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Wer will den Untermarkt 10 ?

Nach öffentlicher Ausschreibung

Wolfratshausen hat zwei Interessenten für Gebäude am Untermarkt 10

Das Gebäude am Untermarkt 10 treibt die Stadt Wolfratshausen schon lange um. Jetzt deutet sich eine Lösung an.

Wolfratshausen Das renovierungsbedürftige Gebäude am Untermarkt 10 beschäftigt den Stadtrat schon lange. Bürgermeister Klaus Heilinglechner hatte die Immobilie kürzlich öffentlich ausgeschrieben – ein Erbpachtnehmer wurde gesucht. Entgegen der Zweifel einiger Stadträte hatte die Ausschreibung Erfolg. „Es haben sich zwei Interessenten bei uns gemeldet“, berichtet der Rathauschef auf Nachfrage unserer Zeitung.

Wer hinter den Angeboten steckt, verrät er mit Verweis auf die anstehende Stadtratssitzung nicht. „Das wird im nichtöffentlichen Teil der Sitzung besprochen.“ Ob dann eine Entscheidung für einen oder gegen beide Bewerber fällt, sei nicht vorauszusehen. Dem Rathauschef selbst wäre das ein Anliegen: „Wir machen jetzt seit über zwei Jahren mit diesem Thema herum.“ Man habe „gefühlt schon 30 Beschlüsse zum Untermarkt 10 gefasst und wieder aufgehoben“.

Gebäude muss kernsaniert werden

Rückblick: Vor über zwei Jahren wollte eine Gruppe Ehrenamtlicher einen Bürgerladen im Erdgeschoss des Untermarkt 10 eröffnen. Der Traum platzte nach einem Bürgerentscheid am Nikolaustag 2015. Zwar hatte die Mehrzahl der Wähler „Ja“ zum Bürgerladen gesagt, das notwendige Quorum war jedoch nicht erreicht. Danach machten sich einige Stadträte Gedanken über eine künftige Nutzung des Gebäudes. Eine Außenstelle des Rathauses – samt Büros für City-Manager, Kultur- und Tourismusabteilung, Ticketverkauf – sollte in dem ehemaligen Schulhaus unterkommen. Damals gingen die Initiatoren von einer relativ günstigen „Pinselsanierung“ aus: Höchstens eine halbe Million Euro sollte die Renovierung kosten. Ein Gutachter machte einen Strich durch die Rechnung. Das Gebäude ist stark schadstoffbelastet und muss – so seine Ergebnis – kernsaniert werden. Im Stadtrat reifte die Idee, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft das Gebäude in Erbpacht zu überlassen. Die Gesellschaft – eine 100-prozentige Tochter der Stadt – solle die Renovierung vornehmen. Geschäftsführer Lothar Ortolf winkte nach einigen Debatten ab. „Der Aufsichtsrat hat sich dagegen entschieden“, lautete seine Stellungnahme.

Ob die Kommune die Immobilie jetzt in Eigenleistung saniert oder an einen Erbpachtnehmer abgibt, steht in den Sternen. „Die Ausschreibung ist erfolgt, um die Möglichkeit auszuloten, ob es überhaupt Interesse gibt“, erklärt Heilinglechner. Nach dem jahrelangen Hin und Her sei es an der Zeit, eine Lösung für das denkmalgeschützte Eckhaus zu finden, die konsequent verfolgt wird. „Wir können als Stadt nicht auf Gebäudeeigentümer zugehen und sie bitten, die Immobilien in der Altstadt in Schuss zu halten, wenn wir es selbst nicht schaffen, unsere Liegenschaften zu sanieren“, betont der Rathauschef. dst

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