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Nette Verkäufer, freundliche Kunden: Die Stimmung auf dem Wochenmarkt ist eigentlich gut. Ein Mitarbeiter der Stadt hat allerdings vor kurzem für Verdruss gesorgt.

Grüner Markt

Kundin beklagt "Kasernenhof-Ton"

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Wolfratshausen –Eine Kundin des Wochenmarktes beklagt den rüden Umgangston der Stadt. Sie will dort nicht mehr einkaufen. Der Sprecher der Marktleute kontert die Kritik.

Es begann als nette Einkaufsplauderei – und endete mit dem Vorsatz, nie mehr auf dem Wolfratshauser Wochenmarkt einzukaufen. Aber der Reihe nach: Carlotta Wittum wollte an einem der Markttage vor Ostern ihre Einkäufe erledigen. Unter anderem machte sie am Pasta-Stand Station, zum einen, weil sie dort immer gute Nudeln bekommt und zum anderen, weil sich mit den beiden netten, freundlichen Inhabern immer mal wieder ein anregendes Gespräch ergibt. Auch an besagtem Freitag um kurz nach 13 Uhr. Das Gespräch wurde jedoch „rüde abgewürgt, als ein Mitarbeiter der Stadt erschien und in barschem Kasernenhof-Ton die beiden italienischen Verkäufer vor uns Kunden lautstark und unter Androhung von Sanktionen anherrschte: ,Du zahlst für jede Minute nach 13 Uhr, oder Du kannst gehen‘.“ Die gescholtenen Standbetreiber packten Wittum zufolge unter vielen Entschuldigungen – „mi dispiace, signori“ – eiligst ihre Sachen zusammen, „während der Stadtmitarbeiter an den übrigen Ständen vorbei marschierte, an denen munter weiter verkauft wurde“.

Carlotta Wittum ärgern an dem Vorfall gleich zwei Dinge: Zum einen der rüde Umgangston, zum anderen die ihrer Ansicht nach undurchsichtige Verkaufszeit auf dem Wochenmarkt. Schließlich werde im Internet dafür geworben, dass der Grüne Markt bis 14 Uhr stattfindet. „Kunden wie ich, die das für bare Münze nehmen, verstanden diesen Auftritt daher überhaupt nicht.“ Offenbar haben andere Markthändler den Kunden beigepflichtet. Das sei eben „der Ton von Wolfratshausen“ sollen sie gesagt haben, außerdem sollen sie ihre Angst geäußert haben, durch derartige Vorkommnisse weiter an Kundschaft zu verlieren. Beim Besuch unserer Zeitung auf dem Wochenmarkt wollen sich die Italiener am Pasta-Stand nicht zu dem Vorfall äußern. Außer einem „Mi dispiace, tut mir leid“ sagen sie nichts. Andere Händler bestätigen zwar den Vorfall und ja, der Mitarbeiter des Bauhofs sei schon sehr rüde im Ton gewesen. Auf der anderen Seite wüssten alle Händler inzwischen, dass ab 13 Uhr Feierabend ist, weil dann die Marktstraße wieder aufgemacht werde. Ansonsten sprechen sie von einem guten Miteinander und ordentlichen Umgangsformen der Stadtmitarbeiter.

Eine Einschätzung, die Volker Reeh bestätigt. Der Sprecher der Marktleute lobt explizit die Zusammenarbeit mit der Wolfratshauser Stadtverwaltung, „das funktioniert wirklich gut“. Es seien aber ein oder zwei Betreiber dabei, die brauchen, was das pünktliche Aufräumen angeht, „eine direktere Ansprache, manche sind da vielleicht ein bisschen empfindlich“. Einen größeren Schaden für den Markt befürchtet Reeh wegen des einen Vorfalls nicht. „Die Leute von der Stadt wissen schon, wie man damit umgehen muss.“

Carlotta Wittum weiß das auch. Für die Wolfratshauserin ist es „Tagträumerei“, unter solchen Gegebenheiten eine Belebung des Markts und das große Einkaufserlebnis zu erhoffen, die Verantwortlichen immer wieder beschwören würden. Das Motto „Von Mensch zu Mensch“, mit dem die Stadt ihren Grünen Markt bewerbe, werde durch solche „Einklaufserlebnisse“ ad absurdum geführt. Für sie steht fest: „Ich kaufe künftig lieber auf Märkten in menschenfreundlicheren Städten ein.“ fla

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