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Die Abwasserbehandlung im Klärwerk in Wolfratshausen-Weidach erfolgt auf mechanischem, biologischem und auf physikalisch-chemischem Weg. Dabei wird der Schmutz laut Abwasserverband in der Reihenfolge seiner Beschaffenheit herausgefiltert: das Gröbste zuerst, das Feinste zum Schluss.

Kläranlage

„Keine Frage, der Raum ist begrenzt“

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Der Abwasserverband Isar-Loisachgruppe muss auf Bevölkerungszuwachs und Betriebsansiedlungen reagieren.

Der Siedlungsdruck auf den Münchner Süden steigt, dazu wachsen die Gewerbegebiete in Gelting und an der Loisach in Wolfratshausen. Mehr Einwohner und Industrie produzieren auch mehr Abwasser. Könnte das in naher Zukunft zu einem Problem werden für die Kläranlage in Weidach? Dr. Manfred Fleischer glaubt das nicht. „Unsere Konzeption ist, auszubauen und zu modernisieren“, sagt der Chef des Abwasserverbands Isar-Loisachgruppe, dem sechs Mitgliedsgemeinden (Stadt Wolfratshausen, Stadt Geretsried sowie die Gemeinden Königsdorf, Egling, Icking und Dietramszell) mit rund 120 000 so genannten Einwohnergleichwerten (EW) angehören. Fleischer: „Die aufkommenden Abwassermengen können wir gut bearbeiten.“ 

Eine kleine Einschränkung gebe es allerdings, die betreffe die beiden Städte und hier insbesondere den Nachbarn: „Die Stadt Geretsried muss schauen, dass in Gelting die Neuansiedlungen abwasserintensiver Betriebe im Rahmen bleibt. Aber das wissen sie dort natürlich.“ Der Hintergrund: Mit den Chemiebetrieben Rudolf und Pulcra haben in der mit etwa 24 000 Einwohnern größten Stadt des Landkreises seit Jahrzehnten abwasserintensive Unternehmen ihren Standort. Auch deshalb hatte Wolfratshausen der Nachbarkommune schon im Jahr 2009 5000 EW abgetreten – gegen Cash natürlich. 

Bedeutsam erweitern lässt sich die Weidacher Anlage mit ihren drei charakteristischen großen Klärbecken nicht. „Keine Frage, der Raum dort ist begrenzt“, bestätigt Fleischer. Das heiße jedoch nichts. Die Technik – sei es die mechanische, biologische oder chemische Klärung – schreite immer weiter fort, sagt der Verbandschef, „und darauf setzen auch wir“. Dies ist allerdings ein Gebot der Stunde, denn die Herausforderungen nehmen zu. „Wir haben heutzutage die Auflage, Stoffe und Substanzen wie zum Beispiel Hormone und Perfluorierte Tenside aus dem System herauszubringen.“ Letztere werden wegen ihrer besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften industriell hergestellt und sind in einer Vielzahl von Produkten enthalten. Sie reichern sich in der Umwelt sowie in menschlichem und tierischem Gewebe an. Perfluorierte Tenside (PT) stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. 

Ein Projekt, das die Isar-Loisachgruppe in nicht allzu ferner Zukunft verwirklichen könnte, ist eine noch effizientere Trocknung des Klärschlamms mittels „der Kraft der Sonne“, wie Fleischer es nennt. Bis 2007 war der in Weidach anfallende Schlamm in einer erdgasbetriebenen Trocknungsanlage entwässert und anschließend im Landbau verwertet worden. Die zunehmende PT-Problematik zwang den Abwasserverband zu einer Modifizierung seiner Methoden: Seit Anfang 2011 entwässern zwei Hochleistungszentrifugen den ausgefaulten Klärschlamm auf einen Trockensubstanzgehalt von etwa 21 bis 25 Prozent. Laut dem Verbandschef ist damit das Ende der Fahnenstange nicht erreicht: „Wir denken derzeit über eine solare Trocknungsanlage nach“, sagt Fleischer.

Peter Borchers

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