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Der Einfirsthof „Eierwastl“ in Degerndorf ist 490 Jahre alt. 

Im Gespräch mit Oliver Kellermann

Gut leben in einem Denkmal: Experte erklärt, wie das geht

1500 bewohnte Baudenkmäler gibt es im Landkreis. Wir haben mit einem Experten darüber gesprochen, was bei einer so speziellen Immobilie zu beachten ist. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Landkreis gibt es über 1500 Baudenkmäler, die bewohnt sind. Ob Maulhof oder Eierwastl: Immer wieder retten Privatleute historische Gebäude und Bauernhäuser vor dem Verfall, um darin zu leben. Wie aufwendig so etwas ist, darüber hat unser Mitarbeiter Dominik Stallein mit Oliver Kellermann, Leiter der Bauabteilung im Landratsamt, gesprochen.

-Herr Kellermann, was dürfen Menschen, die in einem Denkmal leben, in puncto Modernisierung tun?

Generell muss für jede Veränderung an einem Denkmal eine Erlaubnis eingeholt werden. Das ist im Bayerischen Denkmalschutzgesetz so verankert. Ob letztlich Auflagen erforderlich sind oder nicht, hängt sehr stark vom jeweiligen Denkmal und der geplanten Maßnahme ab. Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

-Sind Renovierungsarbeiten an einem Denkmal teurer als üblich?

Dazu liegen uns keine belastbaren Daten vor.

-Wie werden Bauarbeiten am Denkmal finanziert? Gibt es Zuschüsse?

Ja, solche Zuschüsse für Denkmalsanierungen gibt es, genauso wie Steuererleichterungen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege kann hierzu beraten.

-Was blüht mir, wenn ich mein denkmalgeschütztes Haus ohne
Erlaubnis saniere?

Oliver Kellermann:Leiter der Bauabteilungim Landratsamt.

Das darf man natürlich nicht. Wenn Veränderungen an einem denkmalgeschützten Haus ohne die erforderliche denkmalschutzrechtliche Erlaubnis durchgeführt werden, droht zunächst ein Einschreiten der Bauaufsicht. Außerdem kann ein Bußgeld verhängt werden. Das kann bis zu einer Höhe von 500 000 Euro reichen.

-Wie verhält es sich bei Bauvorhaben von Kommunen? Stehen Nutzungswunsch und Denkmalschutz in Konflikt?

Selbstverständlich werden nicht immer alle Nutzungswünsche mit dem Denkmalschutz zu vereinbaren sein. Eine Unterscheidung zwischen Kommunen und Privatpersonen sieht das Denkmalschutzrecht nicht vor.

-Hand aufs Herz: Würden Sie in einem Denkmal leben wollen?

(lacht) Das tue ich. Ich lebe in einem denkmalgeschützten Haus. Der Dielenboden knarrt etwas beim Darübergehen, aber an sich lebt es sich dort recht gut. Meines Wissens wollen durchaus auch andere Menschen in einem Denkmal leben, es gibt für solche Objekte mittlerweile einen eigenen Immobilienmarkt.

Dominik Stallein

Lesen Sie auch: Familie Noppes rettet den 490 Jahre alten „Eierwastl“

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