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Ist noch Rettung in Sicht? Das interkommunale Hallenbad-Projekt droht unterzugehen.

Heute Abend Thema im Wolfratshauser Stadtrat

Ist das interkommunale Hallenbad noch zu retten?

Wolfratshausen - Die finale Entscheidung über das interkommunale Hallenbad steht womöglich unmittelbar bevor. Für die Wolfratshauser Stadtratssitzung an diesem Dienstag liegt ein Antrag der Bürgervereinigung Wolfratshausen vor.

Eine Beteiligung am Betriebskostendefizit des Bads kommt für die Fraktion der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) nicht infrage. Stattdessen schlägt sie vor, 139 Schulsportstunden im interkommunalen Bad für die kommenden zehn Jahre fest zu buchen. Das wären Zuschüsse in Höhe von rund 30 000 Euro pro Jahr. Sollten zusätzliche Stunden benötigt werden, müssten diese nachgebucht werden. Wenn die Schulen das Kontingent hingegen nicht nutzen, schlägt die Bürgervereinigung vor, die Stunden zum Beispiel an die Wasserwacht abzutreten. Das berichtet BVW-Stadtrat und Wirtschaftsreferent Helmut Forster im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eintrittspreise moderat erhöhen?

Die Stadt Geretsried hat zugesagt, eine halbe Million des jährlichen Betriebskostendefizits von 750 000 Euro zu stemmen. Der Rest soll von den beteiligten Kommunen getragen werden. Die Gemeinde Icking hat wie berichtet abgewunken – deren Anteil von rund 21 000 Euro übernimmt laut Stadtrat Walter Büttner (SPD) nun auch seine Heimatstadt Geretsried. 105 000 Euro müsste nach Worten von Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) die Flößerstadt pro Jahr auf den Tisch legen. Allerdings ist Forster der Ansicht, dass das Betriebskostendefizit reduziert werden kann: „Man müsste sich nochmal Gedanken über Eintrittspreise und Nutzungsgebühren machen.“ Eine moderate Erhöhung würde das Defizit verringern.

Forster betont: „Wir sind für das interkommunale Hallenbad. Wir halten uns an getroffene Vereinbarungen.“ Aber eine Beteiligung an den Betriebskosten sei „seit drei Jahren vom Tisch“. Die damalige Geretsrieder Bürgermeisterin, Cornelia Irmer, habe seinerzeit in einer gemeinsamen Sitzung erklärt, das dieses Thema kein Thema für die Loisachstadt sei. Forster hat den Eindruck, dass man der BVW „den schwarzen Peter zuschieben möchte“, sollte das Projekt scheitern. Er wiederholt: „Wir standen und stehen zu den gemeinsamen Beschlüssen.“

Als Absage an das interkommunale Projekt will der Wirtschaftsreferent den Antrag der BVW nicht verstanden wissen. „Wir haben uns einstimmig für das gemeinsame Bad ausgesprochen“, sagt Ex-Bürgermeister Forster. „Die Behauptung, dass wir uns nicht beteiligen wollen, ist also Blödsinn.“

Geretsried gewährt weiteren Aufschub

Der Wolfratshauser Stadtrat Dr. Hans Schmidt (Grüne) kommentiert den Antrag der BVW mit nur zwei Worten: „Ziemlich daneben.“ Günther Eibl (CSU) wollte sich am Montag zum Beschlussvorschlag der BVW nicht äußern. „Wir werden das erst in der Fraktionssitzung besprechen“, sagte der Fraktionschef. Wolfratshausens Vize-Rathauschef Fritz Schnaller (SPD) will vom interkommunalen Weg nicht abweichen: „Wir müssen das gemeinsam stemmen.“ Sein Geretsrieder Parteifreund Büttner öffnet ein letztes Zeitfenster: Werden sich die Wolfratshauser Räte bis September nicht einig, würde der Geretsrieder Stadtrat postwendend reagieren und ein eigenes, kleines Bad bauen lassen. Büttner: „Das ist auch so mit dem Bürgermeister besprochen.“

Die Sitzung des Wolfratshauser Stadtrates beginnt um 18 Uhr im Rathaus und ist öffentlich.

von Dominik Stallein

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