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Bilaterale Gespräche: Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner (li.) und sein Geretsrieder Amtskollege Michael Müller ziehen mit Moderator Dr. Götz Braun (re.) eine Bilanz der Klausurtagung.

Kommunalwahl 2020

Systematisch interkommunal: So lief die Klausurtagung der Wolfratshauser und Geretsrieder Stadträte 

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Am Freitag trafen sich die Stadträte aus Wolfratshausen und Geretsried zu einer Klausurtagung. Ihr Fazit: „Vieles läuft gut, manches könnte noch besser laufen.“

Wolfratshausen/Geretsried – Rechtzeitig vor heraufziehenden Kommunalwahlen rufen sich Bürgermeister und Stadträte an Isar und Loisach ganz bestimmte Themen zurück ins Gedächtnis. Dazu zählt die interkommunale Zusammenarbeit. Vor gut drei Jahren, das berichtete Wolfratshausens Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) kürzlich, habe der sogenannte Kooperationsausschuss („Oder heißt er Koordinierungsausschuss?“) der Kommunen das bislang letzte Mal hinter verschlossenen Türen getagt.

Interkommunale Zusammenarbeit: Klausurtagung der Gremien Wolfratshausen und Geretsried

Doch ab heute wird alles anders. Nun wird der häufig propagierte Schulterschluss der Nachbarstädte „systematisch angegangen“, sagte Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller (CSU) am Freitagabend in der Aula der Grund- und Mittelschule in Wolfratshausen. Vorausgegangen war eine dreistündige, nicht öffentliche, von externen Moderatoren begleitete Klausurtagung der beiden Stadtratsgremien, an der auch Vertreter der jeweiligen Stadtverwaltungen teilnahmen. Er habe sich sehr gefreut, dass das Wort „gemeinsam“ bei dem Treffen „so oft fiel“, sekundierte Wolfratshausens Rathauschef Klaus Heilinglechner (BVW).

Vier Arbeitsgruppen behandelten vier Schwerpunktthemen: Raumentwicklung, Kooperationen, Klimaschutz sowie die kulturelle Zusammenarbeit. Auf den hohen Siedlungsdruck, der nicht zuletzt für eine zunehmende Verkehrsbelastung sorgt, wollen die Kommunen mit einem „strategischen Entwicklungskonzept“ reagieren. Der Ausgangspunkt ist die Definition von Zielsetzungen für die nächsten fünf bis sieben Jahre. Bei der Bewältigung dieser „Gemeinschaftsaufgabe“ wollen die zwei Städte die Umlandgemeinden mit ins Boot holen. Als Sofortmaßnahmen verständigten sich die Stadträte am Freitag auf die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie den Entwurf eines gemeinsamen Flächennutzungsplans.

Vier Schwerpunktthemen: „strategisches Entwicklungskonzept“

Bildung, Soziales, technische Infrastruktur: Auch in diesen Bereichen wollen die Kommunen noch stärker als bisher gemeinsame Sache machen. Als positives Beispiel gilt die Zusammenarbeit der beiden Volkshochschulen. Einen Zahn zulegen wollen die politischen Entscheidungsträger zudem mit Blick auf den Klimaschutz. Das große Ziel, das sich die Räte in der Klausurtagung steckten, ist ein gemeinsames Mobilitäts- sowie ein gemeinsames Klimakonzept.

Punkt vier auf der Agenda: Eine engere Verzahnung bei der Kulturarbeit – bis hin zu konzertierter Öffentlichkeits- und PR-Arbeit der Städte.

Ergebnisse der Tagung werden ausgewertet und zusammengefasst

„Vieles läuft gut, manches könnte noch besser laufen“, konstatierte Bürgermeister Müller. Um die Befürchtungen vieler Stadträte (und Bürger) zu zerstreuen, dass die angestoßenen Planungen wie in der Vergangenheit wieder im Sande verlaufen, werde man „systematisch“ an das Ganze herangehen, kündigte Müller an. Die Ergebnisse der Klausurtagung würden nun ausgewertet, zusammengefasst und anschließend werde es ein erneutes Treffen hinter verschlossenen Türen geben, erläuterte Bürgermeister Heilinglechner. Bereits Ende Januar soll dieses zweite interkommunale Tête-à-tête stattfinden. In der Folge ist angepeilt, dass beide Stadtratsgremien alle sechs Monate zu bilateralen Gesprächen zusammenkommen – einzelne Arbeitsgruppen häufiger im Jahr.

Nächstes gemeinsames Treffen im Januar geplant

„Der Wille zur Kooperation muss über die Zeit gerettet werden“, sagte Moderator Dr. Götz Braun von der Kommunal-Beratungsgenossenschaft „KlimaKom“. Das Begonnene müsse nun konsequent fortgesetzt werden – unabhängig „von Wahlen und Personen“. Braun berichtete aus der Arbeitsgruppe „Kooperationen“, deren Mitglieder vorgeschlagen hätten, „einen gemeinsamen Beirat“ aus der Taufe zu heben. Die Besetzung: Stadträte und Verwaltungskräfte aus beiden Städten sowie externe Experten.

Müller und Heilinglechner danken den Räten und den Rathausmitarbeitern am Freitagabend ausdrücklich für die Teilnahme an der Klausurtagung. „Die Zusammenarbeit ist besser als ihr Ruf“, betonte Müller. Die Wolfratshauser Stadträtin Dr. Ulrike Krischke (BVW) startete motiviert ins Wochenende: „Wir haben uns hier heute nicht im Klein-Klein verzettelt, sondern sehr konzentriert und konstruktiv an gemeinsamen Maßnahmen gearbeitet.“ Es war „der ernsthafte Versuch, die Kooperation zu vertiefen“, stellte Moderator Braun fest.

cce

Knapp fünf Monate vor der Kommunalwahl beschäftigt das bevorstehende Ereignis die Parteien im Landkreis: So wählten etwa die Grünen im Landkreis einstimmig Klaus Koch zum Landratskandidaten. Ihn beunruhigt der Klimawandel - aber nicht nur der. In Icking haben die UBI mittlerweile ihre Bürgermeisterkandidatin benannt: Gemeinderätin Verena Reithmann, von Beruf Rechtsanwältin.

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