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Lager sind voll: 14.000 Tonnen Salz im Kampf gegen Eis und Schnee

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Von: Carl-Christian Eick

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Ein Mann in einem Salzlager
Väterchen Frost und Frau Holle können loslegen: Das Salzlager in Wolfratshausen ist gut gefüllt, beweist Jürgen Neidhardt, Leiter der Straßenmeisterei in der Loisachstadt. © Hermsdorf-Hiss

Väterchen Frost und Frau Holle können loslegen: Die Straßenmeistereien im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sehen sich für die kommenden Winterwochen gut gerüstet.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die ersten frostigen Nächte hat’s im Landkreis schon gegeben, für die nächsten Tage kündigen die Wetterfrösche Schneefall bis in die Niederungen an. Die Straßenmeistereien sehen sich für den Kampf gegen Schnee und Eis gut gerüstet. Rund 14 000 Tonnen Streusalz sind eingelagert, bei Bedarf kann nachgeordert werden.

Laut Pressemitteilung des Staatlichen Bauamts in Weilheim sind die ersten Einsätze im Winter 2021/22 schon „gefahren“ worden. Das Taumittel ist in den Salzhallen in Weilheim, Gilching, Wolfratshausen, Bad Tölz, Oberau, Landsberg sowie Peiting gelagert. Bescheren Väterchen Frost und Frau Holle der Region in den nächsten Wochen einen strengen Winter, „können kurzfristig bis zu 15 000 Tonnen Streusalz zusätzlich von den Straßenmeistereien abgerufen werden“, teilt das Straßenbauamt in einer Presseinformation mit. Mit dieser Rückversicherung sei man auch für den Fall eines „überdurchschnittlichen Winters“ gewappnet.

Winterdienst: 1550 Kilometer Straßen müssen geräumt werden

Die Weilheimer Behörde betreut mehr als 1550 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen, die durch die fünf Landkreise Starnberg, Landsberg, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen verlaufen. Um den Asphalt von Eis und Schnee freizuhalten, stehen dem Straßenbauamt 65 eigene und angemietete Fahrzeuge zur Verfügung, die mit Schneepflügen sowie Streuautomaten ausgerüstet sind. An Straßenabschnitten, die im Winter als besonders gefährlich für Verkehrsteilnehmer gelten, werden Schneezäune aufgestellt, um Schneeverwehungen vorzubeugen.

Für einen effektiven und zugleich wirtschaftlichen Winterdienst „ist eine möglichst frühzeitige und zuverlässige Wettervorhersage von entscheidender Bedeutung“, stellt die Weilheimer Behörde fest. Den Straßenmeistereien stehen aus diesem Grund rund um die Uhr Wetterradarbilder und die Straßenzustands- und Wetterprognosen des Deutschen Wetterdienstes sowie Daten von 20 örtlichen Straßenwetterstationen im Zuständigkeitsbereich des Straßenbauamts zur Verfügung. Diese liefen ständig aktuelle Informationen über die Fahrbahntemperatur, den Niederschlag und die Salzkonzentration auf der Straße.

Bad Tölz-Wolfratshausen: Winterdienst beginnt vor 4 Uhr in der Früh

Auf überdurchschnittlich hoch belasteten Bundes- und Staatsstraßen wie zum Beispiel auf der B17 südlich von Landsberg und der B2 zwischen Starnberg und Garmisch-Partenkirchen ist die Befahrbarkeit von ganz besonderer Bedeutung. „Hier wird bei Bedarf der Winterdienst rund um die Uhr durchgeführt“, informiert die Behörde. Das übrige Straßennetz wird vorrangig zwischen 6 Uhr in der Früh und 22 Uhr am Abend „in einem befahrbaren Zustand gehalten“. Mehr als die Hälfte der Winterdiensteinsätze beginnen aber auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bereits vor 4 Uhr am Morgen – „um in der Nacht einsetzende Straßenglätte infolge von Schnee, Reif oder Eis noch vor dem Beginn des Berufsverkehrs beseitigen zu können“.

Der Winterdienst, das betont das Straßenbauamt, verfolgt den Grundsatz „So viel Salz wie nötig, so wenig wie möglich“. Hinsichtlich der Wirksamkeit und der Wirtschaftlichkeit sei Salz weiterhin das beste Auftaumittel. Durch das Anfeuchten des trockenen Auftausalzes mittels einer Salzlösung (Sole) unmittelbar vor dem Ausstreuen „werden die Verluste durch Verwehung und Wegschleudern reduziert und eine gleichmäßigere Verteilung des Salzes auf der Fahrbahn gewährleistet“. Deshalb sind alle Räum- und Streufahrzeuge der Straßenbauverwaltungen im Freistaat Bayern mit sogenannten Feuchtsalz-Streugeräten ausgerüstet. Die jüngste Generation der Winterdienst-Fahrzeuge verfügt laut Pressemitteilung über Kombi-Streugeräte, mit denen je nach Witterungslage sowohl Sole versprüht als auch Feucht- oder Trockensalz auf den Straßen ausgebracht werden kann. Bei der Ausbringung von Sole (das ist bis zu einer Temperatur von minus 5 Grad möglich), „verringert sich die notwendige Salzmenge und es erhöht sich die Wirkdauer auf der Fahrbahn, der Streusalzverbrauch verringert sich im Vergleich zu Feuchtsalz nochmals“.

Straßenglätte: Dringender Appell an die Verkehrsteilnehmer

Der Winterdienst ist gerüstet, doch auch die Kraftfahrer sollten sich ab sofort auf Straßenglätte, Verwehungen oder bei länger andauernden Niederschlägen auf eine geschlossene Schneedecke einstellen. Das Straßenbauamt gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken: „Wenn zum Beispiel starker Schneefall erst kurz vor dem einsetzenden Berufsverkehr beginnt, wird es für die Mitarbeiter des Straßenbetriebsdienstes schwierig, im dichten Verkehr oder im Stau den festgefahrenen Schnee wie gewohnt zu beseitigen.“

Jeder einzelne Verkehrsteilnehmer kann daher einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit im Winter leisten: Aufs Auto gehören von O bis O, von Oktober bis Ostern Winterreifen mit ausreichender Profiltiefe, und die Fahrweise sollte stets den Witterungsverhältnissen angepasst sein. (cce)

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