Karin Kunert ist Kosmetikerin.
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Karin Kunert ist Kosmetikerin.

Wie geht‘s?

„Es gibt auch Hoffnungsschimmer“: Karin Kunert zum Lockdown für Kosmetikstudios

In der Reihe „Wie geht’s?“ fragen wir bei Menschen aus dem Landkreis nach, wie sie die ungewöhnlichen Corona-Zeiten erleben. Heute: Karin Kunert, die in Wolfratshausen ein Kosmetikstudio betreibt.

Wolfratshausen – Die Gastronomie musste erneut dichtmachen, in den Geschäften gelten strenge Hygieneregeln. Der „Lockdown light“ geht an den hiesigen Unternehmen nicht spurlos vorbei. Gerade im Bereich der Kosmetikbranche gibt es massive Beschränkungen. Die Wolfratshauser Kosmetikerin Karin Kunert ist inzwischen leidgeplagt: Nach dem ersten Lockdown Anfang des Jahres wurde die Straße vor ihrem Geschäft saniert und die Zufahrt zu ihrem Studio gesperrt. Nun sieht sich Kunert mit dem zweiten Lockdown konfrontiert. Dennoch ist sie optimistisch.

Frau Kunert, wie geht‘s?

Karin Kunert: Es ist eine schwierige Situation für alle, da brauche ich nicht drumherumzureden. Aber es hilft auch nichts, jetzt zu jammern. Stattdessen möchte ich versuchen, aus dieser Situation das Beste zu machen. Es gibt neben den unerfreulichen Dingen schließlich auch Hoffnungsschimmer.

Tatsächlich?

Karin Kunert: Ja. Einige Kunden zum Beispiel kommen jetzt erst recht bei mir vorbei. Menschen, die wissen, dass der Einzelhandel es im Moment sehr schwer hat, besuchen meinen Laden – und viele andere Geschäfte in der Stadt –, um uns zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass wir hier bleiben können. Diese Entwicklung spendet einem Hoffnung, finde ich. Vielleicht ist diese Einstellung der Menschen eine Sache, die in einer ländlicheren Umgebung besonders ausgeprägt ist. Auch das sorgt dafür, dass mein Kopf über dem Wasser bleibt.

Der erste Lockdown, dann die Großbaustelle am Floßkanal und nun der „Lockdown light“: Unterm Strich war das Jahr 2020 für Sie ziemlich verhagelt.

Karin Kunert: Es hagelt auch noch weiter. Wir haben fünf Monate gebraucht, bis wir nach dem ersten Lockdown wieder unser normales Geschäft gemacht haben – und nur ein paar Wochen später wurde der zweite Lockdown beschlossen. Für mich bedeutet die Regelung: Ich darf aktuell zwar meine Beauty- und Kosmetik-Produkte verkaufen, wenn ich mich an alle Hygiene-Vorschriften halte, aber die kosmetischen Behandlungen müssen komplett ausfallen. Ich kann nur Fußpflege durchführen, die vom Arzt verordnet wurde. Das sind schwerwiegende Einschränkungen, aber auch das stehen wir durch. Ich kann auch absolut verstehen, dass das Thema Gesundheit viel zu wichtig ist, als dass man da ein Risiko eingehen kann. Ich will die Maßnahmen nicht kritisieren – auch wenn ich nicht verstehe, wieso ein Friseur am Kopf des Kunden arbeiten darf, ich aber nicht. Ich muss mit diesen Einschränkungen aber jetzt einfach arbeiten und freue mich darauf, wenn es wieder besser aussieht.

dst

In der Reihe

„Wie geht’s?“ fragen wir bei Menschen aus dem Landkreis nach, wie sie die ungewöhnlichen Corona-Zeiten erleben.

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