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Aktueller denn je: Die Musikschule führte Andersen-Märchen „Die chinesische Nachtigall“ in Form eines Kindermusicals auf. 

In der ausverkauften Loisachhalle

„Die chinesische Nachtigall“: Musikschule erzählt das Märchen vom Technikwahn

Die Musikschule hat das Kindermusical „Die chinesische Nachtigall“ in der Loisachhalle aufgeführt. Das Märchen nach Hans Christian Andersen handelt von einer Welt des Technikwahns.

Wolfratshausen – Aufgeregt fiebern die Schauspieler, Sänger und Musikanten der städtischen Musikschule jedes Jahr ihrer Abschlussvorstellung entgegen. Zusammen mit Andreas Schmittberger und unter der musikalischen Leitung von Yoshihisa Kinoshita haben sie diesmal das Märchen „Die chinesische Nachtigall“ nach Hans Christian Andersen einstudiert. Zweimal, in zwei Besetzungen, zeigten sie das Musical am Mittwoch in der ausverkauften Loisachhalle.

Der Kaiser von China (nachmittags: Alina Glas/abends: Jannis Hobler) lebt zufrieden in seinem Palast, umgeben von seinem Hofstaat, allen voran dem Haushofmeister (Nina Strufe/Samiha Alstetter). Als er auch noch die Nachtigall (Fiona Fiedler/Loa Magàn), die im Park so wunderschön singt, sein Eigen nennen kann, scheint das Glück vollkommen. Wäre da nicht der Kaiser von Japan (Raphael Klaus/Anna Eversmeyer), dem Land, in dem angeblich alles besser ist, mit seinem Geschenk: einer künstlichen Nachtigall (Lara Priebsch/Sophie Biron).

Als beide Vögel im Wettstreit gegeneinander antreten, scheint die Technik über die Natur zu siegen. Doch wer von den beiden kann schließlich den Kampf mit dem Tod gewinnen und so das Leben des Kaisers von China retten?

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Das Thema um Wahrheit, Kunst und Künstlichkeit in einer Welt des Technikwahns und der Globalisierung ist aktueller denn je. Trotz der ernsten Botschaft gelingt es den Musikschülern, Eltern, Großeltern, Geschwister und andere Zuschauer immer wieder zum Lachen zu bringen. Etwa, wenn Hofkoch Muli Nechs (Luzia Roeckl/Franziska Lauffs) mit Leidenschaft das ihm verhasste Gemüse mit dem Schwert zerhackt; oder wenn die mechanische Nachtigall wie aufgezogen durch die Gegend tippelt. Beide „echten“ Nachtigallen begeistern mit ihren Gesangssoli. Die jungen Schauspieler beherrschen ihre Texte, der Kinderchor der Chorstufen I und II sowie das Orchester der Musikschule umrahmen das Stück musikalisch.

Erwähnenswert sind die aufwendigen Kostüme (Julia Stieda, Sigrid von Kracht). Unter anderem sehen die beiden Reisbauern Cheng und Chang (Pepina von Kracht und Amelie Schuricht/Charlott Kuschke und Emily Falkner) mit ihren Kitteln, weiten Hosen und flachen Hüten stilecht aus. Auch das Bühnenbild mit prächtigen Möbeln und goldenen Drachen an den Wänden haben Caroline Koch und Musikschulleiter Manfred Heller liebevoll gestaltet. 

Tanja Lühr

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