Josef Hader, Wolfratshausen, Loisachhalle
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Wieder auf der Bühne: Josef Hader gastiert am Samstag in der bereits ausverkauften Loisachhalle.

Sehr ernste Scherze

Josef Hader gastiert in der Loisachhalle

  • Volker Ufertinger
    vonVolker Ufertinger
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Am Samstag kommt der wohl berühmteste österreichische Kabarettist wieder einmal nach Wolfratshausen. Mit Scherzen über Corona ist zu rechnen.

Wolfratshausen – Mit Josef Hader kommt der wohl berühmteste österreichische Kabarettist am Samstag in die Loisachhalle. Der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) hat ihn eingeladen – und er kommt gerne. Zu sehen ist das Programm „Hader spielt Hader“, ein Mix verschiedener Nummern seiner früheren Programme wie „Privat“. Die Veranstaltung ist ausverkauft. Laut Bürgerbüro können höchstens noch zurückgegebene Karten an der Abendkasse erworben werden. Mit Josef Hader sprach Volker Ufertinger.

Herr Hader, am Samstag sind Sie auf der Bühne der Loisachhalle zu sehen. Sind Sie froh, überhaupt auftreten zu können? Einige Ihrer Auftritte, etwa in Berlin, mussten ja abgesagt werden.

Hader: Ich freu’ mich darüber, und bei den Leuten spürt man das auch. Man merkt auf der Bühne gar nicht, dass weniger Leute da sind, weil alle so mitgehen und eine Freude haben, dass wieder was passieren darf.

„Hader spielt Hader“ ist ein Dauerbrenner. Sie touren damit seit 2012. Was macht den Reiz dieses Programms aus?

Hader: Das ist halt ein Jazzprogramm, da wechseln die Nummern immer wieder. Derzeit sind auch neue Sachen drinnen, weil ich jetzt auch Ausschnitte von meinem neuen Kabarettprogramm ausprobiere, das nächstes Jahr herauskommt.

Momentan scheint es nur ein Thema zu geben: Corona. Wird der Begriff auf der Bühne am Samstag fallen?

Hader: Im Netz gibt es ja ein paar Vorboten des neuen Programms wie „Struktur“. Insofern… lassen Sie sich überraschen.

Durch das Virus hat sich die Stimmung ja sehr geändert. Vor welche Herausforderung stellt das einen Kabarettisten wie Sie? Mit welchen Reaktionen muss man rechnen, wenn man darüber Scherze macht?

Hader: Ich hab’ immer die Erfahrung gemacht, dass die Leute gerade über unangenehme Dinge, auch über etwas, das Angst macht, sehr gern lachen. Da kann das Lachen zur Befreiung werden.

Sie sind nicht nur Kabarettist, sondern auch Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur. Was machen Sie am liebsten?

Hader: Die Abwechslung ist der Hauptgewinn! Wenn man seinen Beruf schon länger macht, sind verschiedene Tätigkeitsfelder, die sich abwechseln, ein wahrer Segen.

Im Landkreis sind Sie schon öfters aufgetreten, in der Loisachhalle, im Hinterhalt. Haben Sie den Eindruck, dass man Ihren Humor hier besonders gut versteht?

Hader: In Bayern ist das Publikum oft besser als zuhause. Man wird irgendwie dafür belohnt, dass man extra herkommt. In Wien ist man ohnehin immer da, da ist es oft viel ruhiger im Publikum.

Auf Ihrer Homepage schreiben Sie, dass Sie 1980 im Kloster Melk erste Kabarettversuche gemacht haben, kritische Nummern über Lehrer vor Schülern. „Riesenerfolg. Das Wesen von Kabarett verstanden.“ Was ist das Wesen von Kabarett?

Das war mehr so eine ironische Kabarett-Kritik, nämlich dass man im Kabarett oft über die scherzt, die nicht da sind und sowieso Feindbilder. Ich versuche aber immer, Witze zu machen, bei denen sich das Publikum auch betroffen fühlen soll. Vor allem mach’ ich aber Witze über mich selber. Das ist mir sehr wichtig, diese Ironie sich selbst gegenüber. Das hilft sehr dagegen, dass man sich zu wichtig nimmt.

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