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Das Ziel der Grünen: Günstige Wohnungen - auch für Normalverdiener

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Von: Dominik Stallein

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Wünschen sich eine Linderung des Siedlungsdrucks: Dr. Hans Schmidt (hinten li.) und Dr. Jürgen Schade (stehend).
Wünschen sich eine Linderung des Siedlungsdrucks: Dr. Hans Schmidt (hinten li.) und Dr. Jürgen Schade (stehend). © Hans Lippert

In Wolfratshausen - und im ganzen Münchner Süden - sind die Mieten extrem teuer. Die Grünen suchen Lösungen - und haben jetzt eine Idee.

Wolfratshausen – Die stetig steigenden Grundstückspreise und Mieten, die sich Normalverdiener kaum noch leisten können, bereiten dem Ortsverband der Grünen Sorgen. Der Umweltreferent des Stadtrats, Dr. Hans Schmidt, lud deshalb am Dienstag zu einem Vortrag von Dr. Jürgen Schade ein. Der Patentrechtler und ehemalige Gautinger Gemeinderat berichtete über die Chancen „Sozialgerechter Bodennutzung“ (SoBoN).

Wolfratshausen: Grüne wollen günstigere Mieten - Preise explodieren

„Boden ist nicht vermehrbar, und seine Verwendung sollte der Allgemeinheit dienen“, stellte Schmidt in seiner Einführungsrede klar. Er verwies darauf, dass der Stadt Wolfratshausen nur noch wenig bebaubare Fläche zur Verfügung steht. Die Umwandlung von Ackerland in Bauland mit Planungsgewinnen in der Größenordnung von 1000 bis 1500 Euro pro Quadratmeter sei mehrmals Thema im Bauausschuss gewesen. Diese Gewinne könnten laut Schmidt für die Schaffung von öffentlichen Infrastruktureinrichtungen wie beispielsweise Kindergärten, Spielplätze, Schulen und sozialem Wohnungsbau verwendet werden.

Grüne in Wolfratshausen: Sozialwohnungen alleine reichen nicht

Jürgen Schade erläuterte daraufhin die Möglichkeiten und juristischen Grundlagen der SoBoN. „Neben dem Bau neuer Sozialwohnungen sollten Wohnungen für Normalverdiener, insbesondere auch junge Familien geschaffen werden“, forderte der 78-Jährige. Als Beispiel für die Umsetzung dieser Vorgabe nannte er die Millionenmetropole München, die SoBoN bereits 1994 eingeführt hat und „gute Erfahrungen mit der Kooperation von Grundeignern, Investoren und Baugesellschaften gemacht hat“. So ersparte sich die bayerische Landeshauptstadt 2009 fast 500 Millionen Euro für öffentliche Infrastruktur und erhielt fast vier Millionen Quadratmeter Grund und Boden kostenlos für öffentliche Zwecke oder Nutzungsrechte.

Freising, Gauting, Planegg: Viele Städte haben diese Idee schon eingeführt

Schade verwies darauf, dass auch Städte wie Freising oder Gemeinden wie Gauting und Planegg Richtlinien für eine sozialgerechte Bodennutzung im Vorfeld von neuen Baulandausweisungen eingeführt haben. Voraussetzung sei die Einführung einer SoBoN-Richtlinie durch den Stadtrat. Vor dem Beschluss der Satzung des Bebauungsplans sei ein städtebaulicher Vertrag mit dem Bauinteressenten nötig. „Darin erfolgt unter anderem die Festlegung der Minderung eines Teils der Boden- oder Mietpreise“, erklärte der Experte.

Heinloth (Grüne): Wohnraum für Pflegekräfte wird benötigt

Dass ein solches Modell auch in Wolfratshausen umsetzbar wäre, glaubt die Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth. „Wir haben hier einen großen Siedlungsdruck und müssen auch Wohnraum für Pflegekräfte schaffen“, sagte sie. SPD-Stadtrat Fritz Schnaller und Schmidt wünschen sich einen SoBoN-Antrag im Stadtrat. Schmidt zählt bei der Umsetzung auch auf die Unterstützung der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, kurz StäWo.

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