Hans-Werner Kuhlmann (li.) und Stefanie Linke (re.) vom Vereine Lebendige Altstadt informiert das Ehepaar Meltem Cordan (orangefarbene Weste) und Hamit Cordan (mit Kappe) über den Bürgerbeteiligungsprozess zur geplanten Aufwertung der Altstadt.
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Aufklärungsarbeit: Hans-Werner Kuhlmann (li.) und Stefanie Linke (re.) vom Vereine Lebendige Altstadt informierte über den Bürgerbeteiligungsprozess zur geplanten Aufwertung der Altstadt.

Am Sebastianisteg und am Marienplatz

Stadtentwicklung: Verein Lebendige Altstadt informiert über Bürgerbeteiligung

  • VonPeter Herrmann
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Viele Wolfratshauser wissen nicht, dass und wie sie sich in die Stadtentwicklung einbringen können. Deshalb informierte der Verein Lebendige Altstadt die Bürger.

Wolfratshausen – Viel Zeit nahmen sich die Mitglieder des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) am Freitag und Samstag, um Passanten die Mitwirkung am laufenden Bürgerbeteiligungsprozess zur Stadtentwicklung zu erklären. Die Resonanz an den Infoständen auf dem Sebastianisteg und auf dem Marienplatz war groß. „Viele Bürger wissen noch nicht, dass sie sich mit ihren Ideen und Anregungen beteiligen können – oder haben das noch nicht verinnerlicht“, erklärte Ex-LAW-Vorsitzender Hans-Werner Kuhlmann den Sinn der zweitägigen Aktion.

Bereits am Freitag blieben Bürger jeder Altersgruppe vor den Infotischen stehen. „Die meisten haben uns gesagt, dass hier endlich was passieren muss. Gerade junge, zugezogene Familien zeigten sich sehr interessiert“, berichtete Ernst Gröbmair. Der erst vor wenigen Tagen gewählte LAW-Vorsitzende sprach aber auch mit Tagestouristen, die die Flößerstadt nur gelegentlich besuchen. So erfuhr er von einer Münchnerin, dass sie eine weitgehend autofreie Markstraße mit vielen Grünflächen begrüßen würde. Freilich erlebte er auch Passanten mit einer geringen Erwartungshaltung. „Es ist doch alles vergeblich, weil die Stadträte ohnehin machen, was sie wollen“, bemerkte ein Mann, der lieber anonym bleiben will.

Die Altstadt soll aufgewertet werden. Erste Entwurfspläne hat das Büro Mahl-Gebhard-Konzepte (mgk) dem Stadtrat kürzlich präsentiert.

Dagegen positionierte sich Angelika Imsel klar für die vom Stadtrat beschlossene Aufwertung der Altstadt zwischen Musikschule im Norden und Littig-Villa im Süden. „Ich finde das gut, weil ein bisschen mehr Flair nicht schaden kann“, stellte die Wolfratshauserin fest. Die angedachte Versetzung des Brunnens am Marienplatz bewerteten indes viele Bürger kritisch. „Wir sollten das Bestehende, was bereits schön ist, nicht zerstören“, sagte Anja Beck-Dinzinger. Sie zog nach eigenen Worten vor 16 Jahren in die Loisachstadt und sprach sich vor allem für eine Aufwertung des Umfelds der Marktstraße aus. „Da gibt es noch ganz viel Potential“, meinte Beck-Dinzinger.

Ernst Gröbmair, Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW).

Ähnlich äußerte sich die ehemalige Grünen-Kreisrätin Lucia Schmidt, die am Samstagvormittag kurz am LAW-Infostand stoppte. „Es wäre toll, wenn es in der Marktstraße mehr Pflanzen, Ruhebänke und Spielmöglichkeiten für Kinder geben würde“, sagte Schmidt. Das Weidacher Ehepaar Hamit und Meltem Cordan hielt die Informationskampagne des Vereins Lebendige Altstadt für wichtig. „Gut, dass die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung hier noch einmal publik gemacht wurde“, lobte Meltem Cordan.

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Wie mehrfach in unserer Zeitung berichtet, können Bürger noch bis zum 23. September auf der digitalen Beteiligungsplattform der Technischen Hochschule Deggendorf, PUBinPLAN den aktuellen Sachstand zur Vorentwurfsplanung der Altstadt-Aufwertung einsehen und direkt kommentieren. Es folgt am 5. Oktober ein öffentlicher Info-Abend in der Loisachhalle. Dort besteht die Möglichkeit, persönlich mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner und den Architekten des Büros Mahl-Gebhard-Konzepte zu diskutieren.

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