloss Schmidt aus Sicherheitsgründen aus. „Wir könnten die Straßenbeleuchtung aber auf 50 Prozent der Leistung runterdimmen und damit Energie sparen“, schlug der Umweltreferent des Stadtrats vor.

Um ihre Ziele für den Klimaschutz zu erreichen, protestierten erst kürzlich Fridays for Future in Wolfratshausen mit einer freundlichen Verkehrsblockade gegen die Kohlepolitik.

ph

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