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Begeisterten das Publikum: Ludwig Seuss am Piano (l.) und seine spielfreudige Band.  

„Merkurdrome“ kommt in die Gänge

Ludwig Seuss und Band mischen das alte Druckhaus auf

  • vonPeter Herrmann
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Nach einem verhaltenen Auftakt kommt die Reihe „Back on stage“ jetzt ins Rollen. Ludwig Seuss begeisterte am Samstag sein Publikum. 

Wolfratshausen – „Erzählt überall herum, was Ihr hier erlebt habt. Die Künstler brauchen das Publikum“, bat Veranstalter Stefan Eckardt vorab. Wie berichtet war zum Auftakt der Open-Air-Reihe „Back on stage“ im Merkurdrome“ vor einer Woche nur etwa ein Dutzend Besucher gekommen. Für das Konzert des renommierten Münchner Blues- und Boogie-Pianisten Ludwig Seuss und seiner Band am Samstagabend wurden nun deutlich mehr Tickets im Online-Verkauf abgesetzt – eine Abendkasse gab es aus aktuellem Anlass erneut nicht.

Eine aufregende musikalische Mischung

Allein die Besetzung der siebenköpfigen Band versprach einen mitreißenden und abwechslungsreichen Abend: Neben „Spider Murphy Gang“-Keyboarder Ludwig Seuss am Piano und Akkordeon überzeugten Peter Kraus am Schlagzeug, Sebastian Schwarzenberger an der Gitarre, Tom Peschel am Bass, Sänger San 2 sowie der Geretsrieder Lokalmatador Titus Vollmer und sein Sohn Victor an den Gitarren. Sie boten eine aufregende Mischung aus Rock’n’Roll, Blues, Zydeco, Jazz und Cajun-Walzern, wie sie zum Beispiel in den Musikclubs von New Orleans zu hören ist.

Dabei scheute Sänger San 2 trotz immer noch bestehender Abstandsregeln auch nicht den Kontakt zu den anfangs noch auf Stühlen sitzenden Besuchern. Mundharmonikaspielend ging er durch die Reihen, um sich kurz darauf wieder auf der Bühne feiern zu lassen. Den Fans – einige kamen sogar aus München ins Wolfratshauser Gewerbegebiet – gefiel das so gut, dass es am Ende des Konzerts niemanden mehr auf den Plastikstühlen hielt. Laut klatschend forderten sie Zugaben, die die spielfreudigen Musiker auch umgehend erfüllten.

Lesen Sie auch: Was verbirgt sich hinter dem Merkurdrome?

Trotz des umjubelten Auftritts zeigte sich Drummer Peter Kraus im Gespräch mit unserer Zeitung auch nachdenklich. „Viele Menschen haben aufgrund der negativen Corona-Meldungen immer noch Angst davor, ein Konzert zu besuchen und sehen sich lieber zu Hause Livestream-Übertragungen oder Netflix-Serien an: Das ist eine gefährliche Entwicklung“, befürchtet er. Er kenne viele Musiker, Tontechniker und Veranstalter, die sich aufgrund der Verdienstausfälle bereits nach einem anderen Job umgesehen haben.

Dr. Harry Rosenkind, der das Programm für die noch bis Ende Juli laufende Merkurdrome-Reihe zusammengestellt hat, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Er wünscht sich vor allem, dass die Familienveranstaltungen am Sonntagnachmittag noch besser angenommen werden. „Da wird für Kinder, die ja auch sehr unter den Ausgangsbeschränkungen während des Lockdowns zu leiden hatten, wirklich viel geboten.“

Infos im Internet:

www.merkurdrome.de

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