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Ein charmanter Grantler: Harry G.

In der ausverkauften Loisachhalle

Harry G und seine charmanten Schimpftiraden

Wolfratshausen - Mit einer Publikumsbeschimpfung begann der Auftritt von Harry G in der ausverkauften Loisachhalle. Am Ende gab es tosenden Applaus. 

„Klatsch Du fauler Hund, Du fauler!!!“ Lässig, in Jeans, T-Shirt und mit Hut, stand Harry G auf der Bühne der ausverkauften Loisachhalle. Applaus war aufgebrandet, als er auf die Bühne kam. Aber ein Zuschauer aus der ersten Reihe hatte nicht mitgeklatscht. Beim Weiterschimpfen verhinderte sein charmantes Lächeln, dass sich jemand persönlich verletzt fühlen könnte. Dafür brauchte er keine zwei Minuten, dass ein Szenenapplaus den anderen jagte.

„I kannt scho wieda schbeib’m“, grantelte er weiter. „Aber wisst’s, warum I wirklich schbeib’m kannt?“ Und schon hatte er zu einer eineinhalbstündigen Schimpftirade übergeleitet. Von Duisburg als „asozialste Stadt, die i kenn“ kam er über brillant imitierte Begrüßungsformeln zum bayerischen „Servus“. Seine Übersetzung: „Der Bayer ist immer und überall zum Dienen bereit.“

Über das Geberland Bayern landeten die Zuschauer mit viel Publikumsinteraktion bei Deppn und bei Facebook. Selfies und WhatsApp-Gruppen führten weiter zu Harry Gs Mama: „Die kommt aus einer Generation, wo man einfach nicht auf Bildschirmen herumgetappt hat. Die einzige Oberfläche, auf der man schon immer ungestraft herumschmieren durfte, ist die Glasscheibe von der Wurschttheke.“

Weiter ging es über Dating und Singlemänner zu den Schmetterlingen im Bauch, „die ja doch irgendwann zu Kellerasseln werden“. Das Selfie-Thema begleitete die Zuschauer durch die Pause. Und eine von ihnen sogar anschließend auf die Bühne, um vorzuführen, wie Frauen aus Selfies mit Harry G ein „Casting“ machen. Irgendwie landete man anschließend bei „Muckibuden“ mit „Muskelzwergen“, und über Fitnesstrainer bei den Franken: „I woaß aa ned, warum mei Franke auf der Bühne immer so lispelt“. Und da musste sogar Harry G lachen. Statt Fitness und Franken („Dunkelbayern“) widmete er sich lieber der Ernährung: „Grillpartys ohne Fleisch sind wie Frauen mit Migräne. Am Ende bist mit deinem Maiskolben immer alloa.“

Zum Abschluss der knapp zweistündigen Vorstellung stellte er die Frage, wie alt man werden muss, damit einem alle Ernährungs- und Modetrends egal sein können. Das wäre dann das „Jack-Wolfskin-Alter“, das der Künstler selbst mit 37 aber noch nicht erreicht hat. „I muaß jeden von dene g’schissenen Trends immer mitmacha.“

Eine Zugabe musste er auch noch geben. Was die Zuschauer an diesem Abend sonst noch gelernt haben: Tinder ist das RTL2 des Datings, Smoothies sind eigentlich Kompost, und Biohähne krähen in Dur. Wer bei der nächsten Vorstellung maximal in die Publikumsinteraktion eingebunden werden möchte, sollte am besten in der ersten Reihe sitzen, joggen, über keinen Facebook-Account verfügen, Single sein und schon einmal eine MPU absolviert haben. In diesem Sinne: „#HarrydieEhre!“

von Carina Sappl

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