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Gottesdienst im Zeichen des Kreuzes: Anschließend diskutierten die Schüler von St. Matthias über den Kruzifix-Erlass der Söder-Regierung. 

Sankt Matthias 

Das Kreuz mit dem Kreuz: Waldramer Schüler diskutieren über Söders Erlass

Im Schulgottesdienst an St. Matthias war der Kreuz-Erlass von Ministerpräsident Söder Thema. Die Jugendlichen diskutierten anhand verschiedener Texte über das Thema. 

Waldram – Schulgottesdienste sind an den Schulen St. Matthias starke Pfeiler im Jahreslauf. Was also lag da näher, als im jüngsten Gottesdienst ein ganz heißes Eisen zu thematisieren: die von Ministerpräsident Söder und dem bayerischen Kabinett erlassene Verordnung, ab dem 1. Juni Kreuze in allen öffentlichen Gebäuden anzubringen.

Das Vorbereitungsteam unter der Leitung von Stiftungsdirektor Dr. Joachim Burkard, der religionspädagogischen Leiterin Sabrina Niehenke sowie den beiden Religionslehrern Simon Fritz und Maximilian Heisler wählte repräsentativ-provokative Texte aus, die die ganze Bandbreite der Positionen abdeckten. In der Lesung erinnerte zu Beginn Haustechniker Leonhard Hohenadl mit einer Stelle des Markus-Evangeliums an den Tod Christi am Kreuz, an der der römische Hauptmann ausruft: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.“ Heisler zitierte aus der Regierungserklärung Söders, für den „das Kreuz das grundlegende Zeichen unserer kulturellen Identität“ ist. Magdalena Halbig las aus einem offenen Brief des Würzburger Hochschulpfarrers Burkhard Hose vom 24. April vor: „Das Kreuz taugt nicht als verlängerter Arm einer Politik der Ausgrenzung oder des nationalistischen Egoismus. Das Kreuz lässt sich auch nicht auf bayerische Folklore reduzieren.“

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Während Simon Fritz die ausgewogenere Haltung des evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm darlegte, zitierte Mareike Hofmeier Kardinal Reinhard Marx: „Es steht doch dem Staat nicht zu, zu erklären, was das Kreuz bedeutet. Er kann und muss dafür sorgen, dass sich religiöse Überzeugungen artikulieren können. Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden. Das würde das Kreuz im Namen des Staates enteignen.“

Stiftungsdirektor Burkard betonte in seiner Predigt, dass das Kreuz Tötungssymbol wie auch Symbol von Schimpf und Schande war und ist, „und das Kreuz macht es auch uns oft schwer, weil es eben keine Party-Religion symbolisiert“. Sein Fazit: „Hier, am Leid, bleibt Gott für uns lebendig, beantwortbar.“

In der Mitte der Aula legten alle, die wollten, mitgebrachte Kreuz aus und diskutierten miteinander, wie sie zu diesen Kreuzen kamen und was sie damit verbinden. Als Fazit blieb: Nicht zuletzt durch die Anordnung Söders ist es „ein Kreuz mit dem Kreuz“, was sich auch in den langen und heftigen Diskussionen in den Medien und in wochenlangen Leserbriefreaktionen zeigt. Eins ist aber klar: In St. Matthias ist und bleibt das Kreuz der Mittelpunkt des Schullebens.

Dieter Klug

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