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Hilft sich selbst: Weil der Verlag die offiziellen Karten nicht mehr produziert, hat Dieter Sedlmeyr seine eigenen kreiert.

Auf der Suche nach den beliebtesten Wolfratshausen-Souvenirs

Kaffeehaferl, Magnete und Liebes-Likör

Wolfratshausen - Wenn einer eine Reise tut, dann nimmt er gerne ein Souvenir mit nach Hause. Das geht Wolfratshausen-Besuchern vermutlich nicht anders. Es gibt Überlegungen,  Image und Innenstadt mit einem Souvenirshop aufzupeppen. Was aber gibt es bereits an Mitbringseln, die Urlauber an ihren Aufenthalt in der Flößerstadt erinnern sollen? Wir haben uns auf die Suche gemacht.

Der erste Weg führt in die Touristinformation im Bürgerbüro des Rathauses. Dort stellen drei nette Damen dem interessierten Stadtbesucher eine dicke Infomappe zusammen – samt Wandertipps, Stadtplan, Flößereibroschüre und einem druckfrischen Führer, der Lust darauf macht, einen Blick ins Heimatmuseum zu werfen. Dazu gibt’s zwei Stadtwappen-Aufkleber, mit und ohne Wolfratshausen-Schriftzug. Die Andenken, die es hier zu kaufen gibt, beschränken sich auf das zur 1000-Jahr-Feier erstellte Heimatbuch, ein Souvenir von beträchtlichem Gewicht, die „historische Revue“ 50 Jahre Wolfratshausen, eine CD sowie Radel- und Wanderführer für Isar und Loisach. Und was ist mit Schneekugeln, Regenschirmen, Bierkrügen sowie Hubert- und Staller-Schlüsselanhängern? „Tut mir leid, so was haben wir derzeit nicht“, sagt Mitarbeiterin Claudia Keller. Aber der Tabakladen an der Marktstraße sei eine gute Adresse. Dort und in zwei, drei weiteren Läden gebe es das eine oder andere.

Tatsächlich. Zwischen Zeitschriften und Zigarren lenken in Krells Tabakladen auch „Wolfratshauser Kaffeehaferl“, weiß mit kobaltblauem Dekor, die Blicke auf sich. „Die sind auch bei Einheimischen beliebt“, sagt Inhaber Fabian Krell. Viele würden sie auch an Freunde in aller Welt schicken. Neulich erst seien zwei Tassen sogar nach Japan gegangen. „Aber der Renner sind die Magneten“, verrät Krell. „Die werden von Touristen am meisten nachgefragt.“

Wie bestellt tritt ein Teenager an den Tresen. In der Hand ein Magnet in Form einer Kuhglocke mit Wolfratshausen-Schriftzug. „Für eine Freundin, die im Ausland lebt und dieses Jahr in Wolfratshausen war“, beantwortet die junge Dame fragende Blicke. Hinter ihr haften noch Wolfratshauser Murmeltiere neben Deutschlandflagge und Münchner Herzerl an der Wand. Das Stadtwappen als Magnet würde er auch gerne anbieten, verrät Krell. „Aber das ist ein Hoheitszeichen, das gibt die Stadt nicht frei.“

Nicht weit entfernt transportiert im Schaufenster unterm Laubengang ein kleines Floß hochprozentige Souvenirs: „Original Wolfratshauser Flößer-Likör“ und „Flößer-Geist“ aus Johannisbeeren. „Die werden in der Region gebrannt“, versichert Peter Ley, Inhaber des „Genussvoll“. Nur noch Restbestände hat der Feinkosthändler vom „Wolfratshauser Burgentrunk“ auf Lager. Der Traubenlikör wurde 2014 in einer limitierten Auflage von 333 Flaschen hergestellt. Heiß begehrt sei seine Eigenkreation, der „Wolfratshauser Liebestrank-Likör“, sagt Ley. Zum Zeitpunkt unserer Recherche sind tatsächlich nur noch wenige Tropfen des Likörs aus Amarena-Kirsch und Bittermandel in der Flasche.

Manchmal ist Kreativität gefragt, um Einheimische und Besucher mit Wolfratshausen-Andenken zu beglücken. Dieter Sedlmeyr griff zur Spiegelreflexkamera, als ihm die Postkarten auszugehen drohten. „Bisher hatten wir nur offizielle Karten“, sagt der Inhaber der Papeterie Grabein und Sedlmeyr an der Bahnhofstraße. Aber der Verlag habe die Produktion eingestellt, weil zu wenig verkauft wurden. Deshalb ging er kurzentschlossen mit der Kamera auf Motivsuche für seine Post- und Klappkarten mit derzeit fünf verschiedenen Stadtansichten. Daneben gibt es Weihnachtskarten und Adventskalender aus der eigenen Kreativ-Werkstatt. „Wir könnten alles machen lassen. Holzhocker, Feuerzeuge, Taschen, Regenschirme, Plastikbretter“, sagt Sedlmeyr. Und fügt leise hinzu. „Das Problem ist die Auflage – wir haben zu wenig Touristen.“

rs

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