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Kein Durchkommen: Trotz der Beschilderung wird auf dem kombinierten Rad- und Fußweg an der Sauerlacher Straße weiter geparkt.  

Falschparken aus Gewohnheit

Immer wieder Falschparker an der Sauerlacher Straße  – Stadt will reagieren

An der Sauerlacher Straße gibt es seit heuer eine neue Parkregelung. Die scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Immer wieder wird dort falsch geparkt. Jetzt will die Kommune einschreiten.

Wolfratshausen – Eine Frau mit einem Kind an der Hand auf blauem Grund, darunter der Hinweis „Fahrräder frei“: Die Beschilderung ist eindeutig. Auf der südlichen Seite der Sauerlacher Straße – zwischen Dönerladen und Optiker – gibt es einen geteilten Fuß- und Radweg. Die etwa sieben Parkplätze, die dort jahrzehntelang direkt an der Straße für Kurzparker zur Verfügung standen, gibt es nicht mehr. Seit dem Jahreswechsel gilt diese Regelung. Herumgesprochen hat sie sich allerdings noch nicht. Busse, die dort in der Pause abgestellt werden, Kunden der umliegenden Geschäfte und Arztpraxen oder Autofahrer, die jemanden zur S-Bahn-Station bringen: Viele parken weiterhin auf diesem Streifen.

Das ist auch dem Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt aufgefallen. Er hat sich deshalb an die Stadtverwaltung gewendet. „Solange dort geparkt wird, ist auf dem Randstreifen nicht genügend Platz für Begegnungsverkehr. Wenn jemand mit einem Kinderwagen dort passieren will, hat er kaum eine Chance, weil die Autos so tief auf dem Gehsteig parken“, sagt Schmidt. Die Entscheidung, dort deshalb den Weg zu teilen, hatte der Bauausschuss im Oktober getroffen. Dass trotz der Neuregelung fast durchgehend Autos auf dem Streifen stehen, müsse die Kommune unterbinden, so Schmidt. „Dieser Abschnitt müsste regelmäßig kontrolliert werden.“ Wenn selbst das nicht helfen sollte, könnte die Stadtverwaltung ein Parkverbotsschild anbringen.

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Diese Möglichkeit sieht Susanne Leonhard, Mitarbeiterin des Bauamts kritisch: „Da es sich um einen Fuß- und Radweg handelt, ist ein Verbotsschild überflüssig.“ Die Regelung sei klar: Auf dem Radlabschnitt darf nicht geparkt werden. Eine andere Lösung soll in den kommenden Tagen realisiert werden: „Wir möchten an dem angrenzenden Zaun kleine Hinweise anbringen, die zeigen, dass der Weg keine Parkfläche mehr ist.“ Zudem soll ein Piktogramm direkt hinter der Fußgänger-Ampel auf das Verbot hindeuten. Längerfristig plant die Kommune auch baulich nachzulegen: Entlang der Straße soll eine kleine Rampe gebaut werden.

Kontrollen habe die Kommune in der jüngeren Vergangenheit zwar immer wieder vorgenommen – und die Falschparker zur Kasse gebeten, sagt Leonhard, „aber wir können nicht den ganzen Tag vor Ort sein“. Da der Streifen zwischen Bahnübergang und Karwendelstraße viele Jahre lang als Parkfläche zur Verfügung stand, kann die Bauamtsmitarbeiterin Verständnis für anfängliche Irritationen aufbringen. „Viele Autofahrer schauen nicht, wenn eine Regelung so lange gegolten hat.“ Leonhard übt sich in Optimismus: „Wenn sich das weiter herumspricht und die zusätzlichen Maßnahmen greifen, sind wir zuversichtlich, dass es besser wird.“ Wer das blaue Schild mit Frau und Kind sieht, suche bereits jetzt einen anderen Stellplatz. 

Dominik Stallein

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