Ein Arzt bereitet eine Dosis des Impfstoffs von Pfizer-BioNTech im Impfzentrum vor
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Ab 12 Jahren hat die ständige Impfkommission eine Impfung gegen das Corona-Virus empfohlen.

Nach der Stiko-Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren

Corona: Kinderärzte impfen jetzt auch Jugendliche - Den großen Run gibt es noch nicht

  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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Nicht nur für Erwachsene, auch für Kinder ab 12 Jahren ist die Corona-Impfung jetzt empfohlen. Die Nachfrage ist da - aber einen großen Run gibt es nicht.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Am 16. August hat die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen, auch 12- bis 16-Jährige gegen das Coronavirus zu impfen. Grundlage waren neue Daten aus Amerika mit fast zehn Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen. Die Experten der Stiko sind nach Sichtung der Daten zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorteile der Impfung das Risiko von – extrem seltenen – Nebenwirkungen überwiegen. Eine Impfpflicht gibt es freilich nicht, ebenso wenig wie bei Erwachsenen.

Jörg Lohse, Corona-Koordinator aus Münsing, findet die Empfehlung absolut richtig. „Bei jungen Menschen mit ausgereiftem Immunsystem sehe ich da keine Probleme. Und die Jüngeren stecken das Virus ohnehin gut weg.“ Auch in seiner Praxis habe er vor dem Urlaub das Vakzin verabreicht. „Es waren einige mit ihren Eltern da.“ Die Impfung ist aus Sicht des Hausarztes auch deshalb richtig, weil sie hilft, weitere Schulschließungen im Herbst zu vermeiden. „Inzwischen ist doch längst klar, dass Homeschooling die soziale Entwicklung massiv stört.“ An eine von Ministerpräsident Markus Söder ins Spiel gebrachte Impfung an Schulen denkt man zumindest im Landkreis derzeit nicht. „Wir dürfen nicht vergessen, dass Wahlkampf ist, da sollte man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen“, so Lohse.

Tobias Reploh, Kinderarzt in Bad Tölz, schaut sich jeden Einzelfall genau an.

Maximilian Pfandl, Leiter der Impfzentren in Wolfratshausen und Bad Tölz, hat die Beobachtung gemacht, dass das Angebot gut angenommen wird. „Seit der Empfehlung waren einige Kinder und Jugendliche da“, sagt er. „Es sind zwar keine Massen, aber es fällt schon auf.“ Auch Pfandl weiß Stand jetzt nichts davon, dass er mit dem Impfbus demnächst zu Schulen ausrücken soll. In den nächsten Tagen steht lediglich eine Kontaktaufnahme mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Benediktbeuer an.

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Tobias Reploh, Kinderarzt in Bad Tölz, begrüßt die Stiko-Empfehlung. Allerdings weiß er ganz genau, dass es sich um ein „megasensibles Thema handelt“ und würde niemals irgendeinen Druck aufbauen. „Wer will, der kann“, sagt er. Ob geimpft wird oder nicht, richtet sich je nach Einzelfall, der mit den Kindern („mit 12 Jahren ist man schon groß“) und den Erziehungsberechtigten genau besprochen wird. Oft spiele auch die Konstellation eine Rolle, etwa wenn eine Oma oder ein Opa im Haus ist, die man nicht gefährden will. In den vergangenen drei Wochen hat er in seiner Praxis etwa 20 bis 30 Kinder geimpft, und alle haben das Vakzin (Biontech-Pfizer) gut vertragen. Der Mediziner vermutet, dass die Nachfrage demnächst anziehen wird, wenn der Schulstart näher rückt. Eine Reihen-Impfung an Schulen hält er für „aus der Zeit gefallen“. Er sagt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bevölkerung das möchte.“

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