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Wehret den Anfängen: Mit diesen Transparenten will ein Königsdorfer seine Mitbürger für das Thema 5G sensibilisieren. 

Mobilfunk

Immer mehr Widerstand gegen 5G-Technologie im Landkreis

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Politik und Industrie verkaufen die 5G-Technologie als zukunftsweisend. Doch ob die hochfrequente Strahlung Auswirkungen auf Mensch und Tier, ist ungewiss. Deshalb machen immer mehr Bürger mobil gegen 5G.

Bad Tölz-Wolfratshausen – In immer mehr Landkreisgemeinden regt sich Widerstand gegen die Einführung des Mobilfunknetzes der fünften Generation. In Icking lud eine örtliche Initiative „im Namen besorgter Mütter und Väter, Eltern und Großeltern“ am Dienstag zu einem Info-Abend über Mobilfunk und 5G ins Vereineheim Dorfen ein. Das Interesse war enorm (wir berichten noch). Vodafone beabsichtigt, nahe des Sportplatzes in Icking einen 31 Meter hohen Sendemasten zu errichten.

Auch Lenggries macht mobil gegen 5G. Dort hat sich eine Initiative an die überregionale Bewegung mit dem Namen „Stoppt 5G“ gehängt – wie das auch in den Nachbarlandkreisen Weilheim-Schongau und Miesbach geschehen ist. Im Isarwinkel wird sie angeführt von Heiner Schwab, Birgit Stock-Furlani und Stefan Jaud. Das Trio hat Flugblätter und Unterschriftenlisten ausgelegt und lädt für diesen Freitag ab 19.30 Uhr in den „Wieserwirt“. Dort wird der Heilbrunner Baubiologe Dieter Kugler über 5G-Netze und die von ihnen möglicherweise gesundheitsschädlichen Strahlenbelastungen für Mensch und Tier sprechen.

Christina Pichler aus Fleck wird ebenfalls dort sein. Sie hat mit drei Mitstreitern Unterschriften gesammelt, nachdem mitten in dem Lenggrieser Ortsteil auf dem Dach eines Firmengebäudes eine neue, genehmigungsfreie 5G-fähige Sendeanlage errichtet worden war. Die sei übrigens schneller dort gestanden als angekündigt, sagt Pichler, „ob sie allerdings schon in Betrieb ist, weiß ich nicht“. Ihr geht es in erster Linie um Aufklärung. Bevor man etwas einführe, von dem man nicht wisse, welche Auswirkungen es habe, „muss man sich informieren“. Alles unwidersprochen abzunicken, sei „nicht der richtige Weg“.

In Königsdorf tauchten ebenfalls Informationsflyer und einige Plakate auf, auf denen vor den möglichen Gefahren der digitalen Aufrüstung gewarnt wird. Dahinter steckt Klaus Walser – also bislang eine Einzelperson und noch keine Initiative. „Mein einziges Ziel ist“, sagt der Familienvater, „dass die Menschen auf das Thema aufmerksam werden und sich damit beschäftigen“.

Momentan nämlich erscheint es Walser so, „als gehe die 5G-Mobilfunkthematik komplett an der Bevölkerung vorbei“. Die Bürger seien „unter- und fehlinformiert“, was das Ausmaß der 5G-Infrastruktur betrifft, die auf sie zukommt – nämlich etwa „alle 100 Meter ein Mikrowellensender, zielgerichtet auf alle Häuser und Grundstücke“ und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Dazu muss man wissen: Je höher die Frequenz, mit der gesendet wird, desto geringer ist die Reichweite. Für das 5G-Netz werden daher viel mehr Sendemasten benötigt, um dasselbe Gebiet abzudecken.

Auch wie die Grenzwerte bestimmt werden, sollte nach Ansicht des Königsdorfers jeder wissen: Die International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) sei als privater Verein das Legitimationsorgan der Mobilfunkindustrie. „Ihre Grenzwertfestlegungen und Veröffentlichungen dienten weltweit Regierungen dazu, den Mobilfunkausbau und die Strahlenbelastung als nicht gesundheitsschädlich zu rechtfertigen.“

Walser fordert vor Einführung und Ausbau der 5G-Technologie daher eine Abschätzung ihrer Folgen: „Ohne Bewertung der Forschungsergebnisse über die Wirkungen der 5G-Frequenzen auf Mensch, Tier und Natur darf 5G nicht eingeführt werden.“ Zudem wünscht er sich eine „Beweislastumkehr“. Nicht die Bürger, „sondern Industrie und Staat müssen die Unschädlichkeit von 5G belegen“.

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Sich Gedanken zu machen, das hält auch Anton Demmel „auf jeden Fall für richtig und wichtig“. Im Gemeinderat sei das superschnelle Handynetz ebenfalls schon thematisiert worden, sagt Königsdorfs Bürgermeister. Er weiß von einigen Räten, die eine der Info-Veranstaltungen der 5G-Skeptiker besucht haben. Demmel warnt aber vor Schnellschüssen. Information müsse vor Reaktion stehen, sagt der Rathauschef.

peb

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