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Rauschgift „ist ein Thema bei uns“, sagt die Polizei.

Aktuelle Zahlen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

Kriminalität sinkt im Landkreis auf Tiefststand

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  • Peter Borchers
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Die aktuelle Kriminalstatistik offenbart: Zahl der Straftaten geht im Landkreis zurück.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Wenn die Rede auf die Sicherheitslage im Landkreis kommt, spricht Andreas Czerweny gerne von der „Insel der Glückseligen“, auf der die gut 126 000 Bürger hier leben – auch wenn Wolfratshausens Polizeichef seine Aussage pflichtschuldig relativiert, weil das so natürlich nur im Vergleich zu anderen Regionen zu sehen sei. Tatsache ist jedoch: 

Zwischen der Jachenau und Icking treiben kaum Kriminelle – und schon gar nicht die ganz schweren Jungs – ihr Unwesen. Im vergangenen Jahr fiel die Zahl der erfassten Straftaten sogar auf einen Tiefststand. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim jüngst präsentierte. 

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Polizeipräsident Robert Kopp stellte die Zahlen im jährlichen Sicherheitsgespräch im Tölzer Landratsamt vor. Demnach sank die Zahl der registrierten Straftaten im Vergleich zu 2017 um zwei Prozent auf 3945 – weniger waren es in den vergangenen zehn Jahren nie. Die Aufklärungsquote stieg um 2,5 Punkte auf 66,9 Prozent. Von den 2132 ermittelten Tatverdächtigen waren 730 Ausländer. Das ergibt eine Quote von 34,2 Prozent – im Vergleich zu einem Bevölkerungsanteil von 12,2 Prozent. 463 Tatverdächtige (21,7 Prozent) waren Kinder, Jugendliche und Heranwachsende.

Ein Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung ist die sogenannte Häufigkeitszahl. Die lag im Kreis mit 3137 Straftaten pro 100 000 Einwohner weit unter dem oberbayerischen (4345) und dem bayerischen Schnitt (4889).

Bezeichnend ist, dass dem Tölzer Inspektionschef Bernhard Gigl auf die Frage nach einem Aufsehen erregenden Kriminalfall der jüngsten Zeit im Südlandkreis spontan nur der Diebstahl eines Traktor-Rasenmähers in der Jachenau einfällt. Der allerdings liegt knapp zwei Jahre zurück – und ist übrigens bis heute ungeklärt. Die Zahl der Wohnungseinbrüche stagniert in Tölz, im Isarwinkel und im Loisachtal laut Gigl auf sehr niedrigem Niveau. Für den gesamten Landkreis meldet die Polizei gar einen Rückgang von 57 auf 24 Fälle.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte im Landkreis stieg um 18,3 Prozent auf 304 an. Zahlen, die die Inspektionen in Wolfratshausen und Geretsried für ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich bestätigen. „Rauschgift ist ein Thema bei uns“, sagt der Wolf–ratshauser Dienstellen-Vize Steffen Frühauf, und das betreffe sowohl den Eigenbedarf als auch die Beschaffungskriminalität. Die Hot Spots liegen an der alten Floßlände und am S-Bahnhof. „Dort kontrollieren wir häufig und haben „auch Erfolge bei der Aufklärung.“

Franz Schöttl, Chef der Geretsrieder Inspektion, bestätigt den Trend zu mehr Drogendelikten auch in seiner Stadt – darunter waren einige Fälle von Dealerei. Ansonsten beschäftigten Straftaten von Asylbewerbern die Geretsrieder Beamten. Laut Schöttl handelt es sich „mehrheitlich um Vergehen untereinander oder innerhalb der Unterkunft“. Und natürlich erinnert sich der Inspektionsleiter an den versuchten Totschlag auf der Böhmwiese:Im vergangenen Juni hatte ein 18-Jähriger während der Sonnwendfeier der Egerländer Gmoi einen Maßkrug auf einen Polizisten geworfen. Der junge Mann kam in Untersuchungshaft und muss sich vor Gericht verantworten. Alle Zahlen und Details speziell für Geretsried diskutiert Schöttl übrigens Anfang Mai im Zuge eines Sicherheitsgesprächs mit Rathauschef Michael Müller.

Für Schöttls Wolfratshauser Kollegen Frühauf war die spektakulärste Straftat im Vorjahr der Überfall auf eine Tankstelle an der Königsdorfer Straße am 6. September. Ein mit einer Pistole bewaffneter Mann hatte eine geringe Menge Bargeld erbeutet. Die Kripo Weilheim, die die Ermittlungen übernahm, sucht den Täter bis heute. Beinahe täglich Brot für Frühauf und seine Kollegen sind dagegen Internet-Betrügereien. Auch mit Fällen, bei denen falsche Polizeibeamte, der sogenannte Enkeltrick oder betrügerische Schlüsseldienste eine Rolle spielen, „hatten wir 2018 relativ häufig zu tun“, sagt Wolfratshausens Polizei-Vize.

as/peb

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