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Die Entkernung läuft: Die Abbrucharbeiten am ehemaligen Isar-Kaufhaus in der Wolfratshauser Altstadt haben Fahrt aufgenommen. 

Die Entkernung läuft bereits

Das ist der Fahrplan für die Arbeiten am Isar-Kaufhaus

Noch steht die Fassade des Isar-Kaufhauses. Aber wie lange noch? Unsere Zeitung hat sich erkundigt, wie der Zeitplan für die Abbrucharbeiten ist. 

Wolfratshausen Der Baulärm und die Arbeiter, die im Gebäude ein und ausgehen, sprechen eine klare Sprache: Es kommt Bewegung in die Baustelle am ehemaligen Isar-Kaufhaus in der Altstadt. „Wir haben mit der inneren Entkernung des Gebäudes begonnen“, berichtet Frank Maiberger, Prokurist der Untermarkt 7-11 GmbH, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Gesellschaft möchte das Ex-Kaufhaus wie berichtet abreißen und an der Stelle ein neues Geschäfts- und Wohnhaus errichten.

Die aktuellen Arbeiten sind für Passanten noch nicht erkennbar. Momentan wird Schutt aus dem Gebäudekomplex entnommen. „Das Haus war ja nicht bloß eine leere Hülle“, erklärt Maiberger die Maßnahmen. Holzeinbauten, Deckenkonstruktionen und Stützen müssen abgebaut werden, bevor der eigentliche Abriss des Mauerwerks losgehen gehen kann. Vor den Weihnachtsfeiertagen wurde „langsam begonnen“, wie Maiberger sagt. „Da haben wir die Baustelleneinrichtung soweit abgeschlossen, dass die Mitarbeiter jetzt problemlos arbeiten können.“

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Einen detaillierten Zeitplan für den Abriss möchte Maiberger nicht nennen, „dass wir im Februar den nächsten Schritt machen können, ist aber möglich“. Besagter nächster Schritt wäre das spektakuläre Ende der prominenten Immobilie – der Abriss der Frontmauer mit den Lüftlmalereien und der „Isar-Kaufhaus“-Aufschrift. Warum sich der Gesellschafts-Prokurist nicht auf einen Termin festlegen will? „Die ganze Stadt schaut auf diese Baustelle“, weiß Maiberger. „Es gab schon Anrufe, als wir nicht exakt am 15. November mit den Arbeiten begonnen haben“, erinnert er sich. Zu diesem Termin hätte die Untermarkt 7-11 GmbH nach den Worten von Rathauschef Klaus Heilinglechner mit dem Abriss anfangen dürfen.

Auch weil seit Mitte November am Untermarkt 7 bis 11 vier Parkplätze gesperrt waren, obwohl noch kein Fortschritt bei den Arbeiten erkennbar war, regte sich Unmut bei einigen Geschäftsleuten in der Innenstadt. Dr. Harald Mosler, Geschäftsführer der Untermarkt 7-11 GmbH, hatte in einem Gespräch mit unserer Zeitung erläutert, dass unter anderem ein Nachbar für die Verzögerung mitverantwortlich sei. Der Nachbar, sein Haus ist quasi ein Anbau an dem abzureißenden Gebäude, hatte sich geweigert, Statiker in seine vier Wände zu lassen (wir berichteten). Das mache den Abriss zwar nicht unmöglich, „aber komplizierter“, so GmbH-Geschäftsführer Mosler. Nicht nur finanziell sorge das Betretungsverbot für Mehraufwand, sondern „kostet uns leider etwas mehr Zeit“.

Weniger kompliziert soll sich die Verkehrssituation in der Marktstraße während des Neubaus gestalten. Mosler betonte mehrfach, dass die Projektgesellschaft „die Auswirkungen so klein wie möglich“ halten wolle. In diesem Kontext gab es laut Maiberger vor wenigen Tagen Gespräche mit der Stadt. Gemeinschaftlich wollen Gesellschaft und Kommune unter anderem geeignete Aufstellorte für die Schuttcontainer festlegen. Die Stadt Wolfratshausen hat zudem beim Landratsamt in Bad Tölz die Errichtung eines Notgehweges angefragt.

Die Stadt Wolfratshausen sowie die ansässigen Einzelhändler verknüpfen mit dem geplanten Neubau in der Altstadt große Hoffnungen. Seit das Isar-Kaufhaus Ende Dezember 2012 geschlossen wurde, hat die Kundenfrequenz in der Altstadt deutlich spürbar abgenommen. Geschäfte im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss des Neubaus sollen den Negativtrend wieder umkehren. Derzeit verhandelt die Untermarkt 7-11 mit einem potenziellen Mieter – zu einem Vertragsabschluss kam es nach Informationen unserer Zeitung noch nicht. Dominik Stallein

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