Heiße Rhythmen im Eiscafé Cristallo: 2010 fand das bislang letzte Band- und Kneipenfestival statt, dieses Jahr könnte es eine Neuauflage geben. Foto: hl-Archiv

Initiatoren sind optimistisch

Das Konzept steht: Neuauflage des Band- und Kneipenfestivals kann kommen 

Bis 2010 war das Band- und Kneipenfestival ein Höhepunkt im Wolfratshauser Terminkalender. Dann schlief das Event ein. Heuer möchte die Kommune der langen Nacht der Musik neues Leben einhauchen. Bis Mitte Mai können sich Gastronomen anmelden. Die Initiatoren sind optimistisch.

Wolfratshausen – Stefan „Jason“ Thalhammer brachte den Stein ins Rollen. Der Betreiber von Chili’s Tex Mex Bar an der Geltinger/Königsdorfer Straße bat bei der Stadt um Unterstützung für eine Neuauflage des Band- und Kneipenfestivals. Die Kommune stellte heuer im Januar 15.000 Euro im Haushalt bereit – seitdem hörte man jedoch nichts mehr von der geplanten Wiedergeburt.

Bis vor wenigen Tagen: Da trafen sich Vertreter der Stadt und einige Wirte, um ein Konzept zu erarbeiten. Ein Termin existiert auch schon: Am 15. September sollen in vielen Wolfratshauser Gaststätten Musik, Kabarett und Showprogramme laufen. Allerdings nur, wenn sich genügend Wirte finden, die sich an der Aktion beteiligen. „Wir wollen zwischen zehn und 15 Gastronomen ins Boot holen“, sagt Thalhammer. Bis Mitte Mai wollen die Initiatoren den Wirten Zeit lassen, ein Programm festzulegen und sich offiziell anzumelden.

„Jeder Gastronom kümmert sich selbst darum, eine Band oder Künstler aufzutreiben“, berichtet Thalhammer im Gespräch mit unserer Zeitung. Einige Musiker sind laut Thalhammer zwar für September bereits ausgebucht. Dennoch übt sich Wolfratshausens Stadtmanager Dr. Stefan Werner in Optimismus: „Ich glaube, es ist kein Ding der Unmöglichkeit, noch genügend Auftritte zu planen.“ Auch was die Beteiligung der Lokalbetreiber betrifft, „sieht es gut aus“, so Werner. Man habe Interessensbekundungen von „zwölf bis 15 Wirten“. Werner: „Nun geht es darum, dass die sich verbindlich entscheiden, damit es für den Bürger attraktiv wird.“ Als Stabsstellenleiter für Veranstaltungsmanagement, Wirtschaftsförderung und Tourismus ist Werner für die städtische Beteiligung am Fest verantwortlich.

Besucher sollen keinen Eintritt in den einzelnen Wirtschaften zahlen müssen

Laut Thalhammer kommt die Kommune den Wirten entgegen: „Die Stadt übernimmt einen Teil des Budgets.“ So soll sichergestellt werden, dass die Besucher keinen Eintritt in den einzelnen Wirtschaften zahlen müssen. Thalhammer denkt, „dass das gut ankommt“. Er hofft so auch auf „normale“ Abendbesucher in den Lokalen, die nicht alleine wegen der langen Nacht der Musik ausschwärmen.

Damit möglichst alle Teilnehmer vom Festival profitieren, plant Werner eine Neuerung: Wer mehrere Wirte besuche, könne belohnt werden. Wie der Stadtmanager erklärt, soll es eine Tombola geben, „an der sich jeder Gast beteiligen kann, der in mehreren Kneipen konsumiert“. Gedacht ist an ein Stempelbuch.

Werner hofft, dass sich ausreichend viele Gastronomen anmelden: „Das könnte eine attraktive Veranstaltung für die Wolfratshauser werden.“ Dies unterstreicht ein Blick in die Vergangenheit: Im Jahr 2010 fand das Kneipenfestival in der Loisachstadt letztmals statt. Zwölf Gastronomiebetriebe im Stadtgebiet beteiligten sich seinerzeit, rund 1200 Besucher hatten bis tief in die Nacht die Wahl zwischen Latin, Austropop, Rock’n’Roll, Blues und Soul sowie diversen Coverrock-Bands. Von Kneipe zu Kneipe pendelten die Gäste mit einem kostenlosen Shuttlebus. „Einen Transferbus wollen wir auch dieses Jahr einrichten, falls das Festival zustande kommt“, kündigt Stadtmanager Werner an. Anders als beim Festival vor acht Jahren soll es im Shuttle-Bus aber keinen Bar-Betrieb geben.

Seit 2010 hatte es zwei Anläufe gegeben, die lange Nacht der Musik erneut durchzuführen. Beide Male scheiterte das Vorhaben allerdings frühzeitig. Stefan Thalhammer ist aber „optimistisch, dass es dieses Jahr klappt“.

Dominik Stallein 

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