+
25 Flüchtlinge betreut das Inselhaus zur Zeit. Hier ein Foto beim Zusammensein in der Adventszeit.

Hilfe ab 18

35 Jahre Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe

  • schließen

Wolfratshausen – Erwachsen werden ist schwer. Besonders, wenn man im Heim lebt. Mit 18 müssen junge Erwachsene häufig die Einrichtung verlassen. Die Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe unterstützt.

Ja, mit dem 18. Geburtstag ist das so eine Sache. Die meisten Jugendlichen wünschen sich diesen Tag sehnlichst herbei. Die Volljährigkeit birgt aber auch so manche Herausforderung: Die erste Steuererklärung. Die Eröffnung eines eigenen Kontos. „Mit 18 muss man plötzlich alles können“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin der Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe in Wolfratshausen, Angelika Schmidbauer. „Und es gibt viele Dinge, an die man nicht denkt.“

Das betrifft einerseits Jugendliche, die den Rückhalt ihrer Eltern genießen. Doch selbst unter „regulären Bedingungen“ schafften es Eltern oft schon nicht, den Jugendlichen das nötige Rüstzeug mitzugeben, so Schmidbauer. Ungleich schwieriger sei dieser Umstand allerdings für junge Erwachsene, die in Heimen leben. Sobald sie volljährig sind, müssen sie die Einrichtungen nämlich für gewöhnlich verlassen und auf eigenen Beinen stehen. „Vielfach aus Kostengründen“, betont Inselhaus-Geschäftsführer Rolf Merten. All die Herausforderungen zu meistern, die die Volljährigkeit mit sich bringt, fällt unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen dann noch einmal schwerer.

Angelika Schmidbauer, stellvertretende Geschäftsführerin der Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe in Wolfratshausen.


25 Flüchtlinge betreut das Inselhaus derzeit, so Schmidbauer. Für sie bleibe noch sehr viel weniger Zeit, sie auf das Erwachsenendasein vorzubereiten. Man befinde sich momentan in einer stürmischen Zeit, sagt Rolf Merten. Die Flüchtlingskrise habe zu einer „großen Unübersichtlichkeit“ in sozialen Einrichtungen geführt. Zudem sei es zunehmend schwierig, geeignete Mitarbeiter zu finden. „Die Herausforderungen sind jetzt besonders groß.“

Rolf Merten: "Die Herausforderungen sind jetzt besonders groß."

Im Rahmen eines Fachgesprächs nimmt sich das Inselhaus dieser Themen an. „Jugendliche haben auch nach dem 18. Geburtstag noch Hilfebedarf“, sagt Merten weiter. Die Veranstaltung findet aus besonderem Anlass statt: 35 Jahre ist es her, seit sich die Montessoripädagogin Dörte Sambraus ihren Traum von Kinderhilfe erfüllte. Ihr Erbe in Höhe von zwei Millionen Mark sollte benachteiligten und belasteten Kindern zugute kommen. Kurzerhand kaufte sie 1981 das Anwesen in Eurasburg, in dem heute das Kinderheim Inselhaus untergebracht ist. Heute betreut die Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe mit Hauptsitz in Wolfratshausen laut Schmidbauer 110 Kinder und Jugendliche, 70 stationär.

Die öffentliche Geburtstagsfeier findet am Freitag, 3. Juni, im Gemeindesaal Eurasburg statt. Sie beginnt um 10 Uhr mit der Begrüßung durch den Eurasburger Bürgermeister Moritz Sappl. Auf dem Programm steht ein Vortrag von Kristin Teuber, Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts SOS-Kinderdorf, sowie eine Podiumsdiskussion unter anderem mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber und dem Dritten Landrat Klaus Koch (Grüne). Die Bewirtung der Gäste übernehmen die Oberland Werkstätten Geretsried.

Weitere Infos

Zur Geburtstagsfeier mit Vortrag ist jeder eingeladen, die Veranstalter bitten aber um Anmeldung per E-Mail an elke.burghardt@inselhaus.org. ah

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Horror-Unfall mit Tesla: 18-Jährige vor Gericht
Bei einem riskanten Überholmanöver verliert eine 18-Jährige die Kontrolle über den Tesla ihres Vaters. Alle fünf Insassen überleben den Horror-Unfall - die 18-Jährige …
Horror-Unfall mit Tesla: 18-Jährige vor Gericht
Ende gut, alles gut: Heimsieg für die Geretsrieder Basketballer
Gegen den Tabellenvierten SC Vierkirchen kamen die Geretsrieder Basketballer bei ihrem Heimspiel in Waldram nur schwer aus den Startlöchern. Aber dann drehte sich das …
Ende gut, alles gut: Heimsieg für die Geretsrieder Basketballer
Polizeichef Resenberger kehrt nicht zurück
Der langjährige Leiter der Polizeiinspektion Wolfratshausen, Werner Resenberger, kehrt nicht an seinen Arbeitsplatz in der Loisachstadt zurück. Ein Nachfolger wurde …
Polizeichef Resenberger kehrt nicht zurück
„Mother Hood“: Buttons für die Geburtshilfe
Ein Zeichen setzen bei der Lichterkette, dem stummen Protest für die Geburtshilfeabteilung in der Wolfratshauser Kreisklinik, will auch der Verein „Mother Hood“.
„Mother Hood“: Buttons für die Geburtshilfe

Kommentare