Kreisklinik Wolfratshausen
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Für den Erhalt der Kreisklinik Wolfratshausen haben sich die Stadtratsgremien aus Wolfratshausen und Geretsried in einer gemeinsam formulierten Resolution ausgesprochen.

„Muss in kommunaler Hand bleiben“

Einstimmig: Stadträte verabschieden Resolution pro Kreisklinik Wolfratshausen

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Die Stadträte aus Wolfratshauen und Geretsried haben eine Resolution für den Erhalt der Kreisklinik verabschiedet. Hinter den Kulissen gibt es Misstöne.

Wolfratshausen/Geretsried – Die Stadträte aus Wolfratshausen und Geretsried haben am Montagabend in einer gemeinsamen Sitzung in der Loisachhalle ein Bekenntnis zur Kreisklinik abgelegt. Die Bürgervertreter verabschiedeten mit 53:0 Stimmen eine Resolution zum Erhalt des Krankenhauses am Moosbauerweg. Die Resolution im Wortlaut: „Wir setzen uns für den Erhalt der Kreisklinik mit nachfolgendem Mindestleistungsspektrum ein: eine 24-stündig besetzte Notfallambulanz, Intensivmedizin, Chirurgische und Innerer Abteilung sowie eine stationäre klinische Geburtshilfe.“ Und weiter: „Um die Kreisklinik Wolfratshausen in ihrem derzeitigen Bestand zu sichern, fordern wir, Kooperationen mit anderen Häusern – nach dem erfolgreichen Kooperationsmodell im Bereich der Geburtshilfe und Gynäkologie zwischen der Kreisklinik und dem Klinikum Starnberg – zu suchen und zu verhandeln.“

„Eine medizinische Grundversorgung ist wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge und muss in kommunaler Hand bleiben.“

Zitat aus der verabschiedeten Resolution

Eine „angedachte oder geplante Ausschreibung von Anteilen der gemeinnützigen Kreisklinik GmbH durch den Kreistag“ lehnen die Stadtratsgremien der beiden Kommunen ab. Denn: „Eine medizinische Grundversorgung ist wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge und muss in kommunaler Hand bleiben“, heißt es in der Resolution. Die Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) und Michael Müller (CSU) fordern Landrat Josef Niedermaier (FW) sowie den 60-köpfigen Kreistag auf, „diese Resolution, welche die Forderungen unserer Bevölkerung wiedergibt, zu erfüllen.“

Landrat Niedermaier ist „menschlich enttäuscht“

Im Vorfeld der Sitzung ist es wie berichtet zu Misstönen zwischen Niedermaier und den zwei Rathauschefs gekommen. Der Landrat hatte den Bürgermeistern per E-Mail am 11. Mai angeboten, dass er oder ein anderer Vertreter des Landkreises den Räten am Montagabend in der Loisachhalle Rede und Antwort stehen würde. Nach Angaben des Landrats reagierte Müller – auch im Namen seines Wolfratshauser Amtskollegen – erst wenige Stunden vor der Sitzung per E-Mail, die unserer Zeitung vorliegt. Darin erklärt Müller, dass in der Sitzung am Abend „lediglich“ die „Willenserklärung der beiden Stadtratsgremien“ zum Ausdruck gebracht werden solle. „In dieser Sitzung geht es nicht um eine inhaltliche Bewertung der diversen Gutachten, Stellungnahmen und Vorschläge“ rund um die Wolfratshauser Kreisklinik, die bis dato diskutiert worden seien. Müller betont jedoch in seiner E-Mail an Niedermaier: Die Aussprache „über die Inhalte, Beweggründe und zukünftigen Konzepte der Gesundheitsvorsorge in unserer Region“ seien „ganz sicher“ für die Bürger von „großem Interesse“. Müller und Heilinglechner schlagen aus diesem Grund vor, Niedermaier zur nächsten Bürgerversammlung in Wolfratshausen beziehungsweise Geretsried einzuladen.

Landrat Niedermaier, Aufsichtsrats-Vorsitzender der Kreisklinik gGmbH, macht keinen Hehl aus seiner „großen menschlichen Enttäuschung“. Er hätte sich gerne der öffentlichen Diskussion mit den Stadträten in der Wolfratshauser Loisachhalle gestellt, lässt er die zwei Bürgermeister per E-Mail wissen. Denn bei dieser Gelegenheit hätte er „Falschbehauptungen“ aus der Welt schaffen können. Zum Beispiel: „Niemand will die Kreisklinik schließen!“ Das wüssten Heilinglechner und Müller als Kreisräte, „die den Prozess von Anfang an begleiten, sehr wohl“. Aber: „Keiner von Euch beiden bringt dazu den Mund auf.“ (cce)

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