Wer ohne Fahrschein unterwegs ist, muss eine Strafe bezahlen.
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Mehrmals war ein 29-Jähriger ohne Fahrschein unterwegs und wurde dabei erwischt.

Amtsgericht verurteilt 29-Jährigen zur Zahlung von 2250 Euro

Wolfratshausen: Hohe Geldstrafe für notorischen Schwarzfahrer

  • vonPeter Herrmann
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Mehrmals ist ein 29-Jähriger in den vergangenen Jahren beim Schwarzfahren erwischt worden. Dafür musste sich der Mann nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Wolfratshausen – Weil er in den vergangenen Jahren mehrmals beim Schwarzfahren erwischt worden war und zudem unter offener Bewährung stand, beantragte die Staatsanwaltschaft eine sechsmonatige Freiheitsstrafe für einen 29-jährigen Asylbewerber. Richter Helmut Berger folgte dem nicht, hielt aber eine hohe Geldstrafe für angemessen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem vor einem Jahr noch in Wolfratshausen lebenden Angeklagten vor, dass er am 1. August und am 4. Oktober 2019 in zwei Regionalzügen ohne Fahrschein angetroffen worden war. „Beim ersten Mal sollte ich in eine andere Unterkunft überwiesen werden“, erklärte der 29-Jährige. Das Landratsamt hätte ihm jedoch kein Ticket gegeben. „Sie sagten mir, ich solle nur das Formular mit der Verlegungsbestätigung vorzeigen: Das würde ausreichen“, behauptete der Nigerianer auf Englisch. Weil der seit 2015 in Deutschland lebende Mann noch über keine ausreichenden deutschen Sprachkenntnisse verfügt, musste eine Dolmetscherin für ihn übersetzen. „Wenn er kein Ticket ausgestellt bekommt, kann er nicht Zug fahren“, stellte Richter Helmut Berger klar.

Die zweite Schwarzfahrt am 4. Oktober gab der Angeklagte zu. „Ich wollte einen Freund in Mühldorf besuchen und hatte kein Geld.“ Da der unter offener Bewährung stehende 29-Jährige in Deutschland bereits sechs Straftaten begangen hatte – unter anderem Erschleichen von Leistungen, Hausfriedensbruch und Beleidigung – forderte der Staatsanwalt eine sechsmonatige Freiheitsstrafe. Richter Berger zeigte sich indes gnädig. „Wir wollen den Strafrahmen nicht ausreizen, zumal die offene Bewährung nicht einschlägig war“, erklärte er. Berger ahndete die Vergehen mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 15 Euro – insgesamt 2250 Euro.

Dass man den Angeklagten zwei Mal ertappt hatte, sei vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. „Ich möchte nicht wissen, wie oft er wirklich schwarzgefahren ist“, sagte Berger. Er empfahl dem Mann, keine Straftaten mehr zu begehen, um seine Aufenthaltsgenehmigung nicht zu gefährden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  

ph

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