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Nur ein Angebot liegt dem Rathaus für die Immobilie vor.

Prominente Immobilie an der Sauerlacher Straße 15

Investor für ehemaliges Krankenhaus gefunden

Die Stadt möchte eine prominente Immobilie vergeben: das ehemalige Krankenhaus an der Sauerlacher Straße 15. Bis Freitag konnten Baugenossenschaften Angebote für das denkmalgeschützte Gebäude abgeben. Die Kommune ließ sich in der Ausschreibung offen, Haus und Grundstück entweder in Erbpacht zu vergeben oder zu verkaufen.

Wolfratshausen – Eine große Resonanz auf die Ausschreibung gab es nicht: Nur ein Angebot liegt im Rathaus vor. Das bestätigt Bürgermeister Klaus Heilinglechner auf Nachfrage unserer Zeitung. Dass sich nicht mehr Interessenten gefunden haben, könne damit zusammenhängen, „dass das Vorhaben nicht ganz unkompliziert ist“. In der Ausschreibung definierte die Stadt klare Vorstellungen: Der Investor soll das Gebäude sanieren und auf dem umliegenden Gelände ein Mehrgenerationenwohnhaus bauen. 50 bis 70 Prozent der Wohnungen müssen einkommensorientiert gefördert sein.

Welcher Investor sich für die Immobilie interessiert, ist dem Rathauschef nicht zu entlocken. Die Baugenossenschaft Wolfratshausen (BGW) hatte wie berichtet frühzeitig abgewunken. An dieser Haltung hat sich nichts geändert. „Wir haben kein Angebot abgegeben“, sagt Britta Wurm, Vorstandsmitglied der BGW. Zwar habe man im dreiköpfigen Vorstand die Ausschreibungsunterlagen geprüft, „aber wir haben abgelehnt“. Auch die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) ist nicht interessiert: Geschäftsführer Lothar Ortolf betont, dass ein Angebot „nie ein Thema war“. Durch den Bau von Sozialwohnungen auf der Coop-Wiese in Waldram habe die StäWo derzeit ohnehin „genug zu tun“.

Die Maro-Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen aus Ohlstadt hat Projekte, wie es die Stadt Wolfratshausen forcieren möchte. „Ja wir haben ein Angebot abgegeben“, bestätigt Maro-Vorstand Martin Okrslar. Dass seine Genossenschaft der einzige Interessent ist, verwundert ihn: „Das Grundstück hat eine hervorragende Lage. Ich habe schon mit Wettbewerbern gerechnet.“

Details zu den Plänen an der Sauerlacher Straße möchte Okrslar mit Verweis auf die anstehende Entscheidung, ob die Maro den Zuschlag erhält, noch nicht verraten. Nur so viel: „Wir haben ein Büro ins Boot geholt, das sich mit Denkmalschutz auskennt.“ Man wolle schließlich die „Leidenschaft vieler Bürger“ für die historische Immobilie bei den Planungen berücksichtigen.

Die Maro-Genossenschaft hat sich dem Bau von „Wohnraum als Gemeingut“ verschrieben. Im Vordergrund aller Projekte stehe nicht der Profit. Man wolle „altersgerechten und lebenswerten Wohnraum“ schaffen. Im Landkreis ist die Genossenschaft bereits bekannt: Die Ohlstädter planten die Pflege-WG in Dietramszell. Derzeit ruhen die Arbeiten wegen der Klagen zweier Anwohner.

Die Entscheidung, ob die Genossenschaft den Zuschlag erhält, trifft der Wolfratshauser Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung – laut dem Rathauschef voraussichtlich noch in diesem Jahr.

Dominik Stallein

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