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Aus den eigenen Reihen wählt der Stadtrat die künftigen Stellvertreter des Bürgermeisters.

Kommunalwahl 2020

Wolfratshausen: Günther Eibl will Vizebürgermeister werden

Wer wird der Stellvertreter von Bürgermeister Klaus Heilinglechner? Einer wagt sich bereits aus der Deckung: Der unterlegene CSU-Kandidat Günther Eibl. 

Wolfratshausen – Erster Bürgermeister der Flößerstadt bleibt Klaus Heilinglechner (BVW). Er setzte sich wie berichtet in der Stichwahl gegen seinen Herausforderer Günther Eibl (CSU) durch. Wer die Posten des Zweiten beziehungsweise Dritten Rathauschefs übernimmt, ist noch offen. Auf Nachfrage unserer Zeitung meldet sich jedoch der erste Bewerber.

Günther Eibl (CSU) hat Ambitionen auf das Amt des Vizebürgermeisters. 

Derzeit vertreten Fritz Schnaller (SPD) und Helmuth Holzheu (noch CSU-Fraktion, ab Mai BVW-Stadtrat) den Bürgermeister. Schnaller erinnert sich im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sogar er, nach über 20 Jahren Erfahrung als Stadtrat, „überrascht“ davon war, „wie viel man in der Position des Zweiten Bürgermeisters bewirken kann“. Diese Rolle war für ihn „eine wunderbare Aufgabe und eine große Ehre, die mir sehr viel Spaß gemacht hat“. Schnaller spricht ausschließlich in der Vergangenheitsform. Ob er sich auch in Zukunft vorstellen kann, den Posten eines Bürgermeister-Stellvertreters zu bekleiden? „Dazu sage ich nichts“, lautet seine knappe Antwort. Grundsätzlich sei es in der Position wichtig, „ein Brückenbauer zwischen den Fraktionen“ zu sein. Schnaller vertraut darauf, dass die Fraktionsspitzen in Vorgesprächen „geeignete Stellvertreter finden werden“.

Gewählt werden die Stellvertreter Heilinglechners vom Stadtrat. Neben besagter Moderationsfähigkeit dürfe bei der Personalentscheidung das jeweilige Wahlergebnis nicht außer Acht gelassen werden, findet Schnaller. Wenn es danach geht, drängen sich zwei Kandidaten auf: Eibl (CSU), der es bis in die Stichwahl schaffte, sowie Annette Heinloth (Grüne), die nur knapp an dieser vorbeischrammte und aus der Stadtratswahl als Stimmenkönigin (5225 Stimmen) hervorging. Auf Nachfrage hält sich die Grünen-Spitzenkandidatin noch mit einer Bewerbung zurück. „Bevor ich dazu etwas Konkretes sagen kann, müssen wir erstmal in unserer eigenen Fraktion und danach mit den anderen Parteien sprechen.“ Das Wahlergebnis – die Grünen stellen mit sechs Stadträten die größte Fraktion und feiern ein historisch gutes Ergebnis – ist für Heinloth ein Auftrag: „Die Wähler haben entschieden, dass wir die Politik aktiv mitgestalten, und das kann man am besten in zentralen Positionen.“ Diesen Auftrag der Wolfratshauser „werden wir mit Freude erfüllen“.

Lesen Sie auch: Zweite Amtszeit für Klaus Heilinglechner

CSU-Stadtrat Eibl dagegen wirft seinen Hut schon in den Ring: „Ja, ich würde gerne einen der beiden Vize-Posten übernehmen.“ Ob er sich als Zweiter oder Dritter Bürgermeister bewerben möchte, habe er noch nicht entschieden. Als Motivation führt er sein Ergebnis bei der Stichwahl an. „Ich spüre ein großes Vertrauen der Wolfratshauser“, sagt Eibl, der rund 3900 Stimmen auf sich vereinte. „Ich werte das als ein starkes Zeichen.“ Formelle Gespräche über die Bewerbung als Stellvertreter habe es weder mit anderen noch mit der eigenen Fraktion gegeben. In den kommenden Tagen will Eibl das Gespräch mit seiner Fraktion suchen.

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Fritz Schnaller (SPD) war viele Jahre lang zweiter Bürgermeister. 

Helmut Forster, Ex-Bürgermeister und Vorsitzender der Wolfratshauser Liste, hat nach eigenen Worten keine persönliche Präferenz in der Vize-Frage. „Diese Besetzung wird vom Gremium entschieden, und ich lasse mich überraschen, welche Stadträte für diesen Posten in Frage kommen.“ Forster sieht „mehrere Kandidaten im Stadtrat“, denen er die nötigen Charaktereigenschaften zuschreibt, um das Amt zu erfüllen. „Loyalität, ein gutes, vertrauensvolles Zusammenarbeiten und den Verzicht auf Alleingänge“ sieht Forster als Kernkompetenzen für die Stellvertreter eines Rathauschefs.

Schnaller und Holzheu stellt Forster rückblickend ein gutes Zeugnis aus: „In den vergangenen zwölf Jahren, also den vergangenen beiden Amtsperioden, haben sie diese Rolle gut erfüllt.“

Rathauschef Heilinglechner erwartet dieselben Qualitäten wie Forster von seinen künftigen Stellvertretern: „Wir müssen loyal miteinander umgehen; über Partei-Grenzen hinweg und auch, wenn es zu verschiedenen Themen unterschiedliche Meinungen gibt.“ Auf einen Wunschkandidaten will er sich nicht festlegen lassen. Heilinglechner: „Das werden die Gespräche ergeben, die ich mit allen Fraktionssprechern führen möchte.“ Dominik Stallein 

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