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Die drei Besten: Den Siegerentwurf von Jürgen Batscheider aus Memmingen präsentiert Arnold Sedlmayr vom Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW, re.). Platz zwei belegte Tom Carstens aus Degerndorf, den Bürgermeister Klaus Heilinglechner in die Kamera hält (Mi.). LAW-Vorsitzender Hans Werner Kuhlmann zeigt das Werk von Otto Wesendonck aus Waakirchen, der mit seiner Skulptur Platz drei belegt.

Kunst am Kreisverkehr

Flößerskulptur kommt aus Memmingen

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Wolfratshausen – Ein Schild an der Autobahnabfahrt und das Flößerdenkmal an der Loisach. Mehr Hinweise auf die Internationale Flößerstadt gibt es nicht. Das soll sich ändern, pünktlich zum Deutschen Flößertag, dessen Gastgeber Wolfratshausen im Mai 2017 ist, wird eine Flößerskulptur aufgestellt.

Bis spätestens März soll das Kunstwerk auf dem Kreisel an der Pfaffenrieder Straße stehen, zwischen McDonalds und dem ehemaligen Möbel Mahler. Wie die genau aussehen soll, wurde in den vergangenen Monaten in einem Künstlerwettbewerb ermittelt. Jetzt steht der Sieger fest: Vorausgesetzt, die Polizei hat keine Sicherheitsbedenken, darf Jürgen Batscheider aus Memmingen seine Skulptur hier aufbauen.

Die Bedingungen des Wettbewerbs, den der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) in Zusammenarbeit mit der Stadt organisiert hat, waren klar umrissen: Das Kunstwerk soll die Flößertradition aufgreifen, möglichst witterungsbeständig und langlebig sowie maximal fünf Meter hoch und zwei Meter breit sein. Es darf den Verkehr nicht beeinträchtigen, muss bis März stehen und soll im Idealfall erweiterbar sein. Heißt im Klartext: Vorausgesetzt der Stadtrat fasst die entsprechenden Beschlüsse, könnten an den anderen vier Ortseingängen auch einmal Flößerplastiken stehen, die sich optisch an der ersten orientieren.

Außerdem darf das Kunstwerk maximal 25 000 Euro kosten. 30 000 Euro sind im Haushalt für 2016 eingeplant, 5000 Euro braucht die Stadt, um den Sockel zu finanzieren und eventuelle Unwägbarkeiten abzufedern. Ursprünglich wollte der Stadtrat sogar einmal 70 000 Euro für das Image-Projekt bereitstellen, hat diese Summe aus Spargründen aber eingedampft. Den Sparzwängen zum Opfer gefallen war seinerzeit auch das Trauungsfloß auf dem Badweiher.

Insgesamt 15 Künstler haben ihre Arbeiten eingereicht. Viele von ihnen stammen aus der Region, alle haben schon einmal bei einer der Kunstmeilen ausgestellt. „Und alle Arbeiten haben uns beeindruckt“, sagte Hans Werner Kuhlmann am Donnerstag. In einem Pressegespräch im Rathaus präsentierte der LAW-Vorsitzende mit Beiratsmitglied Arnold Sedlmayr und Bürgermeister Klaus Heilinglechner in dessen Amtszimmer die drei besten Entwürfe und erläuterte das weitere Vorgehen. „Die Resonanz war weit größer als gedacht“, führte Kuhlmann weiter aus. Sogar der kürzlich verstorbene Hans Kastler wollte einen Beitrag einreichen.

Die Jury – bestehend aus dem Rathauschef, je einem Fraktionsvertreter, dem LAW, Kulturreferent Alfred Fraas, Tourismusmanagerin Gisela Gleißl und Flößer Josef Seitner – tagte am Mittwoch. Pro Arbeit waren maximal 15 Punkte zu vergeben. „Wichtig war unter anderem, dass man schnell erkennt, um was es geht“, sagte Heilinglechner. Schließlich könnten die Autofahrer an dieser Stelle nicht einfach anhalten und sich Gedanken machen. Auch Sicherheitsaspekte spielten eine Rolle. Bewegliche Elemente etwa bewertete die Jury eher kritisch.

Der Sieger, Jürgen Batscheider aus Memmingen, hatte mit 78 Punkten einen deutlichen Vorsprung auf den Zweitplatzierten, Tom Carstens aus Degerndorf. Rang drei belegt Otto Wesendonck aus Waakirchen. „Alle drei Entwürfe werden jetzt von der Polizei geprüft“, so Heilinglechner. „Nur wenn es bei der Siegerskulptur ernsthafte Sicherheitsbedenken gibt, rücken der Zweit- oder Drittplatzierte nach.“

Auch die Arbeit der anderen Künstler soll nicht umsonst gewesen sein. Stadt und LAW wollen klären, ob man die Skulpturen behalten und ausstellen darf. „Ein Schaufenster des Untermarkt 10 wäre ein schönes Plätzchen“, schlug Kuhlmann vor – wissend, dass erst geklärt werden muss, wie man mit der Schadstoffbelastung in dem Gebäude umgeht, das einst als Bürgerladen vorgesehen war und jetzt unter anderem Platz für eine Tourist-Info bieten soll. Heilinglechner will zudem aus einem weiteren Entwurf ein Geschenkobjekt machen. „Das wäre ein schönes Mitbringsel bei Besuchen in unseren Partnerstädten.“

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