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Zwei Wolfratshauser wurden vom Amtsgericht zu Arreststrafen verurteilt.

Zahlreiche Ungereimtheiten

„Das können Sie gar nicht beweisen“: Jugendliche verabreden Drogenhandel - und erhalten Arreststrafen

  • vonRudi Stallein
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Im Amtsgericht drehte sich die Verhandlung kürzlich um zwei junge Wolfratshauser. Sie verabredeten einen Drogendeal, der angeblich platzte. Trotzdem erhielten die Angeklagten Arreststrafen.

Wolfratshausen – Zwei junge Burschen wollten ein Geschäft machen. Von 80 Gramm Marihuana war die Rede. Weil sie sich über den Preis nicht einigen konnten, platzte der Deal – behaupten die beiden Wolfratshauser. Trotzdem wurden der 16- und der 20-Jährige jetzt am Amtsgericht zu Arreststrafen verurteilt.

Jugendliche verabreden Drogenhandel - und erhalten Arreststrafen

Der im Sommer vorigen Jahres einem Chat zufolge angebahnte 80-Gramm-Handel war der gravierendste Anklagepunkt. Daneben legte die Staatsanwaltschaft den beiden weitere Vergehen zur Last: Der Ältere soll einem anderen Kunden für 50 Euro Marihuana verkauft haben. Außerdem soll er 15 Gramm Marihuana bei sich gehabt haben, als er am 30. Juli 2019 in einer Geretsrieder Schrebergartenanlage kontrolliert wurde. Der Jüngere war Mitte Dezember in Farchet mit einem Joint erwischt worden.

Diese kleineren Delikte räumten beide Angeklagten ein. Mit einer Ausnahme: Er habe lediglich ein Gramm Marihuana besessen, nicht 15, beteuerte der 20-Jährige. In dem Beutel in seinem Rucksack habe er damals auch Schokoladenkekse gehabt. 

„Die sind verlaufen und haben sich mit dem Marihuana vermischt“, erklärte er. Das Gericht konnte dies nicht widerlegen. „Bei der Polizei hat der Beutelinhalt plötzlich angefangen zu schimmeln, deshalb hat man das Zeug weggeschmissen“, zitierte Richterin Friederike Kirschstein-Freund aus der Ermittlungsakte.

Wolfratshausen: Angeblich platzte der Deal - zahlreiche Ungereimtheiten

Keine Zweifel hatten die Staatsanwältin und die Richterin bezüglich des größeren Deals, wegen dem die Angeklagten im Juli rege gechattet hatten. In der Verhandlung beteuerten sie, das Geschäft sei nie zustande gekommen. „Wir haben geschrieben, aber wir sind uns mit dem Preis nicht einig geworden“, erklärte der 20-Jährige. „Und dann haben wir irgendwann gesagt, dass es blöd ist, was wir da vorhaben,“ sagte der 16-Jährige. 

Dass er ein paar Tage nach dieser Erkenntnis noch einmal schriftlich nachfragte, „ob du nicht doch auf 800 runtergehen kannst“, gehörte zu den zahlreichen Ungereimtheiten in den Einlassungen der Angeklagten. Drogen in entsprechender Menge waren bei keinem der beiden gefunden worden. Dennoch zog das Gericht aus den Nachrichten den Schluss, dass das Marihuana zwischenzeitig auch den Besitzer gewechselt hatte.

„Das können Sie doch gar nicht beweisen“

„Das können Sie doch gar nicht beweisen“, motzte einer der Jugendlichen. „Der Chat reicht mir völlig“, entgegnete die Richterin. „Das sehe ich nicht so“, bekräftigte der Heranwachsende. Letztlich sei es egal, ob tatsächlich Drogen übergeben worden waren, meinte Kirschstein-Freund. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sei auch die „Verabredung für einen Betäubungsmittelkauf bereits Handeln“ – und werde als solcher bestraft.

Die Richterin verurteilte den 20-Jährigen wegen unerlaubten Handels in zwei Fällen sowie Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Woche Dauerarrest. Der 16-Jährige muss wegen Handels und Erwerbs zwei Freizeitarreste absitzen. 

Die Strafen: Eine Woche Dauerarrest und zwei Freizeitarreste

Zudem ordnete sie die „Einziehung von Wertersatz“ in Höhe von 920 und 1000 Euro an – der jeweilige Gewinn, den die Angeklagten nach Ansicht des Gerichts bei dem Deal erzielen wollten. Zudem wurden beide zu einem einjährigen Drogenkonsumverbot verdonnert, ihre Abstinenz müssen sie durch monatliche Screenings nachweisen.  

Weil er betrunken mehrfach randalierte und auch noch den Hitlergruß zeigte, musste sich hingegen kürzlich ein Geretsrieder vor dem Amtsgericht verantworten. Das Urteil: zehn Monaten auf Bewährung. Und auf der A95 bei Eurasburg nahmen die Schleierfahnder am Sonntag einen alten Bekannten fest: Der Kofferraum des Mannes war voller Hehlerware.

rst

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