Fuß vom Gas: Auf den rot markierten Straßenabschnitten soll künftig Tempo 30 gelten, auf der Königsdorfer Straße aber nur in den Nachtstunden.

Weniger Tempo, weniger Lärm

Wolfratshausen: Hier soll künftig Tempo 30 gelten

Bereits vor fünf Jahren war der Lärmaktionsplan Gesprächsthema im Stadtrat. Gibt die Regierung von Oberbayern bald endlich ihre Zustimmung? Die Stadt Wolfratshausen rechnet damit. 

Wolfratshausen – Die zähen Verhandlungen haben sich ausgezahlt: Die Stadt Wolfratshausen rechnet damit, dass die Regierung von Oberbayern den Lärmaktionsplan nach vielen Gesprächsrunden – zwischenzeitlich hat die Kommune sogar einen Fachanwalt eingeschaltet – absegnet. Der ursprüngliche Plan, den das Büro LK Argus bereits vor drei Jahren vorgestellt hatte, „wurde oftmals nachgebessert“, erklärte Bauamtsleiterin Susanne Leonhard am Dienstag im Stadtrat. Nun sei eine Regelung gefunden, die aller Voraussicht nach genehmigt wird.

Der Plan sieht an mehreren Stellen im Stadtgebiet ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern vor. Konkret geht es um besonders lärmintensive Bereiche in Wohngebieten. Durch eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit und dem Aufbringen von sogenanntem Flüsterasphalt erhofft sich der Stadtrat weniger Emissionen.

Künftig soll auf der Bundesstraße 11 am Untermarkt auf dem Abschnitt von der Kreuzung mit der Münchner Straße bis zur Beuerberger Straße Tempo 30 gelten. Auf der Bahnhofstraße und am Floßkanal, bis etwa 90 Meter vor der Abzweigung zum Hammerschmiedweg ist ebenfalls an dieses Limit gedacht. Ebenso auf der Schießstättstraße – zwischen den Knotenpunkten an der Königsdorfer und der Sauerlacher Straße. Hier wird geprüft, ob die Straße zudem mit einem lärmmindernden Asphalt saniert werden kann. Das wird auch auf der Sauerlacher Straße untersucht. Bereits geplant ist die Sanierung auf zwei Abschnitten der Straße – nämlich westlich der Wettersteinstraße bis zum Floßkanal und zwischen Schießstättstraße und Lärchenweg. Nur in den Nachtstunden soll laut Lärmaktionsplan das Tempolimit auf der Königsdorfer Straße zwischen der Geltinger Straße, der Johannisbrücke und der Wettersteinstraße gelten.

Der Lärmaktionsplan regelt für viele einzelne Verkehrsabschnitte das Tempo – einige Stadträte befürchteten deshalb einen zunehmenden Schilderwald. „Damit hätten wir ein Problem“, sagte der Fraktionssprecher der Bürgervereinigung, Josef Praller. Er regte an, die betroffenen Wohngebiete als Tempo 30-Zonen zu deklarieren und nicht „jede einzelne Straßenausfahrt extra zu beschildern“. Auch Annette Heinloth (Grüne) graute es vor der Vorstellung, „alle paar Meter eine neue Beschilderung“ einrichten zu müssen.

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Im Gremium überwog dennoch die Freude über die positiven Signale der Regierung von Oberbayern. Umweltreferent Dr. Manfred Fleischer lobte die Hartnäckigkeit von Bürgermeister und Verwaltung. Der Plan umfasse „dringend notwendige Wünsche, die immer wieder vorgetragen wurden“, so der CSU-Stadtrat. „Vielen Bürgern werden die Maßnahmen erhebliche Vorteile bringen. Wir können für die Anwohner einen großen Schritt machen.“ Fleischer erklärte, dass einige der nun beantragten Tempolimits bereits vor 27 Jahren galten. „Wir stellen diesen Zustand wieder her.“ Er regte an, Geschwindigkeitsmessgeräte zu kaufen, um den Bürgern die neuen Limits vor Augen zu halten.

dst

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