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Verzauberten das Publikum in der Loisachhalle: Meisterpianist Eric Ferrand-N’Kaoua und das junge Orchester der Neuen Philharmonie München.

Drei Komponisten, ein großes Konzert

Neue Philharmonie begeistert in der Loisachhalle

Wolfratshausen – Das Orchester war ungewöhnlich, der Chefdirigent bemerkenswert und die Komponisten weltberühmt: Dies waren die Zutaten zu einem beeindruckenden Konzert-Abend in der Loisachhalle, zu dem die Neue Philharmonie München eingeladen hatte.

Das semiprofessionelle junge Orchester, das zu hören war, setzt sich aus Musikstudenten aus ganz Europa zusammen. Die jungen Leute unter ihrem Chefdirigenten Fuad Ibrahimov präsentierten gemeinsam mit dem Klaviersolisten Eric Ferrand N’Kaoua die Werke dreier weltbekannter Komponisten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten.

Der Abend begann mit „Der Zauberlehrling“ aus der Feder von Paul Dukas. Ein Werk, das weltweit bekannt geworden ist, seit es 1940 im Walt-Disney-Klassiker „Fantasia“ musikalisch die Umtriebe des Zauberei-Anfängers Mickey Mouse umrahmte. Das Publikum in der Loisachhalle wurde nicht enttäuscht. Kraftvoll, dynamisch und rhythmisch mitreißend begeisterte schon der erste Teil des Konzerts. Nach dem dramatischen „Zauberlehrling“ wurde es hörbar spielerischer. Geradezu locker, lässig und leicht verzauberte der französische Meisterpianist Eric Ferrand-N’Kaoua im Anschluss am glänzend-schwarzen Flügel das Publikum mit dem einzigen Solo-Klavier-Konzert des so früh verstorbenen amerikanischen Komponisten und Musikers George Gershwin. Dieses Klavier-Konzert in F-Dur, eine Auftragsarbeit für den Dirigenten Walter Damrosch, hält sich – wie im auszeichneten Programmheft von Reinhard Szyszka so kenntnisreich beschrieben – an die klassische dreiteilige Konzertform schnell – langsam – schnell und bleibt bei aller geschickten Verbindung von klassischem Tonsatz und Jazz-Elementen ein so typischer Gershwin. Tosender Applaus war die Belohnung für den Pianisten mit seiner bekannten Neigung zu Ausflügen in Richtung Jazz und Folkmusik, so dass er um eine Zugabe mittendrin nicht herum kam.

Nach der Pause widmete sich das junge Orchester Werken des weltbekannten französischen Komponisten Maurice Ravel. Zunächst stand Ravels beeindruckende Balletmusik „Daphnis et Cloé“ auf dem Programm, eines in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg entstandenen so genannten „Ballets russes“ (russische Ballette). Seiner tiefen Bewunderung für den Walzerkönig Johann Strauß trug der große französische Komponist Rechnung, indem er sein Lebensfreude ausdrückendes Werk „La Valse“ mit dem Untertitel „Mouvement de Valse viennoise“ (Wiener-Walzer-Bewegung) versah und auch die Erstaufführung auf Einladung Arnold Schönbergs in Wien stattfinden ließ. Das Publikum in der Loisachhalle war begeistert und erklatschte und ertrommelte sich eine Zugabe. Chefdirigent Ibrahimov nutzte die Gelegenheit, auf die Musik als völkerverständigendes Element hinzuweisen. Schließlich spielen in der Neuen Philharmonie München unter seiner Leitung junge Musiker aus 14 europäischen Nationen. Mit dem „Aserbaidschanischen Cappricio“ aus der Feder seines berühmten Landsmannes und Komponisten Fikret Meschadi Dschamil ogly Amirov ging ein beeindruckender Abend zu Ende, an dem nur die Musik und sonst nichts zählte.

tam

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