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Golfanlage am Bergkramerhof bleibt für Spaziergänger geöffnet

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Hat mit einem ungewöhnlichen Vorstoß überrascht: Dr. Josef Hingerl, Geschäftsführer der Golfanlage am Bergkramerhof. © Foto: MM-Archiv

Dr. Josef Hingerl, Geschäftsführer der Golfanlage am Bergkramerhof, hat das Green am Wochenende für Spaziergänger geöffnet. Dabei soll es bis auf weiteres bleiben.

Wolfratshausen Auf seinen schriftlichen Antrag an die Bundeskanzlerin, die Regierung möge zügig deutschlandweit alle Golfplätze wieder freigeben, damit die Menschen dort ihre Immun- und Nervensysteme stärken können, war das Bundeskanzleramt bis vorigen Freitag eine Antwort schuldig geblieben. Das hinderte Antragsteller Dr. Josef Hingerl nicht daran, seine für den Spielbetrieb gesperrte Golfanlage Bergkramerhof am Samstag und Sonntag für die Bevölkerung zu öffnen. Jeweils von 10 bis 17 Uhr sollten sich Interessierte das Green ohne Spielbetrieb anschauen können. Mit Golfbesteck war das Betreten des Platzes nicht gestattet.

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Die Sache war ein voller Erfolg, wenn man dem Präsidenten Glauben schenken darf. „Am Samstag und Sonntag besuchten jeweils rund 100 Personen aus der unmittelbaren Region den Bergkramerhof“, teilte Dr. Hingerl am Montagmittag in einer Presseerklärung mit. Weiter heißt es: „Wir sahen nur glückliche Gesichter.“ Der Präsident habe abwechselnd mit einer Rangerin – eine Frau, die sich während des Golfbetriebs darum kümmert, dass der Platz zügig bespielt wird – darauf geachtet, dass die Flaneure ausreichend Abstand hielten. „Es gab keinerlei Probleme. Auch die Polizei erschien zur Kontrolle, wie an jedem Tag.“

Der Golfverband ist über die Aktion nicht glücklich 

Letzteres bestätigen die Beamten. Sie waren nach Hingerls  Ankündigung vom Landratsamt gebeten worden, die Platzsperre zu kontrollieren. Aber den Polizisten präsentierte sich offenbar ein anderes Bild. „Die Anlage wurde am Samstag und am Sonntag mehrfach überprüft. Es musste nicht eingegriffen werden. Es wurde überhaupt niemand angetroffen“, teilte die Pressestelle der Polizei auf Anfrage unserer Zeitung mit. Da fragt man sich: Wie kann das sein? Der Golfclub-Präsident zog nach dem Run auf sein Gelände ein zufriedenes und motivierendes Resümee. Nach den „positiven Erfahrungen“ habe er entschieden, schreibt Hingerl, dass das Golfplatzgelände bis zur erlaubten Eröffnung des Spielbetriebs der Allgemeinheit weiter zur Verfügung gestellt wird. „Stichpunktartig werden Kontrollen durchgeführt. Rechtliche Bedenken gibt es nicht“, so der Rechtsanwalt. „Alles läuft ab im Einklang mit der Allgemeinverfügung der Bayerischen Staatsregierung.“

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Der Bayerische Golfverband hat eine eigene Meinung zu den Aktivitäten am Bergkramerhof. „Wir halten uns an die Vorgaben. Wir wollen keine Lex Golf. Natürlich werden wir als Dachverband auch politischen Einfluss geltend machen und zu gegebener Zeit Maßnahmen ergreifen. Bis dahin bleiben die Golfplätze geschlossen, auch wenn das nicht jedem gefällt“, sagt Geschäftsführerin Heidrun Klump und betont: „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, solche Einzelmaßnahmen helfen uns nicht.“

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