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Rund 600 Mitarbeiter des Möbelhauses Mahler verlieren ihren Job, davon 260, die in der Flößerstadt arbeiten. In beiden Städten laufen momentan Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretung und Geschäftsleitung, unter anderem über einen Sozialplan.

Mahler verspricht „volle Kaufsicherheit“

Wolfratshausen/Bopfingen – Das Möbelhaus am Hans-Urmiller-Ring in Wolfratshausen schließt am 31. Januar. Weiterhin wird über einen Sozialplan für die Mitarbeiter verhandelt.

Bei Möbel Mahler in Wolfratshausen läuft seit einigen Tagen der Abverkauf (wir berichteten). Ende Januar gehen im 1982 eröffneten Einrichtungshaus am Hans-Urmiller-Ring die Lichter aus. Dasselbe Schicksal ereilt den Mahler-Standort in Bopfingen. Summa summarum verlieren rund 600 Mitarbeiter ihren Job, davon 260, die in der Flößerstadt arbeiten. 

In beiden Städten laufen momentan Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretung und Geschäftsleitung, unter anderem über einen Sozialplan. Der Betriebsrat in Bopfingen sieht laut Presseberichten gute Chancen, dass er sich mit der Familie Mahler und deren Anwalt im Sinne der Beschäftigten einigt: „Das ist der Wunsch beider Seiten“, sagte er auf Nachfrage der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Allerdings gebe es nur in zwei der insgesamt sechs betroffenen Mahler-Betriebe in Bopfingen einen Betriebsrat – und damit die Hoffnung auf einen Sozialplan. Seniorchef Gerhard Mahler habe jedoch zugesagt, dass er allen Mitarbeitern am Standort im östlichsten Zipfel von Baden-Württemberg zumindest eine Abfindung bezahlen wolle. 

Der Wolfratshauser Betriebsratschef Thomas Kohlert möchte sich momentan nicht detailliert zur aktuellen Situation in der Loisachstadt äußern: „Wir befinden uns mitten in den Verhandlungen“, sagt er in einem kurzen Telefongespräch mit unserer Zeitung. Gerhard Mahler hoffe, so Kohlert, dass einige Mitarbeiter künftig am 165 Kilometer entfernten Standort Neu-Ulm eine Stelle antreten können. Dort habe das Unternehmen seit der Eröffnung eines Einrichtungshauses vor etwas mehr als zwei Jahren das Problem, nicht genügend Mitarbeiter zu finden. Laut Zeitungsberichten soll die 400-köpfige Belegschaft in Neu-Ulm künftig „deutlich“ um eine nicht genannte Zahl an Mitarbeitern aufgestockt werden – Frauen und Männer, die bisher in Wolfratshausen oder Bopfingen gearbeitet haben. 

Zudem wird die neue Mitgliedschaft im weltweit größten Möbel-Einkaufsverband „Giga International“ laut Mahler für Veränderungen im Sortiment sorgen. Es soll investiert und das Warenangebot erweitert werden. Der Standort Neu-Ulm solle zum „Qualitätsführer“ in der Region werden. 

Im Rahmen der Restrukturierung arbeitet Mahler seit Anfang 2015 mit Hans-Jürgen Titz zusammen. Der sanierungserfahrene Rechtsanwalt aus Planegg (Landkreis München) gilt als Experte für Ertragssteigerung und hilft dabei, den kaufmännischen Bereich Mahlers neu aufzustellen, wie ein Sprecher des Möbelhauses erläutert. Titz ist vor kurzem gemeinsam mit Uwe Kern, langjähriger Hausleiter in Bopfingen, zum Geschäftsführer der Möbel Mahler Einrichtungszentrum Beteiligungs GmbH Neu-Ulm bestellt worden. 

Möbel Mahler in Wolfratshausen schließt voraussichtlich am 31. Januar 2016. Die Immobilie im Gewerbegebiet gekauft hat der Branchenriese XXX Lutz aus Wels in Österreich. Der hüllt sich weiterin darüber in Schweigen, was er mit dem Komplex am Autobahnzubringer zu tun gedenkt. Derweil versprechen Gerhard Mahler und sein Sohn Michael den Schnäppchenjägern in mehrseitigen Anzeigenbeilagen: „Sie haben auch beim Räumungsverkauf in Wolfratshausen die volle Kaufsicherheit. Alle Garantien und Serviceleistungen bestehen in ganzem Umfang weiter und können in unserem Haus in Neu-Ulm eingelöst werden.“

Dominik Stallein

und Carl-Christian Eick

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