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Einsatzbereit: Janine (links) und Helmut Gröger mit dem Präzisionsmessgerät GO-ATC, das in der Lage ist, feinste Spuren der von synthetischen Ölen und ihren Additiven stammenden Giftstoffe in der Atemluft zu messen.

Pfiffig, aber kaum interessant

Firma erfindet Sicherheits-Revolution für Flugzeuge

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Wolfratshausen - Die Firma Gröger & Obst hat ein Gerät entwickelt, das mikrofeine Spuren von Öl und Umweltgiften in der Luft messen kann. Es könnte eine neue Dimension in der Überwachung der Atemluft in Flugzeugen eröffnen.

Viele Flugpassagiere sowie Besatzungsmitglieder haben es schon erlebt: Rauch oder intensiver, beißender Geruch in der Flugzeugkabine, der nicht lokalisiert werden kann – im Fachjargon „Fume Events“ genannt. Diese führten bereits zu zahlreichen Zwischenlandungen, aber auch zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Passagieren und Personal, die von Übelkeit und Missempfindungen bis hin zu Langzeitschäden reichen – dem sogenannten „Aerotoxischen Syndrom“. Inzwischen scheinen auch Todesfälle darauf zurückzuführen zu sein, was unter anderem in Großbritannien kürzlich bestätigt wurde. Dass es solche Zwischenfälle künftig nicht mehr gibt, dafür könnte ein Präzisions-Messgerät made in Wolfratshausen sorgen.

Welche Vorteile hat die Überwachung?

Der GO-ATC, entwickelt von der Firma Gröger & Obst, kann mikrofeine Spuren von Öl und Umweltgiften in der Luft messen. Eingesetzt wird das Gerät unter anderem zur kontinuierlichen Messung von Kompressorluft wie etwa bei den Atemluftkompressoren der Feuerwehr oder bei der Reinraumüberwachung in Kliniken. Welche Vorteile aber hätte der Einsatz des patentierten GO-ATC in einem Flugzeug?

„Die Zapfluft kommt von den Triebwerken“, erläutert Helmut Gröger. „Wird eine Verunreinigung der Atemluft von einem Triebwerk festgestellt, könnte die Zapfluft dieses Triebwerks abgestellt und nach der Landung eine Reparatur vorgenommen werden. Damit schützt man die Menschen im Flugzeug und spart sich eine aufwändige Fehlersuche, die man immer durchführen muss, wenn ungeklärte Gerüche oder Rauch auftreten.“ Kurz und gut: Mit Hilfe des Geräts könnte die Luft in Flugzeugkabinen ununterbrochen und in Echtzeit überwacht werden. Bei gefährlichen Abweichungen könnte sofort reagiert werden. Bisher mussten aufwändig Proben entnommen und im Labor untersucht werden.

Das Gerät ist klein, aber stößt auf Desinteresse

Janine und Helmut Gröger traten an Luftfahrverbände und Fluggesellschaften heran, als sie von den Folgen des „Aerotoxischen Syndroms“ hörten. „Unser Gerät ist durch Weiterentwicklung inzwischen klein und tragbar geworden und könnte jederzeit in einem Verkehrsflugzeug eingesetzt werden“, sagt Janine Gröger gegenüber unserer Zeitung. Doch selbst das Angebot an eine große deutsche Fluggesellschaft, das Gerät kostenlos zu testen, sei auf Desinteresse gestoßen. Ohne Reaktion, ergänzte das Ehepaar Gröger, seien auch mehrere Präsentationen vor hochrangigen Vertretern der Luftfahrt geblieben. Offenbar überwiege die Sorge, damit eine Lawine loszutreten und mit immensen Schadenersatzforderungen konfrontiert zu werden.

Pilotenvereinigung setzt große Hoffnungen in die Messungen

Die Pilotenvereinigung „Cockpit“ hingegen setzt große Hoffnungen in die Messungen. „Cockpit“ fordert – wie Vorstandsmitglied Jörg Handwerg unserer Zeitung bestätigt – bereits seit mehr als sieben Jahren geeignete Maßnahmen, stößt dabei aber auf taube Ohren. Flugtechnisch werde alles getan, um den Luftverkehr sicher zu machen. Gegen eine drohende Vergiftung von Passagieren und Besatzungsmitgliedern hingegen werde nichts unternommen, sagte Handwerg.

von Wolfgang Tutsch

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