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Krank vor Schmerz: Der Begriff Fibromyalgie bedeutet wörtlich übersetzt Faser-Muskel-Schmerz.

Betroffene gründet Selbsthilfegruppe für Fibromyalgie

Gemeinsam gegen den Schmerz

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Chronische Schmerzen am ganzen Körper sind schwer zu ertragen. Erleichtern kann Betroffenen das Leben eine Selbsthilfegruppe, in der sie sich mit Leidensgenossen austauschen können. Eine solche gibt es ab dem 20. Februar. Dann wird im BRK-Haus in Wolfratshausen die Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Geretsried-Wolfratshausen gegründet.

Wolfratshausen/Geretsried – Initiiert hat sie Katrin Jungmeier. Die 36-Jährige leidet seit gut fünf Jahren selbst an der Krankheit. Bis Fibromyalgie bei ihr diagnostiziert wurde, dauerte es zwei Jahre – und das ist im Vergleich zu anderen Betroffenen noch wenig. „Ich wurde von Pontius zu Pilatus geschickt“, sagt Jungmeier.

Fibromyalgie wurde erst vor zehn Jahren als Krankheit anerkannt. „Man weiß noch nicht viel darüber, und es gibt kein Medikament dagegen.“ Sie hat deswegen in der Tagesklinik in München gemerkt, wie wichtig es ist, mit Betroffenen zu sprechen, wie sie ihren Alltag bewältigen, um so Tipps für ihr eigenes Leben zu bekommen.

Katrin Jungmeier leidet seit gut fünf Jahren an Fibromyalgie.

Jungmeier hatte einen grippalen Infekt. Als sie wieder gesund war, blieben die Schmerzen. „Meine Gelenke taten weh, und meine Fußsohlen brannten, als wäre ich vier Stunden auf einen Berg gegangen“, sagt sie. Dazu kam, dass sie nachts nicht mehr durchschlafen konnte. „Erst hat der Arzt gesagt, dass es vom Virus kommt und ich warten soll.“ Als es nicht besser wurde, ging sie zum Rheumatologen, der ihr zu Entspannung riet. „Das Schmerzgedächtnis hätte vergessen, den Schmerz zu löschen“, lautete die Theorie. Doch Jungmeier hatte das Glück, dass ihr Hausarzt dranblieb. So kam sie schließlich in die Rheumaklinik nach Oberammergau, wo ihre Fibromyalgie diagnostiziert wurde.

„Viele Ärzte trauen sich nicht auszusprechen, dass es chronisch ist“, sagt Jungmeier zur Frage, warum die Krankheit schwer zu entdecken ist. Dazu komme, dass die Diagnosestellung noch schwammig sei, weil vieles noch erforscht werden muss und die Krankheit so vielseitig ist. „Viele schieben es auch in die psychologische Schiene, aber Fibromyalgie ist keine psychische Krankheit.“

Eine Selbsthilfegruppe gibt es im Landkreis noch nicht, deswegen will Jungmeier nun selbst die Initiative ergreifen. „Fibromyalgie-Patienten sind viel auf sich alleine gestellt“, sagt sie. So könne man sich gegenseitig auf Therapiemöglichkeiten, Medikamente und Anlaufstellen im Oberland hinweisen. Die Selbsthilfegruppe muss aus sechs Personen bestehen, damit die Krankenkasse das Bündnis unterstützt. „Aktuell weiß ich von acht Leuten, die eine Diagnose haben. Willkommen sind aber auch alle, bei denen der Verdacht auf Fibromyalgie besteht“, sagt Jungmeier.

Zum ersten Treffen kommt Carmen Redel von der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung, die über die Krankheit und die Arbeit in einer Selbsthilfegruppe spricht. Bei den folgenden monatlichen Treffen können die Teilnehmer entscheiden, ob Referenten eingeladen werden oder sie sich nur austauschen wollen.

Treffen

Die Selbsthilfegruppe trifft sich zum ersten Mal am Dienstag, 20. Februar, um 19.30 Uhr im BRK-Haus am Moosbauerweg 3a in Wolfratshausen. Weitere Infos bei Katrin Jungmeier, Telefon 01 70/ 5 52 44 41.

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