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Lesestoff für kalte Tage: Das empfiehlt Anne Hofbauer von der Buchhandlung Rupprecht.

Was empfiehlt der Buchexperte?

Wolfratshausen/Geretsried: Zeit zum Schmökern - diese Bücher empfehlen Experten für die kalte Jahreszeit

Winterzeit ist Schmökerzeit: Gerade in der kalten Jahreszeit locken gemütliche Couchabende mit einem guten Buch. Unsere Zeitung hat sich umgehört: Diese Bücher empfehlen Experten aus Wolfratshausen und Geretsried.

Wolfratshausen/Geretsried – Am späten Nachmittag dämmert es bereits, das Thermometer zeigt Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die düstere Jahreszeit ist wieder da. Zeit, um sich mit einer Tasse Tee aufs Sofa zu kuscheln und in einem Buch zu schmökern. Wir haben Experten nach ihren Empfehlungen gefragt – zum selbst Lesen oder als Päckchen unterm Weihnachtsbaum.

Buchhändlerin Silvia Ulbrich von der gleichnamigen Buchhandlung in Geretsried muss nicht lange über ihre beiden Tipps nachdenken. „Wir hatten erst kürzlich eine Veranstaltung in unserer Bücherei, bei der wir unsere zehn Lieblingslektüren aus dem Jahr 2018 vorgestellt haben“, berichtet Ulbrich. Daran angelehnt legt die Fachhändlerin Bücherliebhabern den Debütroman „Dunkelgrün fast schwarz“ von Mareike Fallwickl ans Herz. Auch den zweiten Roman der Autorin Celeste Ng mit dem Titel „Kleine Feuer überall“ kann Ulbrich empfehlen.

„Mein absolutes Lieblingsbuch des Jahres ist der Thriller ,Der Schatten‘ von Melanie Raabe“, sagt Anne Hofbauer von der Buchhandlung Rupprecht in Wolfratshausen. Die Handlung werde von Seite zu Seite atemloser, sodass man das Buch nicht mehr weglegen könne. In „Der Schatten“ geht um Norah, die gerade erst von Berlin nach Wien gezogen ist. Als sie durch die Stadt streift, sagt ihr plötzlich eine Bettlerin, dass sie am 11. Februar einen Mann namens Arthur Grimm töten wird. Norah findet das zunächst lächerlich, aber dann reihen sich seltsame Ereignisse aneinander.

Eine weitere Empfehlung der Wolfratshauser Buchhändlerin ist „Neujahr“ von Juli Zeh. Damit sei der Autorin ein kurzer und fulminanter Roman gelungen, „vielleicht sogar ihr bester“, sagt Hofbauer. Die Autorin behandele ein aktuelles Thema: Den überforderten Mann, der an seinen Ansprüchen an sich selbst scheitert. Zeh verknüpft einen Gesellschaftsroman mit einem Thriller, der, so die Expertin, „spannender nicht sein könnte“.

Silke Vogel, Leiterin der Stadtbücherei Wolfratshausen liest selbst gerne Krimis. „Deshalb kann ich ,Die Opfer, die man bringt‘ von Hans Rosenfeldt und Michael Hjorth empfehlen“, sagt sie. Ein Ermittlerteam muss eine perfide Vergewaltigungsserie stoppen, hat aber auch mit eigenen Konflikten zu tun. Für Tierfreunde sei der Roman „Die Mondschwester“ aus der Reihe „Die sieben Schwestern“ von Lucinda Riley einen Blick wert, so Vogel. Ein sehr aktuelles Buch, das die Büchereileiterin Leseratten ans Herz legen möchte, ist der historische Roman „Die Tochter des Uhrmachers“ von Kate Morton.

Einen Jugendbuchtipp hat Björn Rodenwaldt, Leiter der Stadtbücherei Geretsried. In „Wenn Worte meine Waffe wären“ von Kristina Aamand geht es um ein junges Mädchen, das als einzige Muslima in ihrer Schule viel einzustecken hat. Als ihr Vater ins Krankenhaus muss, weiß sie nicht mehr weiter. „Das Einzige, was hilft, sind ihre Texte, die sie kunstvoll-provokativ mit Bildern verwebt“, erklärt Rodenwaldt. „Niemals würde sie diese jemanden zeigen. – bis sie sich verliebt und ihre Worte plötzlich Kraft haben.“ Wer lieber Historisches mag, dem empfiehlt Rodenwaldt den epischen Roman „Das Licht zwischen den Zeiten“ von Sophia von Dahlwitz über eine zerbrechende Familie – ein Sittengemälde der 20er Jahre.

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Allen Eltern legt der Leiter der Geretsrieder Stadtbücherei ein Sachbuch nahe: „Digitale Hysterie: Warum Computer unsere Kinder weder dumm noch krank machen“ von Georg Milzner. Der Psychotherapeut beleuchtet „kritisch und ohne die Risiken zu verschweigen“, so Rodenwaldt, den Umgang mit der digitalen Welt. „Er stellt fest, Computerkinder sind viel gesünder, sozialer und intelligenter als ihr Ruf.“

Von Laura Hellwig

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