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Der Todesmarsch führte viele KZ-Häftlinge in den letzten Kriegstagen durch Wolfratshausen. Bei einer Gedenkveranstaltung im Badehaus werden Menschen zu Wort kommen, die die ausgemergelten, todgeweihten Häftlinge gesehen haben. 

Vom Todesmarsch bis zu den Schlapphüten von Pullach

Historischer Verein stellt sein Jahresprogramm vor

Der Historische Verein Wolfratshausen hat für das laufende Jahr wieder ein anspruchsvolles, anregendes Programm zusammengestellt. Die Vorsitzende Dr. Sybille Krafft stellte es bei einer Pressekonferenz vor. 

Wolfratshausen – Die jüngere und die ältere Vergangenheit von Wolfratshausen, Bayern und Deutschland beleuchtet der Historische Verein Wolfratshausen. Für das Jahr 2019 haben die Ehrenamtlichen ein umfang- und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Die Vorsitzende Dr. Sybille Krafft und Vize Bernhard Reisner stellten die Veranstaltung auf einer Pressekonferenz vor.

Als „hysterische Furien und schnatternde Gänse“ wurden die ersten weiblichen Abgeordneten von ihren männlichen Kollegen bezeichnet. Am Internationalen Frauentag, Freitag, 8. März, erinnert eine Veranstaltung im Badehaus in Waldram an die Einführung des Frauenwahlrechts und die Geschichte von Frauen in der Politik. Ein inszeniertes Hörbild der Münchner Autorin Karin Sommer erzählt von der Geschichte der politischen Pionierinnen in Bayern. Außerdem wird ein Kurzfilm über die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher gezeigt, die unter anderem einst für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte. Dazu berichten Stadträtinnen aus Geretsried und Wolfratshausen von ihren Erfahrungen in der Politik. „Sehens- und hörenswert, nicht nur für Frauen“, findet Krafft.

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Eine neue Form findet die Erinnerung an den Todesmarsch, auf dem sich Dachauer KZ-Häftlinge in den letzten Kriegstagen durch Wolfratshausen schleppten. „Wir wollen dieses Kapitels der Geschichte in aller Ruhe und Würde gedenken“, sagt die Historikerin. Am Sonntag, 28. April, zeigt der Historische Verein im Badehaus eine filmische Collage von Krafft selbst und Rüdiger Lorenz. Geschichtsstudent Emanuel Rüff führt in das Thema ein. „Wir möchten außerdem einige Menschen zu Wort kommen lassen, die den Todesmarsch 1945 als Kinder und Jugendliche beobachtet haben“, so die Vereinsvorsitzende. Die Musikschule Geretsried wird die Gedenkfeier musikalisch umrahmen.

In der Loisachhalle wird der Bücherverbrennung gedacht

Von Mendelssohn Bartholdy bis hin zu Swing und Jazz reicht die Liederauswahl bei einer Großveranstaltung in der Loisachhalle. Am Freitag, 10. Mai, erinnert der Verein an die Bücherverbrennung unter dem NS-Regime. Heuer widmen sich Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen im Landkreis verstärkt auch der „entarteten Musik“, also Stücken, die nicht zur Weltanschauung der Nazis passten oder deren Komponisten jüdisch oder homosexuell waren. Außerdem lesen die Schüler Texte von verfolgten Autoren in einigen kreativen Kurzbeiträgen vor.

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Vereins-Vize Reisner widmet sich am Donnerstag, 27. Juni, in einem Vortrag den „Händlern, Handwerkern und Ingenieuren“ des historischen Wolfratshausens. „Seit jeher führten wichtige Handelswege durch diese Stadt“, erklärt Reisner. In der Loisachstadt entwickelte sich so ein „bedeutender Marktplatz“. Unter anderem mit dem Bau der Isartalbahn vor etwa 120 Jahren veränderten sich die Sozial- und Wirtschaftsstruktur der Stadt nachhaltig.

Ein steinerner Zeitzeuge der städtischen Wirtschaft ist die Happ’sche Apotheke am Untermarkt. Am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 8. September, führt der Historische Verein Besucher durch den 1810 errichteten Bau. Im ehemaligen Verkaufsraum findet sich noch heute eine Einrichtung, die zum Teil aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt. Auch über die Apothekerfamilie Happ und die Geschichte der Pharmazie in Wolfratshausen werden die Besucher viel erfahren.

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Den „Schlapphüten aus Pullach“ widmet sich der Verein während einer Veranstaltung am Donnerstag, 7. November. Prof. Dr. Wolfgang Krieger, Historiker an der Universität Marburg, referiert über die Geschichte des Bundesnachrichtendienstes am Isarhochufer, den „geheimsten Ort Deutschlands“. Tatsachen und Legenden kommen im evangelischen Gemeindesaal an der Bahnhofstraße zur Sprache. Dominik Stallein

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