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Händler besorgt über die schwindende Attraktivität der Innenstadt

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Von: Peter Herrmann

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Die Wolfratshauser Geschäftsleute sorgen sich um die Attraktivität der Innenstadt und fordern vom neuen Stadtmanager Dr. Stefan Werner Maßnahmen. © sh

Die Mitglieder des Werbekreises Einkaufsstadt Wolfratshausen fordern konkrete Maßnahmen vom neuen Stadtmanager Dr. Stefan Werner.

Wolfratshausen – Keinen leichten Stand hatte Stadtmanager Dr. Stefan Werner in der Mitgliederversammlung des Werbekreises Einkaufstadt Wolfratshausen am Dienstagabend im Wirtshaus Flößerei. Einige Händler verlangten von Werner eine „To-do-Liste“ beziehungsweise die rasche Umsetzung ihrer Wünsche.

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Fritz KochDer Juwelier, der viele Jahre dem Vorstand des Werbekreises angehörte, kritisierte in der jüngsten Mitgliederversammlung die Beleuchtung in der Wolfratshauser Altstadt. © Archiv

„Die Beleuchtung in der Marktstraße ist seit vielen Jahren ein Manko“, kritisierte Fritz Koch. Der Juwelier, der ein Geschäft am Untermarkt betreibt, erinnerte daran, dass die Beleuchtung früher durch einen „Helligkeitsdimmer“ geregelt worden sei. Der habe auch funktioniert, wenn die Sicht durch starken Regen oder dunkle Wolken plötzlich beeinträchtigt wurde. Mittlerweile würden die Lampen nach seiner Meinung willkürlich ein- und ausgeschaltet. „Wenn wir Händler dann noch unsere Schaufensterbeleuchtung ausschalten, wird’s zappenduster in der Markstraße“, monierte Koch. Mit einer Aufwertung der Beleuchtung könnte sich Werner nach der Auffassung von Koch „berühmt in Wolfratshausen machen“.

Der ehemalige Werbekreis-Vorsitzende Peter Fischer forderte eine „To-do-Liste“ vom neuen Stadtmanager. Die Kommune habe in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel Geld für Gutachten und das Stadtberatungs-Unternehmen Cima ausgegeben. Die daraus resultierenden Maßnahmen seien überschaubar geblieben.

Fischer: „Was sehen und spüren wir?“

„Was bringen Sie mit? Was sehen und spüren wir?“, fragte Fischer. Werner verwies darauf, dass er erst seit Februar im Amt ist – aber seine Bestandsaufnahme mittlerweile fast abgeschlossen sei. In den vergangenen Wochen sei er bei vielen Unternehmern und Vereinen gewesen, um Gespräche zu führen. „Ich wollte wissen: Was brennt den Leuten unter den Nägeln?“ Noch in diesem Sommer sollen die in Zusammenarbeit mit der Lenkungsgruppe erstellten „Fahrpläne“ für die Stadtentwicklung stehen. „Da brauche ich auch ihre Unterstützung“, betonte Werner.

Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller bat darum, dem Stadtmanager noch Zeit zu geben. Auch seine Ehefrau Ingrid, Vorsitzende des Werbekreises, brach eine Lanze für Werner. „Er ist für alles offen und ansprechbar. Da ist viel Energie da“, sagte sie.

Um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und die Attraktivität der Geschäfte zu erhöhen, will die Werbekreischefin „Projekte für jeden Tag vorantreiben“. Der Ausbau von Online-Plattformen, auf denen die Händler ihr Warenangebot anpreisen können, ist laut Werner zwar wünschenswert. Doch die Pflege der Internetseiten würde „viel Personalaufwand“ voraussetzen. Erfolgversprechender sei der Vorstoß von Vize-Rathauschef Schnaller: Der kämpft für die Umgestaltung der Marktstraße im Zusammenhang mit der Aufwertung des westlichen Loisachufers und des Bergwalds.

Am Ende der zweistündigen Versammlung brachte Peter Fischer die Stimmung vieler Wolfratshauser Einzelhändler auf den Punkt: „Die Erwartungshaltung ist hier sehr groß. Ich wünsche Ihnen viel Glück, Herr Werner!“

ph

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