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Michaela Kammermayer (li.) verkaufte ebenfalls auf dem Hof- und Gartenflohmarkt. 

Schätze aus dem Keller

Hof- und Gartenflohmarkt bei schönstem Wetter

Über 130 Familien beteiligten sich am Samstag am Hof- und Gartenflohmarkt in Wolfratshausen. Profit stand für die wenigsten im Vordergrund. 

Wolfratshausen – Unter bunten Luftballons lagen Schallplatten mit Aufnahmen bekannter Opern, historische Bücher und eine ganze Menge Spielzeug: Familie Huber aus Farchet trennte sich von vielen alten Schätzen. Die Ballons hingen im gesamten Stadtgebiet an Garagentoren, Holzzäunen und Gartentürchen. Sie markierten die 97 Stationen des Hof- und Gartenflohmarkts, den Dr. Ulrike Krischke und die Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger organisiert hatten. Über 130 Familien beteiligten sich an der Aktion.

Der Profit steht für die Wenigsten im Vordergrund. An der Grubigsteinstraße in Farchet wehen viele Ballons im Sommerwind. „Wir beteiligen uns zusammen mit unseren Nachbarn am Flohmarkt“, erklärt Jürgen Huber und blickt auf Porzellankrüge und Kinderspielsachen, die vor den Häusern der beiden Familien auf neugierige Kundschaft warten. Die Suche nach dem perfekten Warenangebot für die Aktion hat einiges zutage gefördert: „Wir haben viele Sachen gefunden, die wir nicht mehr brauchen, die uns aber zu schade sind, um sie in den Müll zu werfen“, sagt Huber. Er zeigt einer Frau eine Carrera-Bahn, die auf einer Anhöhe liegt: „Die ist ein bisschen älter, aber funktioniert noch super. Und einige Autos dafür habe ich auch noch.“ Trotzdem schlägt die Kundin nicht zu.

„Es geht uns nicht wirklich um den Profit“, sagt Michaela Kammermayer. Zwar sei es schön, mit kleinen Schätzen ein bisschen Geld zu verdienen. Aber: „Wir haben den Flohmarkt genutzt, um endlich mal den Keller auszuräumen.“ Auf ihren Verkaufstischen drapiert sie CDs, Thermoskannen, Tupper-Boxen und Spielsachen. Während sie spricht, kurvt ein Mädchen auf einem Bobby-Car um den Warentresen herum. Die Eltern der Kleinen stöbern durch Porzellangeschirr und Antiquitäten bei den Nachbarn. Kammermayer schwärmt: „Der Flohmarkt ist eine schöne nachbarschaftliche Aktion. Man kommt zusammen und verbringt den Tag miteinander.“

Das ist auch der Ansatz von Initiatorin Krischke. Bei ihrer Rundfahrt per Fahrrad zu einigen teilnehmenden Familien sei ihr aufgefallen, „dass Leute miteinander ins Gespräch kommen, die sonst vielleicht kaum miteinander zu tun haben“. Sie habe nur positive Rückmeldungen von den Teilnehmern des Markts bekommen. Auch Krischke nutzt den Tag, um selbst nach Schätzen zu suchen. Viele Familien, die sie dabei besucht, lassen sich besondere Aktionen einfallen. Was ihr „besonders gefallen hat, ist eine Spendenaktion für das Josefa-Burger-Tierheim in Gelting“. Peter Lobenstein, Vorsitzender des Vereins Bürger für Bürger, zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Ich bin zufrieden mit dem Flohmarkt.“ Er will sich nun in Ruhe überlegen, wie man vielleicht noch mehr Familien ins Boot nehmen kann – „obwohl fast 100 Standorte natürlich schon sehr viele sind“.

Dominik Stallein

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