Wirtschaftsreferent Helmut Forster legt Rechenschaftsbericht ab

Wolfratshausen: Kampf gegen Leerstände

Wolfratshausen – Der Wirtschaftsreferent Wolfratshausens Helmut Forster legt seinen Rechenschaftsbericht im Stadtrat ab. Und gibt sich kämpferisch.

Zu einer für manch Außenstehenden überraschend positiven Einschätzung der Wolfratshauser Wirtschaft kam Helmut Forster (Bürgervereinigung Wolfratshausen) in der jüngsten Stadtratssitzung. „Wir sind führend in unserem Landkreis, was die Finanzkraft und die Steuerkraft betrifft – gemessen nach jedem Einwohner“, sagte der Wirtschaftsreferent. Gleichwohl räumte der Ex-Bürgermeister ein, dass es wegen der geringen Fläche von 9,14 Quadratkilometern kaum Platz für Neuansiedlungen gibt.

Helmut ForsterWirtschaftsreferentdes Stadtrats

Um eine Abwanderung von Betrieben zu verhindern, besucht Forster mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner regelmäßig Firmen. „Wir vermitteln den Unternehmen, dass sie für die Stadt wichtig sind“, bekräftigte der Wirtschaftsreferent. Unterstützung erfährt er zudem von der städtischen Wirtschaftsförderin Gisela Gleißl. Derzeit stehe er, Forster, in Gesprächen mit der Geschäftsführung des Zeitungsverlags Oberbayern, die ihren Druckereistandort im Sommer 2015 von Wolfratshausen nach Penzberg verlegte.
Eine neue Nutzung der dort frei gewordenen gewerblichen Mietflächen soll zeitnah erfolgen. Die Flächen neben dem ehemaligen Druckereigebäude seien dank seiner Vermittlung bereits an das Autohaus Bader-Mainzl vermietet worden. Zudem gebe es weitere diskrete Verhandlungen mit Grundstückseigentümern im Gewerbegebiet, über die aber noch nicht in der Öffentlichkeit gesprochen werden könne.

Neben den großen Arbeitgebern fragt Forster auch die Inhaber von kleinen und großen Geschäften nach deren eventuellen Wünschen. Sogar das kleine Familiencafé Mauseloch im Humplgassl und der seit 38 Jahren im Gewerbegebiet ansässige Bratwurst-Tscharlie waren ihm nach eigenen Worten einen Besuch wert. „Bei einigen Anfragen nach Gewerbeflächen für Neuansiedlungen oder auch Erweiterung von bestehenden Betrieben in unserer Stadt stellten wir Kontakte her, die bisher leider noch nicht zu einem erfolgreichen Abschluss geführt haben“, bedauerte Forster. Gefragt seien derzeit vor allem Größenordnungen von mindestens 500 Quadratmetern Büro- oder Grundstücksflächen beziehungsweise Grundstücksgrößen von mindestens 20 000 Quadratmetern.

Es gibt laut Forster auch Anzeichen, dass die Leerstände bei Ladengeschäften in der Altstadt nur eine vorübergehende Erscheinung sind. So stehe im ehemaligen Tchibo-Laden die Unterzeichnung eines Mietvertrages kurz bevor. Auch die Emberger-Filiale in der Marktstraße sei seit einiger Zeit weitervermietet. Als leidiges Thema bezeichnete Forster den Leerstand in den drei Läden an der Bahnhofstraße auf dem Grundstück der ehemaligen Post. „Hier stehe ich mit dem Vertreter der Eigentümer in Verbindung. Auch potenzielle Mietinteressenten haben die Läden bereits besichtigt“, verriet der Wirtschaftsreferent. Für die Nutzung des ehemaligen Isar-Kaufhauses gebe es einen Interessenten, der an einem Konzept arbeite. Einen Namen nannte Forster nicht.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner dankte dem Wirtschaftsreferenten. „Das ist für mich eine riesige Entlastung. Für uns ist es sehr wichtig, alle Unternehmer und Geschäftsinhaber mitzunehmen“, unterstrich der Ratshauschef.

von Peter Herrmann

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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