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Die Zahl der Wohnungseinbrüche, Körperverletzungen und Vermögensdelikte in Wolfratshausen ist gesunken.

Frauen werden mutiger

Kriminalstatistik: Wie sicher ist Wolfratshausen?

Wolfratshausen – Die Loisachstadt ist sicher. Das geht aus der Kriminalstatistik der örtlichen Polizei hervor. Die Zahl der Wohnungseinbrüche, Körperverletzungen und Vermögensdelikte ist gesunken.

Im bayernweiten Vergleich steht die Wolfratshauser Dienststelle gut da. Auf 100 000 Einwohner gerechnet wurden rund 3300 Straftaten begangen – der Bayern-Durchschnitt liegt bei deutlich über 4600 Delikten. „Wir leben hier sehr sicher“, berichtet Dienststellenleiter Werner Resenberger am Mittwoch in einem Pressegespräch.

Vor allem die sogenannten Wohnungseinbruchsdiebstähle gehen deutlich zurück.

Vor allem die sogenannten Wohnungseinbruchsdiebstähle gehen – entgegen der Meinung vieler Landkreisbürger – deutlich zurück. 18 Fälle wurden 2015 verzeichnet, im Vorjahr lag diese Zahl noch bei 31. „Was das betrifft; befinden wir uns fast auf der Insel der Glückseligen“, sagt Resenberger. Sein Vize Christian Neubert führt dies unter anderem auf erfolgreiche Präventivarbeit zurück: „Dadurch lassen sich einige potenzielle Täter abschrecken.“ Vor zwei Jahren hatte die Polizei außerdem mit herumreisenden Einbrechergruppen zu kämpfen. „Das Problem haben wir nicht mehr“, sagt Resenberger.

Werner Resenberger: "Wir leben hier sehr sicher", sagt der Polizeichef.

Deutlich gesunken sind vorsätzliche Körperverletzungen.

Deutlich gesunken sind vorsätzliche Körperverletzungen. 164 Fälle musste die Polizei im Jahr 2015 bearbeiten, das sind 22 weniger als 2014. „Eine Tendenz, dass bestimmte Fälle besonders zurück gehen, ist hier jedoch nicht zu erkennen“, sagt Neubert. „Das Spektrum der Taten reicht von Betrunkenen, die aneinandergeraten, bis hin zur häuslichen Gewalt.“ Bei häuslicher Gewalt gibt es Neubert zufolge eine erhöhte Anzeigenmoral. „Durch verschiedene Hilfsangebote sind viele Frauen mutig genug, sich bei uns zu melden.“ Die Aufklärungsquote ist gut: Über 93 Prozent der Fälle werden aufgeklärt.

Die Zahl von Sachbeschädigungen ist hingegen im vergangenen Jahr angestiegen.

Die Zahl von Sachbeschädigungen (2015: 162; 2014: 120) ist hingegen im vergangenen Jahr angestiegen. „Uns fällt auf, dass es hier vermehrt um Beziehungstaten geht“, sagt Resenberger. Damit meint er Fälle, in denen eine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer besteht – etwa beim verlassenen Liebhaber, der seine Wut am Auto der Ex auslässt. Weniger als ein Viertel dieser Vandalismusfälle können aufgeklärt werden. „Sachbeschädigungen sind ein Feld mit einer traditionell sehr niedrigen Aufklärungsquote“, räumt der Dienststellenleiter ein.

Christian Neubert, der Vize-Dienststellenleiter lobt die Präventionsarbeit.

Statt etwa 68 Prozent wurden nur noch 60,2 Prozent der Straftaten aufgeklärt.

Das schlägt sich auch in der Gesamtstatistik nieder. Statt etwa 68 Prozent (2014) wurden nur noch 60,2 Prozent der Straftaten aufgeklärt. „Das hängt aber natürlich mit der Art der Delikte zusammen“, erläutert Neubert mit Verweis auf den steigenden Vandalismus und die sinkenden Körperverletzungen. „Im nächsten Jahr wollen wir hier wieder eine höhere Zahl präsentieren“, hofft Resenberger.

Erste Schritte dafür sind getan: In den vergangenen Wochen haben die Wolfratshauser Uniformierten eine Gruppe von Vandalen in Waldram festgenommen, eine groß angelegte Marihuana-Plantage hochgehen lassen und – bereits zu Jahresbeginn – Ermittlungen gegen einen Tatverdächtigen in den Giftköder-Fällen eingeleitet.

v on Dominik Stallein

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